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Wo Sessel nach Nordost ausgerichtet sind

Binz Wo Sessel nach Nordost ausgerichtet sind

Der Rüganer Wolfgang Schewe hat seit 2012 über zwei Millionen Euro für Neuerungen in sein Hotel investiert

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Hotelier, Architekt, Bauleiter: Wolfgang Schewe in seinem neuen Spa im Hotel am Meer.

Quelle: Steffi Besch

Binz. Die einen nennen ihn pedantisch und perfektionistisch, für Wolfgang Schewe sind „seine kleinen Macken“ eher Ausdruck seines Anspruchs, seiner Sorgfalt und Gründlichkeit. Und Liebe. Denn Wolfgang Schewe ist Hotelier aus Leidenschaft. So wundert es heute keinen seiner 40 Mitarbeiter mehr, dass sich der Chef vormittags selbst seinen Cappuccino in der Meerbar zieht, um „zu gucken, ob die Maschine einwandfrei funktioniert“. Bei der morgendlichen Inspektion des Heißgetränkeautomaten nimmt sich der 62-Jährige dann einige Minuten, um von seinem Lieblingstisch aus einen Blick über die Strandpromenade auf die Ostsee zu werfen. „Die sieht einfach jeden Tag anders aus.“ So wie kein Tag dem anderen in seinem Hotel gleicht.

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Der Rüganer Wolfgang Schewe hat seit 2012 über zwei Millionen Euro für Neuerungen in sein Hotel investiert

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Mein Ehrgeiz ist es, den Zeitgeist zu treffen und die neue Generation für unser Haus zu begeistern.“Wolfgang Schewe

Schewe streicht durch die diversen Abteilungen, verschafft sich einen Überblick. Beobachtet, erkennt, delegiert, weist an und stellt ab. Ein ständiges Nachjustieren, wie er sagt. „Wenn ich nicht permanent im Haus wäre, dann kämen wir auch dem perfekten Zustand nicht so nah.“ Und so kontrolliert er das Geschehen in seinem Vier-Sterne- Superior-Haus an der Binzer Strandpromenade kritisch, kontinuierlich.

Und wenn er bei seinem Rundgang auf eine neue Mitarbeiterin im Housekeeping trifft, erklärt er auch dieser gern, dass der Ledersessel nach Nordost ausgerichtet wird. Freundlich bestimmt. Eine Art, mit der die meist langjährigen Mitglieder des Hotelteams sehr gut auszukommen scheinen. Zum Beispiel Haustechniker Jens „Urbi“ Urban, der Wolfgang Schewe seit der ersten Stunde 1995 die Treue hält.

„Die anderen Mitarbeiter fühlen sich der gemeinsamen Aufgabe nicht weniger verpflichtet. Das schafft eine heitere und freundschaftliche Atmosphäre, die sich wie selbstverständlich auch auf unsere Gäste überträgt“, lässt der Chef wissen. „ Und weil jeder von uns den gemeinsamen Erfolg zu seiner Sache macht, ist der Service immer etwas persönlicher und engagierter.“

Für seinen Tatendrang und seine Ideen ist Wolfgang Schewe in der Branche bekannt. Als Diplom-Ingenieur für Haustechnik kann es der Hotelier einfach nicht lassen, Pläne zu schmieden, zu sanieren und neu zu bauen. Erst 2012 nahm er 1,8 Millionen Euro in die Hand und stattete das gesamte Erdgeschoss mit Restaurant, Lobby und Bar in seinem „Hotel am Meer & Spa“ neu aus. Zudem wurden die 60 Zimmer mit modernen Möbeln, Designböden und energiesparenden Boden-Heizungs-Konvektoren — im Stil eines Boutique-Hotels — eingerichtet. Das Thema Strand allgegenwärtig. Und so zieht sich dieses seit kurzem auch durch den komplett umgebauten Wellnessbereich. 500000 Euro investierte Schewe bereits in diesem Jahr für seinen Traum von einem kompromisslos durchdachten, modernen und hochwertigen Spa.

