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Steht die Klinik am Göhrener Südstrand auf der Kippe?

Göhren Steht die Klinik am Göhrener Südstrand auf der Kippe?

Investor Wilfried Horst will Einrichtung erst bauen, wenn Stabenweg-Siedlung entsteht / Raumordnungsamt sieht Wohnraumbedarf mit „Hövt“-B-Plänen aber schon gedeckt

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Göhren von oben mit Nordstrand (rechts) und Südstrand, an dem mehrere Gesundheitseinrichtungen angesiedelt werden sollen.

Quelle: Kurverwaltung

Göhren. Ohne Wohngebiet am Stabenweg keine Klinik am Südstrand: Die neuen Bauparzellen seien notwendig, um Wohnraum für die künftigen Mitarbeiter zu schaffen, betont Klinik-Investor Wilfried Horst von der Waldhotel Göhren GmbH, der auch das Grundstück am Stabenweg gehört. „Wir stehen zurzeit in Verhandlung mit zwei unterschiedlichen Betreibern, die für dieses Projekt prädestiniert sind und erstellen die von ihnen geforderten Unterlagen und Rahmenbedingungen“, sagt Horst.

OZ-Bild

Investor Wilfried Horst will Einrichtung erst bauen, wenn Stabenweg-Siedlung entsteht / Raumordnungsamt sieht Wohnraumbedarf mit „Hövt“-B-Plänen aber schon gedeckt

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Die erste Voraussetzung sei, dass mindestens acht Einfamilienhäuser für Ärzte und führende Mitarbeiter und ein Haus mit mindestens zwölf kleinen Appartements für Auszubildende zur Verfügung gestellt werden. „Solange wir diese Anforderung, die an uns gestellt wird, nicht erfüllen können, wird es keinen Klinikbau geben.“ Zurzeit würden jedoch parallel die erforderlichen Anfragen bei den Behörden zur Entnahme des Ostseewassers für die verschiedenen Therapiebecken laufen und die notwendigen Bodengutachten erstellt werden.

Wilfried Horst hatte im März angekündigt, dass die Waldhotel GmbH eine Klinik (vier Voll- und zwei Staffelgeschosse) für essgestörte Kinder und Jugendliche (rund 130 Betten und 60 Mitarbeiter) bauen will, um diese dann 25 Jahre an eine überregional tätige Klinikgesellschaft aus Süddeutschland zu verpachten (die OZ berichtete). In ihrer Mai-Sitzung hatte die Göhrener Gemeindevertretung grünes Licht für das Vorhaben gegeben und dem Satzungsbeschluss des B-Planes „Kliniken am Südstrand“ zugestimmt. Auf dem Areal will auch eine Ärztegemeinschaft eine Augenklinik (rund 70 Betten und 45 Mitarbeiter) errichten. Diese Investoren haben ebenfalls Bedarf an Wohnraum für ihr Personal angekündigt. Und inzwischen vier Grundstücke in Neuensien gekauft, um dort Häuser für ihre Mitarbeiter zu bauen, weiß Bürgermeister Wolfgang Pester. Zudem seien die Ärzte mit den Investoren an der Hövtstraße im Gespräch für möglichen weiteren Grundstückserwerb.

Dass mit den beiden B-Plänen Nr. 12 „Wohngebiet an der Hövtstraße“ und Nr. 16 „Siedlung am Hövt“ der Bedarf an Wohnraum in Göhren eigentlich schon gedeckt wäre, hatte das Amt für Raumordnung und Landesplanung angezeigt und damit das B-Plan-Verfahren für das umstrittene Wohngebiet am Stabenweg erst einmal gestoppt. Mit den geplanten 81 Wohneinheiten am Hövt verfüge die Gemeinde mittelfristig über ausreichend Wohnkapazitäten. Wenn die Behörde aber einen sichtbaren Fortschritt beim Klinikbau sehe, sei sie bereit, sich noch einmal mit dem Thema Stabenweg zu beschäftigen, gibt Bürgermeister Wolfgang Pester den Inhalt eines Schreibens an die Gemeinde wieder. Auch sei eine Betreiberkonzession für die Klinik nachzuweisen. Gleichzeitig räumt der Bürgermeister ein, dass sich die Investoren in der Hövtstraße mit der Entwicklung Zeit nehmen: „Es werden noch keine Grundstücke verkauft.“ Für die Gemeinde sollen einmal neun Parzellen für Eigenheime und drei Häuser mit je sieben Wohnungen vorgehalten werden.

„Die Gemeinde hat mehrheitlich den Beschluss zur Bebauung des Stabenweges gefasst. Sobald hier Baurecht besteht, werden wir das Klinik-Projekt weiter forcieren. Sollte es kurzfristig zu keiner befriedigenden Lösung kommen, wird sich der Betreiber für einen anderen Standort entscheiden. Es liegt ganz allein an unserem Bürgermeister, ob die genannten Voraussetzungen schnellstens erfüllt werden“, sagt Wilfried Horst.

„Herr Horst hat schon vor meiner Amtszeit zwei Jahre lang versucht, den Stabenweg in der Gemeindevertretung unterzukriegen. Im Dezember 2014 wurde der B-Plan mit meiner Stimme aufgestellt, bei meiner Enthaltung hätte es ihn nie gegeben“, betont Pester.

Auf der jetzigen Ackerfläche am Stabenweg will die Waldhotel GmbH nach eigenen Angaben nicht selbst investieren. Auf dem Areal sollen 33 Parzellen für Ein- bis Zweifamilienhäuser zum Kauf angeboten werden – keine Ferienwohnungen. Außerdem sind zwei Häuser mit jeweils acht Wohnungen für Mieter geplant. Für Familien soll es Rabatte geben. Um Spekulationen vorzubeugen, soll bei einem Weiterverkauf in den nächsten zehn Jahren ein Mehrerlös an die Gemeinde abgeführt werden, hatte Horst mehrfach betont. Doch weil laut eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs das so genannte Einheimischenmodell gegen das Gleichheitsprinzip verstoße, sei dies nicht rechtssicher, argumentieren Kritiker wie die Bürgerinitiative für ein Lebenswertes Göhren.

Für Bürgermeister Wolfgang Pester gäbe es nur einen Weg für den Stabenweg: „Nur wenn sichergestellt ist, dass die Gemeinde Mitspracherecht hat und die Grundstücke nicht überregional veräußert werden, was auch die Raumordnungsbehörde fordert.“ Wenn schon im Außenbereich gebaut werde, dann müsse die Gemeinde davon partizipieren.

Für Wilfried Horst steht fest: „Grundstücke an einem anderen Standort, als der Stabenweg, werden wir nicht teuer erwerben, um dann diese zu bebauen.“ Sollte dies scheitern, werde das Grundstück am Südstrand anderweitig verwertet, so wie es der B-Plan hinreichend zulasse.

Das 2500 Quadratmeter große Gewerbegrundstück wurde kurzzeitig schon via Internet zum Verkauf angeboten für 500000 Euro (Makler: LBS). Daraufhin wurden im Ort sofort Stimmen laut, dass aus dem Klinikbau ein Hotel werden könnte. „Das ist laut B-Plan gar nicht zulässig“, betont Wolfgang Pester, da bei jeder Nutzungsänderung weg von der Klinik ein neuer B- Plan durch den Investor mit neuen Zustimmungen von den Ämtern zu erarbeiten sei.

Gerit Herold

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