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Vogelgrippe-Verdacht in Geflügelhaltung bei Barth

Thiessow/Stralsund Vogelgrippe-Verdacht in Geflügelhaltung bei Barth

Der H5N8-Virus bringt die Veterinärämter in Vorpommern ins Schwitzen / Thiessow ist bereits Beobachtungsgebiet

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Auch Thiessow auf Rügen gehört zum Beobachtungsbezirk, nachdem auf dem Ruden tote Vögel gefunden worden sind. FOTO: STEFAN SAUER/DPA

Thiessow/Stralsund. In einer kleinen Geflügelhaltung bei Barth könnte die Vogelgrippe ausgebrochen sein. Mitarbeiter des Kreis-Veterinäramtes von Vorpommern-Rügen haben gestern in einer Hobbyhaltung mehrere tote Tiere gefunden. Nach Einschätzung der Gesamtsituation hätten die Experten einen Verdacht auf Geflügelpest amtlich festgestellt, sagte Kreissprecher Olaf Manzke.

Angaben zur Größe der Tierhaltung, zur Tierart und dem Ort machte der Kreis nicht. Sämtliche Maßnahmen zum Schutz vor einer möglichen Ausbreitung seien eingeleitet worden. Die Kadaver werden zunächst im zuständigen Landesamt untersucht. Sollte sich dort der Verdacht bestätigen, erfolgen weitere Untersuchungen am Loeffler-Institut auf Riems. Das Federvieh muss wegen der Vogelgrippe landesweit in den Stall. Ob der Hobbygeflügelhalter bei Barth alle Schutzmaßnahmen eingehalten hatte, war bislang offen.

Für die Veterinärbehörden in den Vorpommern-Kreisen ist die Kontrolle der Stallpflicht derzeit ein Kraftakt. „Wir haben zehn Mitarbeiter im zuständigen Fachbereich und 4030 Kilometer Straßen im Landkreis“, verdeutlichte Manzke die Situation. Deshalb setzt der Kreis auf Amtshilfe durch die örtlichen Ordnungsbehörden und auch auf Hinweise von Nachbarn. Im Kreis Vorpommern-Rügen werden 2,39 Millionen Stück Federvieh gehalten.

Ein ähnliches Bild in Vorpommern-Greifswald: Von den 25 Mitarbeitern der Veterinärbehörde arbeiten zehn in der Tierseuchenbekämpfung. „Diese Zahlen machen deutlich, dass wir in unserem Zuständigkeitsgebiet von knapp 4000 Quadratkilometern die flächendeckende Kontrolle nicht allein gewährleisten können“, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim. Bei rund 7000 Einzelhaltungen im Kreis, davon rund 20 größeren Betrieben, sei die Zusammenarbeit mit den örtlichen Ordnungsbehörden die „einzig pragmatische“ Vorgehensweise, so Froitzheim weiter.

Der Landrat von Vorpommern-Rügen, Ralf Drescher (CDU), wies unterdessen Vorwürfe von Umweltminister Till Backhaus (SPD) zurück, nicht angemessen auf die Seuche zu reagieren (die OZ berichtete). „Der Minister muss mich nicht zum Handeln auffordern – im Gegenteil“, sagte Drescher. Bereits drei Tage vor dem Land sei für den Kreis die Stallpflicht angeordnet worden. Die Zusammenarbeit der Behörden klappe gut.

Wie Vorpommern-Greifswald ist auch der nördliche Nachbarkreis neben den bekannten Großmastanlagen durch viele Kleinhaltungen geprägt. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Ordnungsbehörden sei sinnvoll. Denn diese wüssten am besten, auf welchem Hinterhof noch Hühner gehalten würden, sagte Manzke. Erste Verstöße gegen die Stallpflicht seien inzwischen festgestellt worden. Auf Rügen wurden Sperr- und Beobachtungsgebiete eingerichtet, nachdem im Osten der Insel ein Mäusebussard mit dem H5N8-Erreger gefunden worden war.

Unterdessen werden in der Region weiter Wildvogel-Kadaver gefunden – wie auf der Greifswalder Oie und dem Ruden. Auf der Oie wurden bis gestern 127 Kadaver, auf dem Ruden 148 Tiere, eingesammelt, wie Thorsten Harder, Chef des Vereins Jordsand sagte. „Zum Glück ist die Zahl langsam rückläufig“, gab er leichte Entwarnung. Die Vogelgrippe auf dem Ruden hat zur Folge, dass die Rügener Gemeinde Thiessow inzwischen zum zehn Kilometer großen Beobachtungsgebiet gehört. Per Schiff wurden die Kadaver am Dienstag säckeweise aufs Festland gebracht, wo sie untersucht werden sollen.

Martina Rathke

OZ

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Stralsund/Ribnitz-Damgarten/Grimmen/Bergen
Hühner in Vorpommern-Rügen dürfen wegen der Vogelgrippe seit gestern nicht mehr draußen herumlaufen.

Bürger hatten sich über laxen Umgang der Behörden im Kreis Vorpommern-Rügen mit ihren Hinweisen zu toten Tieren beschwert.

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