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Vermieter: Neue Regelung ist Abzocke

Binz Vermieter: Neue Regelung ist Abzocke

Fremdenverkehrsverein Binz will An- und Abreise als einen Berechnungstag behalten

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Tourismusflaggschiff Binz: Im letzten Jahr wurden im größten Ostseebad der Insel 2,51 Millionen Übernachtungen gezählt.

Quelle: Foto: Gerit Herold

Binz. Die geplante Änderung der Kurabgabe in Binz sorgt bei Vermietern im Ort für Empörung. Vor allem, dass der Gast im größten Ostseebad der Insel jeweils für den Anreise- und den Abreisetag volle Kurtaxe bezahlen soll (die OZ berichtete), stößt den Gastgebern mächtig auf. Bisher galt die An- und Abreise als ein Berechnungstag.

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Fremdenverkehrsverein Binz will An- und Abreise als einen Berechnungstag behalten

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„Nach dem Zeitungsartikel haben wir gleich ganz viele Anrufe bekommen und um die 80 E-Mails. Fast 100 Prozent haben dabei diese neue Regelung abgelehnt, etliche über Abzocke geschimpft“, erklärt Ronald Rambow, Vorstandsvorsitzender des Binzer Fremdenverkehrsvereins. Der Verein vertritt im Ostseebad 289 Mitglieder – vom Kleinvermieter bis zum großen Hotel. Die gewerblichen und privaten Vermieter hätten jetzt von ihrem Vereinsvorstand ein öffentliches Statement zu den neuen Regelungen gefordert, so Rambow.

„Viele Gäste reisen erst am Nachmittag an und morgens um 10 Uhr oder noch früher wieder ab und können die Leistungen der Kurkarte an diesem Tag somit gar nicht in Anspruch nehmen“, hat auch seine Stellvertreterin Ina Kurowski von vielen Gastgebern Unverständnis erfahren. Man könne das dem Gast nicht vermitteln. Zudem kassiere Binz doppelt, wenn jeweils ein Anreisender und ein Abreisender an einem Tag voll bezahle.

Ab Mai sollen die Gäste in Binz das ganze Jahr über 2,60 Euro Kurtaxe zahlen, es gibt keine Unterteilung in Haupt- und Nebensaison mehr. Zudem werden die beiden bisherigen Erhebungsgebiete aufgehoben, es gibt nur noch eine Zone. Der Betriebsausschuss Kurverwaltung hat den Änderungen in seiner letzten Sitzung zugestimmt, die Gemeindevertretung muss sich noch positionieren.

Bisher zahlen Gäste in Binz von Mai bis Oktober (Hauptsaison) 2,60 Euro, von November bis April (Nebensaison) 1,50 Euro. Dies betrifft den Kurbereich I, der den Ortsbereich Binz südlich der Campingplätze (Meier und Bundeswehrsozialwerk) umfasst. Im Kurbereich II der Campingplätze im Ortsteil Prora sind 2 Euro beziehungsweise 1 Euro in Haupt- und Nebensaison fällig.

Ein Beispiel: Bisher zahlte ein Gast im April für zehn Tage Urlaub (in der Nebensaison) 13,50 Euro. Künftig müsste er 26 Euro bezahlen. „Das sind fast 100 Prozent mehr“, rechnet Vorstandsmitglied Norbert Diener vor. „Grundtenor bei unseren Vermietern ist, dass man bei der Vor- und Nachsaison bleiben will“, so Diener. Es sei zudem äußerst „kontraproduktiv“, wenn die Gastgeber im Winter mit den Preisen nach unten gehen, um Gäste anzulocken und gleichzeitig die Kurtaxe angehoben wird. In der bisherigen Nebensaison seien die Angebote eindeutig geringer und mit hohen Gebühren verbunden wie Fotopirsch oder Radwandern und für Kinder gäbe es fast gar nichts, so Diener. Auch der Zeitpunkt der Kurabgabeänderung sei für dieses Jahr viel zu spät. Viele Gäste hätten bereits gebucht zu den alten Konditionen. Die unangenehme Aufgabe, dies zu korrigieren, bleibe nun an den Vermietern hängen, kritisiert Ina Kurowski.

Darüber ist auch Peter Meier stinksauer. „Die Erhöhung des Kurbeitrages entbehrt jeder Grundlage“, schimpft der Campingplatzbetreiber in Prora und bezieht sich vor allem auf die geplante Zusammenlegung von zwei auf nur noch ein Erhebungsgebiet, wovon er unmittelbar betroffen ist. Sein Campingplatz liegt bisher in der Zone II mit geringerer Abgabe. „Seit 1990 gibt es zwei Bereiche, seither hat sich hier aber auch nichts getan“, so der 67-Jährige, dessen 4-Sterne- Anlage von April bis Oktober geöffnet ist und jährlich rund 18000 Übernachtungen und viele internationale Gäste zähle. „Es macht Spaß. Aber ich bin Rentner und schuldenfrei, ich muss das auch nicht mehr machen. Dann hat das Binz eben mal nicht mehr“, so Meier.

„Wir hätten uns gewünscht, dass mit den Vermietern im Vorfeld geredet worden wäre. Viele beklagen, dass sie von nichts wussten. Dass wir mehr Einnahmen brauchen für Investitionen in Prora, das ist klar, aber wie diese erzielt werden können, dazu hätten wir uns gerne an der Diskussion beteiligt. Wir stehen an vorderster Front und sehen, wie das Preis-Leistungs- Verhältnis beim Gast ankommt“, moniert Ronald Rambow. Gehe es nach dem Großteil der Vermieter, so hätte man lieber eine generelle Erhöhung der Kurabgabe auf beispielsweise 2,90 Euro beziehungsweise in der Nebensaison auf 1,90 Euro gesehen. Auch könnte man die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr als Hochsaison deklarieren. Ebenso könnte man die Abgabe für Hunde von 50 Cent auf einen Euro anheben. Die Debatte dränge auch wieder einmal die Forderung auf, endlich eine Gesamtkurkarte für Rügen einzuführen, so Rambow.

Den Binzer Fremdenverkehrsverein gibt es seit 1990. Er vertritt 8500 von insgesamt 15000 Betten im Ort. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Buchung und Vermittlung von Unterkünften.

Gerit Herold

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