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Ummantelung von Erdgasröhren soll im Sommer beginnen

Mukran Ummantelung von Erdgasröhren soll im Sommer beginnen

Wasco hat das frühere Rohrummantelungswerk im Hafen Mukran von Eupec übernommen. Im Sommer soll es den Betrieb aufnehmen und bis zu 120 000 Rohre für die Erdgasleitung Nordstream 2 beschichten.

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Entladen eines Güterzuges, der aus Mülheim/Ruhr 148 Stahlrohre nach Mukran gebracht hat. Die zwölf Tonnen schweren Rohre sollen hier im Werk von Wasco ummantelt werden. Für die Erdgasleitung Nordstream 2 werden rund 120 000 solcher Rohre gebraucht.

Quelle: Maik Trettin

Mukran. Gerard Vogel sieht auf den grauen Horizont und klappt den Kragen der Arbeitsjacke hoch. „Hier ist es immer windig“, sagt er mit französischem Akzent und zieht die Stirn kraus. „Furschtbar“, schiebt er lachend und augenzwinkernd hinterher und setzt den Schutzhelm auf. Dass der Elsässer trotzdem immer wieder kommt, hat mit Erdgas und seiner Arbeit zu tun. Er hat von 2007 bis 2012 das damalige Eupec-Werk in Mukran geleitet, das die Röhren für die Erdgasleitung Nord-Stream beschichtet hat. Jetzt leitet der 64-Jährige das gleiche Werk – nur heißt es diesmal Wasco und die Erdgasleitung, für die es produzieren soll, Nord Stream 2.

DCX-Bild

Wasco hat das frühere Rohrummantelungswerk im Hafen Mukran von Eupec übernommen. Im Sommer soll es den Betrieb aufnehmen und bis zu 120 000 Rohre für die Erdgasleitung Nordstream 2 beschichten.

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Noch ist die Pipeline auf dem Meeresboden zwischen dem russischen Wyborg und Lubmin bei Greifswald ein politischer Zankapfel. Grünes Licht für den Bau gibt es derzeit noch nicht. Dass das Projekt scheitert, glaubt offenbar niemand ernsthaft. Was, wenn doch? Gerard Vogel zuckt die Schultern: „Dazu kann ich nichts sagen. Wir liefern nur die Rohre.“Und zwar jede Menge. Rund 120 000 Stück sollen auf Spezialschiffen zusammengefügt und auf dem Ostseegrund verlegt werden. In Mukran werden die Rohre mit einer speziellen Ummantelung versehen, die ihre Außenhaut verstärkt, ohne ihr die Elastizität zu nehmen. Dass das möglichst nahe am Verlegeort geschieht, liegt in dem Transport begründet: Der Betonmantel lässt das Gewicht einer Röhre von 12 auf 24 Tonnen wachsen. Deshalb werden die „leichten“ Stahlrohre aus dem Werk in Mülheim per Bahn an die Küste gebracht und erst hier „veredelt“.

Knapp 600 Rohre täglich kommen per Bahn auf die Insel

Täglich fahren von dem Werk an der Ruhr zwei voll beladene Güterzüge in Richtung Norden ab. Mit jedem Zug rollen 148 Stahlröhren bis nach Mukran. Gerade wieder kommt einer an. Ein Spezialfahrzeug greift in die offenen Enden zweier Rohre, die auf dem Waggon nebeneinander liegen. Sie werden leicht angehoben, ein Lastwagen fährt mit seinem Auflieger darunter, stoppt, die Rohre werden abgelegt und befestigt und zur Gütekontrolle gefahren. „Wir nehmen jede Röhre, die hier ankommt, genau unter die Lupe“, versichert Gerard Vogel. Die, die die Prüfung bestanden haben, kommen auf einen der zahlreichen Lagerplätze im Hafengelände und warten darauf, dass sie im Werk ihren maßgeschneiderten „Mantel“ bekommen.

Doch das wird noch etwas dauern. „Wir werden das Werk voraussichtlich im Sommer in Betrieb nehmen“, schätzt der Leiter. Bis dahin laufen die Vorbereitungen, mit denen im Sommer vergangenen Jahres begonnen wurde. Und obwohl bislang noch nicht ein Rohr für Nordstream 2 ummantelt wurde, herrscht hier rege Betriebsamkeit: „Gegenwärtig arbeiten genau 101 Mitarbeiter für das Projekt hier vor Ort in Mukran“, sagt Gerard Vogel. Rund ein Viertel von ihnen kennt sich in dem Geschäft bestens aus, weil sie bereits unter Eupec in Mukran Rohre für die Erdgasleitung ummantelt haben. Daneben sind derzeit viele Mitarbeiter der Maschinenbauunternehmen vor Ort, um die Anlagen zu warten und zu optimieren. Denn auch wenn sich an der Ummantelung prinzipiell nichts ändert – „Die Abläufe sollen einfacher und sicherer werden“, kündigt der Werksleiter an.

Personal ist in der Hochsaison Mangelware

Der ist gerade dabei, sich die Mannschaft für diesen Auftrag zusammenzustellen. „Wir stellen gerade die erste Schicht auf, die voraussichtlich ab dem Sommer die Arbeit aufnehmen wird.“ Rund 150 Leute werden dann direkt bei Wasco oder über Leiharbeitsfirmen mit der Ummantelung beschäftigt sein. Dazu kommt noch einmal die zweite Schicht mit rund 90 Leuten. Derzeit laufen das Training und die Schulungsmaßnahmen für einen Teil der künftigen Kollegen. Schlosser, Kran- und Lkw-Fahrer werden ebenso gebraucht wie Produktionshelfer. „Es ist nicht einfach, genügend Personal für diese Aufgabe zu finden“, sagt Gerard Vogel. Zumal gerade im Sommer begonnen werden soll, wenn das Gros der Rüganer jede Menge Arbeit hat – und es kaum freie Quartiere gibt. Letzteres wundert den Franzosen nicht. „Die Insel ist wunderschön, ich komme immer wieder gern hierher“, sagt er und fügt nach einer kurzen Pause verschmitzt hinzu: „Auch wenn es hier immer so windig ist.“

Maik Trettin

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