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Vorpommerns Händler sauer über Münz-Gebühr

Stralsund Vorpommerns Händler sauer über Münz-Gebühr

Für Geschäfts- und Privatkunden werden bei der Einzahlung von Münzgeld bei der Sparkasse Vorpommern drei Prozent Gebühren fällig

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Münzen nicht erwünscht? Die Händler zahlen drauf.

Quelle: Fotos: Wbk

Stralsund. Drei Prozent der Einnahmen, die Unternehmer in Form von Münzen bei der Sparkasse Vorpommern einzahlen, müssen die Händler jetzt an das Kreditinstitut abgeben. „Das ist nicht in Ordnung“, sagt Bernd Petera. Der Unternehmer, der mit seinem Wurststand jede Woche auf dem Neuen Markt steht, hadert öfter mit den Münzen. „Die Kunden suchen natürlich gern auch mal die Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Stücken raus, um ihre Tasche zu erleichtern, was ich auch verstehen kann. Die kann ich aber nicht wieder als Wechselgeld loswerden. Davon wären die Kunden sicher nicht begeistert“, so Petera.

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Für Geschäfts- und Privatkunden werden bei der Einzahlung von Münzgeld bei der Sparkasse Vorpommern drei Prozent Gebühren fällig

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Die aufwändigere Bearbeitung und damit höheren Kosten als Begründung der Bank für die Gebührerhebung, hält der Händler für fragwürdig. „Es ist doch tatsächlich die Servicewüste Deutschland.

Eigentlich sollte doch jeder bemüht sein, seine Kundschaft zu halten. Die Sparkasse scheinbar nicht. Diese Gebühr mit der Überprüfung des Geldes zu begründen, ist scheinheilig“, ärgert sich der Stralsunder. Er selbst hat das Kreditinstitut bereits gewechselt.

Bislang konnten Sparkassenkunden ihre Münzen kostenlos und jederzeit am Automaten einzahlen. Das geht nun nicht mehr. Jetzt müssen sie an den Schalter, wo ihre Münzen von Mitarbeitern in sogenannten Safebags (englisch für „sichere Verpackung“) verstaut und an einen Gelddienstleister weitergeleitet werden. Für Zählung und Prüfung des Münzgeldes werden von der Sparkasse drei Prozent der eingezahlten Summe wieder abgebucht, mindestens jedoch drei Euro. Befreit sind davon lediglich Kinder, die den Inhalt ihres Sparschweins auf ein eigenes Konto einzahlen. Mit diesem Satz zählt die Sparkasse Vorpommern in der Region zu den Spitzenreitern.

Dabei beruft sich die Sparkasse auf die zum 1. Januar 2015 in Kraft getretene Verordnung zur Münzgeldbearbeitung, wie Kati Ambrosat von der Sparkasse Vorpommern erklärt. „Danach haben die Kreditinstitute sicherzustellen, dass Münzen, die sie erhalten haben und wieder in Umlauf geben wollen, einer Prüfung auf Echtheit und Eignung für den Umlauf zu unterziehen sind“, so die Sprecherin der Sparkasse.

Auch die Privatkunden trifft die Gebühr hart. Bisher war es für die Stralsunderin Isolde Meier üblich, hin und wieder ihr Kleingeld zur Sparkasse zu bringen. „Da ich nicht gerne so viel Kleingeld in der Tasche habe, sammle ich das dann zu Hause“, erklärt die 60-Jährige. Plötzlich wurde mit der Einzahlung auf ihr Konto die Mindestgebühr von gleich drei Euro fällig. „Das ist eine Schweinerei, das ist mein Geld. Wozu zahle ich eine Kontoführungsgebühr“, fragt sich die Stralsunderin.

Andere Händler, wie Alexander Becker, üben sich darin, ihre Münzen anderweitig wieder loszuwerden. „Wenn ich merke, dass ich zu viele Münzen habe, gebe ich auch an die Kunden das Wechselgeld mal mehr in Eurostücken raus und wenn ich zu wenig habe, frage ich danach. So bemühe ich mich, meinen Kleingeldbestand konstant zu halten“, sagt Becker. Für ihn macht es sich aber auch bezahlt, mit seinem Fleisch- und Gemüsestand sein eigener Chef auf dem Markt zu sein. „Ich runde die Preise für meine Kunden“, sagt der Händler.

Dietrich Küssner erinnert sich da an andere Zeiten. „Die Sparkasse war früher mal das Kreditinstitut, dessen Maxime es war, möglichst nah am Kunden zu sein. Diese Aktion läuft wohl aber in die entgegengesetzte Richtung“, meint der 75-Jährige.

Von Wenke Büssow-Krämer

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