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Von Klönsnack bis Heringsfilet

Putbus/Baabe Von Klönsnack bis Heringsfilet

Mehr Veranstaltungen und Akteure bei der Neuauflage der Rügener Fisch(er)tage Ende April

Putbus/Baabe. Rügens Gäste mögen Fisch. Die Gastronomen wissen das. Doch oft haben die Meerestiere auf dem Teller eine deutlich längere „Anreise“ hinter sich als die Restaurantbesucher und dabei kein Rügener Fischernetz gesehen. Um Fische aus der Ostsee vor Rügen sowie aus den Boddengewässern der Insel und um die Menschen, die sie fangen und verarbeiten, geht es ab Ende April bei den Rügener Fisch(er)tagen.

Die hatten im vergangenen Jahr ziemlich geräuschlos Premiere gefeiert. Der Werbeetat war klein, die Idee neu und es gab zwar zahlreiche Restaurants, die mitmachten, aber lediglich eine Veranstaltung.

Das wird bei der diesjährigen Auflage anders sein, kündigt Dagmar Meinen an. Sie ist Dezernentin im Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Im dortigen Aktionsplan ist der Erhalt der Küstenfischerei als ein Ziel festgeschrieben. Das wollen die Akteure unter anderem dadurch erreichen, dass die lukrative Direktvermarktung des Fischs angekurbelt wird, die Fischer also bessere Kontakte zu potenziellen Abnehmern knüpfen und so höhere Erlöse für ihre Fänge erzielen als bei den Großhändlern.

Die Nachfrage nach Fisch, der vor Rügens Küsten frisch gefangen wurde, ist groß. „Die Gäste fragen immer wieder danach“, sagt Uta Donner. Sie ist Tourismusdirektorin in Baabe. Das Ostseebad gehört zu denen, die die Idee von Anbeginn an aktiv unterstützen. „Uns ist das eine Herzensangelegenheit“, begründet Donner das Engagement der Mönchguter. Auf der Halbinsel gebe es noch relativ viele Fischer.

„Das gilt es zu bewahren und auf die Situation des Berufsstandes aufmerksam zu machen.“

In Baabe werden die Fisch(er)wochen am 28. April eröffnet. Auf einer Länge von rund 400 Metern wird es eine Freiluft-Ausstellung auf der Promenade geben. Zwischen dem Insel-Paradies und dem Fischerstrand sind Porträts zu sehen, die Rügener Fischer und ihre Mitarbeiter bei der Arbeit zeigen. Die 32 Bilder, die bis in den Herbst hinein gezeigt werden, sind mit so genannten QR-Codes versehen. Wer diese mit dem Smartphone scannt, kann sich Videos zur Arbeit der Fischer herunterladen. Am Eröffnungstag werden die Fischer die Besucher am Baaber Strand mit kleinen Leckereien überraschen sowie Fragen und Antworten zur Fischerei auf Rügen beantworten.

Für Roberto Brandt und viele seiner Berufskollegen ist das nichts Neues. Wenn sie am Baaber Ostseestrand ihren Fang anlanden, Heringe puken oder die Netze reparieren, bleiben immer wieder Spaziergänger stehen. „Die Leute interessieren sich doch sehr für unsere Arbeit“, sagt der Baaber Fischer. Sie wollen nicht nur wissen, wie der Fang war, sondern auch, wie der Erlös ist und ob die Fischer davon leben können. „Die freuen sich, dass es unseren Berufsstand noch gibt.“

Und sie möchten das, was morgens angelandet wurde, gern abends frisch auf dem Teller sehen. Roberto Brandt bietet Fisch in seinem eigenen Lokal an. „Je nach Saison“, sagt er. Wann was gefangen werde, müsse man den Gästen aber auch erklären. „Der Hecht hat jetzt zum Beispiel Schonzeit. Der steht zu den Fisch(er)tagen bei uns nicht auf der Speisekarte“, sagt er. Auf die Flunder müssten die Fischesser noch bis etwa Juni warten, wenn sie sie frisch verspeisen wollen. „Aber die Heringssaison läuft ganz gut. Und Ende April, Anfang Mai könnte es auch schon den ersten Steinbutt oder Hornfisch geben.“ Und wenn die Ausbeute aus See mal nicht so groß war? „Dann muss man einen anderen Fischer kennen, bei dem man was dazukaufen kann“, sagt Brandt. Ohne Verbindungen zu Kollegen sei man aufgeschmissen.

Wer mehr darüber wissen möchte, für den sind die Rügener Fisch(er)tage eine gute Gelegenheit, um sich bei den Akteuren selbst zu informieren. Roberto Brandt beispielsweise lädt am 3. Mai ab 18 Uhr zum Klönsnack in sein Baaber Restaurant „Zum Fischer“ an der Bollwerkstraße ein.

Maik Trettin

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