Dafür schlüpfte der Hotelier erneut in die Rolle des Architekten und Bauleiters. Am 3. Januar gab er den Startschuss für die Rügener Firmen, mit der Zielgabe, zu Ostern seinen Gästen die neue Wohlfühloase mit Saunen, Sanarium, Infrarotkabine, Pool, Erlebnisduschen und Crasheis-Brunnen zu präsentieren. „Hat geklappt“, erzählt Wolfgang Schewe ein wenig selbst überrascht. „Der Druck war groß. Denn der Hotelbetrieb lief ja weiter. Auf das Ergebnis mit den vielen Eyecatchern bin ich jetzt aber wirklich stolz.“ Und veranlasst ihn nun auch täglich zu einem Abstecher in das 600 Quadratmeter große Paradies im Untergeschoss, wo er mit geschärftem Blick nach Mängeln sucht. „Die automatische Aufgußanlage in der finnischen Sauna ist falsch eingestellt. Der Duft ist zu stark. Das geht so nicht.“ Nein, so geht das nicht.

Schon Schewes Eltern arbeiteten sehr lange und hart in ihrer Bäckerei in Gingst und waren sicherlich mit ihrem Unternehmertum und ihrem beispielhaften Fleiß prägend für ihn und seine Geschwister. Das Abenteurer-Gen von Hotelgründer und -eigentümer Wolfgang Schewe hat ihn schon sein Leben lang zu mutigen Entscheidungen inspiriert. Ein entscheidender Wendepunkt in seinem Leben war sicherlich 1987 die politisch motivierte Ausreise aus der DDR. Kurz nach der Wiedervereinigung kehrte er auf seine geliebte Heimatinsel zurück, um erneut die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken. Einige Zeit später nannte er einen Großhandel für Eis und Tiefkühlprodukte sein Eigen. Das war der eigentliche Karrierestart und der Weg vom Eis zum Eiscafé nur ein kurzer. Wo heute das Hotel in den Binzer Himmel strebt, stand zuvor das Musik- und Eiscafé „Sahara“, ein beliebter Treffpunkt. Doch in Wolfgang Schewes hellblau glitzernden Augen hatte dieser wunderbare Platz an der Promenade noch etwas Besseres verdient. Und wie immer: gedacht, getan. Drei Jahre später öffnete das Hotel am Meer.

Heute, 21 Jahre später, gehört das Hotel zu den erfolgreichsten, privat geführten an der gesamten deutschen Ost- und Nordseeküste. Neben Wolfgang Schewe und seiner Lebensgefährtin Sandra Fuchsgruber ist seit 2012 auch seine Tochter Johanna Teil der Hotelleitung. Sie bringt neue, frische Ideen ins Haus und trägt den Charakter des Familienhotels in die nächste Generation. Und: ruhiger sei Schewe in den Jahren nicht geworden. Durch „seine Mädels“ aber und die tollen Abteilungsleiter „deutlich gelassener“.

Hochzeit und Helligkeit

Das Hotel am Meer gehört zu den fünf offiziellen Außenstellen des örtlichen Standesamtes. Die Trauung findet in der 30 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Blue Moon Lounge statt. Dem Himmel noch ein Stückchen näher, befindet sich die Hochzeitsgesellschaft mit max. 16 Personen unter der Glaskuppel des Hotels mit einem spektakulären 360-Grad-Panoramablick über Binz bis hin zu den Kreidefelsen. Die Nachfrage ist groß. Etwa 100 Trauungen finden hier jährlich statt. Neben den umfangreichen Sanierungsarbeiten und Modernisierung im Spa, wechselte Hotelier Wolfgang Schewe auch noch 68 Balkonfenster aus, die eine einfache Bedienung gewährleisten und für noch mehr Lichteinfall in die Zimmer sorgen. Darüber hinaus zieren die Terrasse des Hauses nun neue Strandkörbe.

Von Steffi Besch

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