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Über 100 Bäume fallen zwischen Strüssendorf und Ralswiek

Ralswiek Über 100 Bäume fallen zwischen Strüssendorf und Ralswiek

Die B 96 soll vom nächsten Jahr an verbreitert und der Abzweig Jarnitz ausgebaut werden / Während der Arbeiten wird der jeweilige Abschnitt voll gesperrt

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Mehr als 100 Bäume, die von Strüssendorf bis Ralswiek zwischen Fahrbahn und Radweg stehen, sollen gefällt werden. Archiv-

Quelle: Stefan Sauer

Ralswiek. Im kommenden Frühjahr soll mit der Verbreiterung der B 96 zwischen Strüssendorf und Ralswiek begonnen werden. Dieser Termin werde derzeit angestrebt, sagte Ralf Sendrowski, Leiter des Stralsunder Straßenbauamtes. Derzeit werden die Pläne aus dem Jahr 2012 noch einmal überarbeitet – allerdings nur in kleineren Details. So soll beispielsweise die Trasse in Teilbereichen leicht verschoben werden, zum Beispiel beim Chausseehaus. Dort wird der Fahrbahnrand bis zu 4,20 Meter vom jetzigen Verlauf am Gebäude abgerückt. Bislang waren es nur bis zu drei Meter.

OZ-Bild

Die B 96 soll vom nächsten Jahr an verbreitert und der Abzweig Jarnitz ausgebaut werden / Während der Arbeiten wird der jeweilige Abschnitt voll gesperrt

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Eine der wichtigsten Änderungen betrifft das Profil der Fahrbahn. Im ursprünglichen Entwurf war vorgesehen, dass die neue Straße einseitig nach Westen (Richtung Chausseehaus) geneigt sein wird. Die dortigen Chausseebäume sollen erhalten bleiben. Nach dem Ausbau der Trasse von derzeitigen Breiten zwischen 5,60 bis 6,25 auf einheitlich 7,50 Meter wird deutlich mehr Regenwasser anfallen. Die Gräben auf der Westseite müssten tiefer und breiter ausfallen, als sie es derzeit sind. Dadurch würden die Wurzeln der verbleibenden Bäume in Mitleidenschaft gezogen. Bei einer „Dachneigung“, wie sie nun geplant ist, fließt das Regenwasser an beiden Seiten von der Fahrbahn und verteilt sich gleichmäßig.

Das Bild der jetzigen Allee wird sich mit dem Ausbau gründlich ändern. Die Baumreihe zwischen dem Radweg und der Straße wird verschwinden – und damit insgesamt mehr als 100 alte Alleebäume. Die Zukunft der Bäume war der Hauptknackpunkt im Streit um den Ausbau dieser Fläche, dem nicht nur Umweltverbände, sondern auch viele Rüganer und Urlauber mit Skepsis begegnen. Bei ersten so genannten Planfeststellungsverfahren, mit dem das Baurecht für die Straße geschaffen wurde, hatten die Gegner im Jahre 2012 innerhalb kürzester Zeit 5000 Unterschriften zum Erhalt der Allee gesammelt und Alternativen gefordert. Die zuständigen Behörden entschieden sich dennoch für diese Lösung, die mit Kosten von seinerzeit rund 2,8 Millionen Euro eine der günstigsten war.

„Wir haben damals relativ spät von den laufenden Planungen erfahren“, sagt Katharina Brückmann, Alleenschutzexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schwerin. Verbände wie ihrer oder auch der Nabu hätten seinerzeit kaum Zeit gehabt, sich an dem Verfahren zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund sei es gut, dass es jetzt ein weiteres Planfeststellungsverfahren zum Ausbau gebe. Derzeit befasse man sich beim BUND intensiv mit dem Papier. Ende der Woche soll die Stellungnahme fertig sein.

Vermutlich wird auch darin wieder die Frage nach dem Sinn des Ausbaus gestellt. Mit dem Vorhaben beschäftigt sich das Straßenbauamt seit 1990. Der rund 2,8 Kilometer lange Abschnitt entspreche nicht den Straßen-Normen, sind zu schmal und ein Unfallschwerpunkt, heißt es in der Begründung. Dort stützt man sich unter anderem auf über zehn Jahre alte Unfallzahlen (2004 bis 2006). Im Jahre 2005 beispielsweise gab es auf dem Abschnitt 35 Unfälle, bei denen ein Mensch getötet, neun schwer und sechs leicht verletzt wurden. Kollisionen mit einem Straßenbaum kamen fünfmal vor; 13 Wildunfälle weist die Statistik aus. Das aktuelle Zahlenwerk sieht anders aus: Zehn Unfälle haben sich 2015 ereignet, niemand wurde getötet oder schwer verletzt, niemand landete an einem Straßenbaum. Es gab – wie vor zehn Jahren – sechs Leichtverletzte und im Gegensatz zu 2005 nur drei Wildunfälle auf dieser Strecke.

Doch sie gilt den Straßenbauern nach wie vor als unübersichtlich und gefährlich. Aus diesem Grund soll es unter anderem Leitplanken zwischen dem Fahrbahnrand und der verbleibenden Baumreihe geben.

Der Abzweig Jarnitz bekommt eine Spur für die Linksabbieger, die sich dort bislang vor allem zur Saison der Störtebeker-Festspiele stauen. An den Abzweigen sowie in den Kurvenbereichen gilt weiterhin das Überholverbot und auch künftig Tempo 80. Lediglich auf einem kleinen Abschnitt wird nach dem Ausbau Tempo 100 erlaubt sein.

Gebaut wird in drei Abschnitten jeweils außerhalb der Hochsaison. Mit welchem Abschnitt begonnen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass sich die Rüganer und Gäste auf erhebliche Behinderungen und lange Umwege einstellen müssen: Während des Baus wird der jeweilige Abschnitt voll gesperrt. Der Verkehr soll großräumig über Bergen, Karow und Mukran umgeleitet werden. Dazu soll an der jetzigen Kreuzung in Karow ein provisorischer Kreisverkehr entstehen.

Maik Trettin

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