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Windpark stört Friedwald

Gingst Windpark stört Friedwald

Der geplante Bau von Windrädern in der Nähe von Gingst treibt die Einwohner auf die Barrikaden. Sie monieren nicht allein das Vorhaben an sich, sondern auch die mangelnde Transparenz in dem Verfahren. Ihrem Unmut machten sie auf der Sitzung der Gemeindevertretung Luft.

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Nicht alle der etwa 60 bis 70 Bürger, die an der Sitzung des Gingster Gemeinderats vom vergangenen Montag teilnehmen wollten, fanden Platz im Sitzungsraum der Gemeinde. FOTOS (3): UWE DRIEST

Gingst. „Mit Entsetzen haben wir erfahren, dass die geplante 35 Hektar große Riesenwindkraftanlage zwischen Gingst und Pansevitz anstatt nicht gebaut zu werden, nun sogar auf rund 80 Hektar mehr als verdoppelt werden soll. Nach unseren Informationen ist geplant, mindestens 15 Windräder bis zu 200 Metern Höhe aufzustellen“, schrieb die flugs gegründete Bürgerinitiative „Für eine intakte Natur (F.E.I.N.) ohne Windgiganten“ in ihrem Aufruf zum Widerstand gegen entsprechende Pläne.

OZ-Bild

Der geplante Bau von Windrädern in der Nähe von Gingst treibt die Einwohner auf die Barrikaden. Sie monieren nicht allein das Vorhaben an sich, sondern auch die mangelnde Transparenz in dem Verfahren. Ihrem Unmut machten sie auf der Sitzung der Gemeindevertretung Luft.

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Nicht alle der etwa 60 bis 70 Bürger, die daraufhin an der Sitzung des Gingster Gemeinderats vom vergangenen Montag teilnehmen wollten, fanden Platz im Sitzungsraum der Gemeinde. Dort zeigte sich Bürgermeister Karsten Lange, dessen Postfach bereits von Protest-Mails blockiert war, gesprächsbereit und ließ eine Diskussion in der Bürgerfragestunde zu.

„Von der Vergrößerung des Gebietes erfuhren wir von einem Nicht-Gingster“, bemängelte Siegbert Geitz die aus seiner Sicht fehlende Transparenz. Geitz, der unlängst aus Duisburg auf die Insel zog, ist neben Sabine Warmbrunn, die zugleich stellvertretende Bürgermeisterin des Ortes ist, Sprecher der Initiative.

Für einen Kompromiss warb der Landtagsabgeordnete Holger Kliewe (CDU). Seiner Kenntnis nach ginge es um maximal acht Windmühlen. „Die Lage von Windeignungsgebieten kennen alle Investoren im Land und werden dem Grundeigentümer die Türen einrennen“, so Kliewe. Zudem würden schätzungsweise 10000 bis 20000 Euro jährlich in die Gemeindekasse fließen. Positive Wertschöpfungseffekte vermögen die Kritiker indes nicht zu erkennen. „Insbesondere West-Rügen lebt vom sanften Tourismus. Hier finden Urlauber eine halbwegs intakte Natur und Infrastruktur. Kommt eine solche Anlage, wird dies alles vorbei sein“, glaubt Geitz. Zu den Kritikern zählt daher auch die Stiftung Schlosspark Pansevitz, die negative Auswirkungen auch auf den von ihr betriebenen Friedwald befürchtet. Schon habe es die Ankündigung einer Familie gegeben, bereits gebuchte Ruhestätten wieder zu kündigen, falls ein Windpark realisiert würde. Familie von Wersebe, Eigentümer des Gutshauses Boldevitz, holte eigens ein Gutachten des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker ein. „Eines der bedeutendsten kulturlandschaftlichen Ensembles in Norddeutschland wäre für künftige Generationen niemals mehr erlebbar“, wenn die Pläne umgesetzt würden, heißt es darin.

Alvo zu Knyphausen, Eigentümer der infrage stehenden Flächen, wandte sich inzwischen in einem Offenen Brief an die Einwohner der Gemeinde. Er habe bisher bewusst „mit keinem der vielen Projektentwickler, die schon auf mich zugekommen sind“, einen Vorvertrag abgeschlossen. „Ich möchte weiter mitentscheiden und -gestalten können, in welcher Art und Anzahl Windräder auf meinem Land gebaut werden, vorausgesetzt, das Projekt kommt überhaupt zur Umsetzung.“

Bisher gingen 43 Einwendungen beim Amt für Raumplanung in Greifswald ein, davon 14 von sogenannten Trägern öffentlicher Belange (TÖB) wie dem Verein Ostseelandschaft Vorpommern oder der Gesellschaft für Kranichschutz Deutschland. Die Frist für Einwendungen endet am 18. Juli.

Raumentwicklung

Am 30. März 2017 beschloss die Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern den Entwurf der Zweiten Änderung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Vorpommern (RREP).

Betroffen sind in Gingst rund 80 Hektar zwischen dem Plattenweg, der von Malkvitz nach Güstin führt und dem Pansevitzer Wald.

43 Einwendungen gingen bisher beim zuständigen Amt ein, davon 29 private und 14 durch Träger öffentlicher Belange (TöB).

Vom 16. 5. bis zum 18. 7. 2017 findet die dritte Öffentlichkeitsbeteiligung statt.

Uwe Driest

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