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Stadtinfobetreiber will im April starten

Bergen Stadtinfobetreiber will im April starten

Die Stadtvertreter wollen den Vertrag überarbeiten / Olaf Klut ist allerdings mit Modalitäten einverstanden

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Olaf Klut will im Benedix-Haus eine Tourist- und Stadtinformation einrichten. Im April soll die eröffnet werden.

Quelle: Foto: Jens–uwe Berndt

Bergen. Ginge es nach Olaf Klut, würde der Mann aus Gingst lieber heute als morgen loslegen. Den Vertag über die Betreibung einer Stadtinformation im Benedix-Haus hat er unterschrieben. Und wie er betont, ist er mit den Bedingungen einverstanden. Ein paar Hürden gilt es allerdings noch zu nehmen, hat die Stadtvertretung auf ihrer letzten Sitzung des vergangenen Jahres den Kontrakt zwischen Kluts Bergen Touristik Service Gesellschaft und der Stadtverwaltung doch zur Nachberatung in die Ausschüsse zurückverwiesen.

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Die Stadtvertreter wollen den Vertrag überarbeiten / Olaf Klut ist allerdings mit Modalitäten einverstanden

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„Ich würde gern im April eröffnen, vor Ostern noch“, sagt Olaf Klut. „Voraussetzung sind aber vernünftige Vertragsdokumente. Denn habe ich die nicht, kann ich auch niemanden einstellen, der in der Stadtinfo tätig wird.“ Mit den in der Vereinbarung für die nächsten zwei Jahre festgehaltenen Modalitäten ist er einverstanden, sagt er. Auch mit den von der Stadt zugesagten 40000 Euro netto pro Jahr zeigt er sich zufrieden. „2017 ist zum Beispiel ein Rumpfgeschäftsjahr, weshalb die Summe durchaus ausreicht“, sagt Klut. „Immerhin wollen wir ein Unternehmen werden, das nicht nur etwas verschenkt, sondern auch verkauft. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir mit Reiseveranstaltern Pakete schnüren oder Tagesausflüge und Tickets anbieten.“ Der derzeitige Betreiber des Gingster Museums-Cafés hat sich ausgerechnet, dass er – Einnahmen und Zuschuss zusammengerechnet – in den beiden ersten Jahren gut auskommen könnte. Erst recht, da ihm Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) für spezielle Projekte bei entsprechenden Absprachen für das zweite Geschäftsjahr weitere Zuwendungen offeriert. „Von daher stellt sich für mich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der erneuten Debatten über den Vertrag in den Ausschüssen, wo sich doch beide Partner einig sind.“

Eike Bunge, Vorsitzender der Bergener CDU/FDP-Fraktion, kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Unternehmen in der Lage ist, mit einem Zuschuss von 40000 Euro eine Tourist- und Stadtinformation zu stemmen. Auch wenn Klut selbst das Geld als ausreichend bezeichnet. „Ich glaube es trotzdem nicht“, sagt Bunge. „Wir sollten an dieser Stelle noch einmal nachbessern. Wenn die Fachausschüsse diese Woche getagt haben, werden wir uns am Donnerstag zu diesem Thema auf einer Fraktionssitzung eine Meinung bilden.“ Die Ideen von Olaf Klut findet er „nicht schlecht“, auch dessen Vortrag vor der Stadtvertretung auf deren letzten Sitzung habe ihm gut gefallen.

Peter Wendekamm, Vorsitzender der Links-Fraktion, plädiert dafür, den Vertrag erst einmal wie abgefasst zu belassen und Olaf Klut die Möglichkeit zu geben, mit seiner Arbeit zu beginnen. „Die Stadtvertretung sollte zu einem Entschluss kommen“, sagt Wendekamm. „Wir sollten bei dieser Sache den Ball flach halten, denn hier geht es um einen Vertrag zur Betreibung einer Stadtinfo – nicht mehr und nicht weniger.“

Die Vorsitzende der Fraktion Grünes Bündnis Bergen (GBB), Carmen Kannengießer, übt sich im Zusammenhang mit dem Betreibervertrag in Zurückhaltung. „Wir werden uns in der Fraktionssitzung mit dem Kontrakt noch einmal intensiv beschäftigen“, sagt sie. „Die Ideen von Herrn Klut finde ich allerdings sehr gut.“ Sollte es gelingen, sie umzusetzen, können sie laut Kannengießer der Stadt eine Menge bringen.

Olaf Kluts Konzept richtet sich danach, dass die Stadt Bergen im Vergleich zum bisherigen Marketing durch die Baltic Project GmbH, die zum Ende des vergangenen Jahres das Benedix-Haus leergezogen hat, etwas Neues will. „Darum sind wir auch eine Tourist- und Stadtinformation“, sagt Klut. „Eine Stadtinfo gab es bei der Baltic nicht.“ Der 54-Jährige sieht in Bergen auch gar nicht zuerst eine Tourismushochburg als vielmehr ein Einkaufs-, Schul- und Verwaltungszentrum. Natürlich sollen Urlauber eine Übersicht geboten bekommen, wo es in Bergen und Umgebung Veranstaltungen, Märkte oder touristische Angebote gibt. Allerdings gehe es ihm vor allem darum, der Mittelpunkt eines Netzwerks zu werden, in dem alle Informationen über das städtische Leben zusammenfließen. Vereine, Restaurants, Museen, Treffs, Jugendeinrichtungen, Schulen, Kitas usw. – wenn ein Einwohner nach bestimmten Themen sucht, soll er sie im Benedix-Haus finden. Das mache für ihn eine Stadtinfo aus, sagt Klut. „Die Stadt ist zuerst für ihre Bürger da“, meint er. „Wenn sich die Menschen hier wohlfühlen, weil alles Grundlegende funktioniert, strahlt das auf das Selbstbild und das Selbstverständnis der Kommune aus. Und das wiederum wirkt auf die Touristen.“

Die zweite zu nehmende Hürde ist für Olaf Klut die Ausstattung seiner im Benedix-Haus zu beziehenden Räume. Die sind nämlich komplett leer. „Außer eine Deckenleuchte und einem Tresor steht da nichts drin“, sagt er.

„Die Einrichtung hat die Baltic mitgenommen“, sagt Bürgermeisterin Anja Ratzke. „Zwar ist das Mobiliar mit einem städtischen Zuschuss von 25000 Euro angeschafft worden, der einst abgefasste Vertrag mit der Baltic legte leider nicht fest, was damit passiert, wenn das Unternehmen wieder auszieht.“ Ähnliches sei mit dem Werbematerial passiert: Flyer und Mappen über die Stadt Bergen seien von dem vorherigen Betreiber der Info eingepackt worden, so dass Olaf Kluts Unternehmen vollständig bei Null starte. Auch aus diesem Grund wünscht er sich ein schnelles Okay, denn jede weitere Woche, die ohne Vertragssicherheit verstreiche, sorge für eine Verschiebung des Eröffnungstermins in die Saison.

Anja Ratzke warnt darüber hinaus vor einer Aufstockung des städtischen Zuschusses: „Sollte die geplante Zuwendung für die nächsten zwei Jahre 100000 Euro überschreiten, müssen wir die Betreiberleistung noch einmal neu ausschreiben.“

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Kristine Kasten, war für die OZ gestern nicht zu erreichen.

Jens-Uwe Berndt

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