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Wohnraumkonzept favorisiert Stabenweg

Göhren Wohnraumkonzept favorisiert Stabenweg

Göhren: Bürgerinitiative spricht von „Gefälligkeitsgutachten“ für umstrittenen B-Plan im Außenbereich

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Auf dem Acker am Stabenweg soll das Wohngebiet entstehen, das die Bürgerinitiative ablehnt.

Quelle: Foto: Gerit Herold

Göhren. Wie viel Wohnraumbedarf gibt es in Göhren und wie kann dieser gestillt werden? Laut des in den letzten Monaten erarbeiteten „Wohnungsbauentwicklungskonzeptes“ für die Gemeinde Göhren bis 2030 wäre das geplante Wohngebiet am Stabenweg der schnellste Schritt, um den Bedarf zu decken. Demnach würden rund 120 Wohnungen in den nächsten Jahren benötigt: Von Menschen, die bereits dort leben, von Menschen, die dort arbeiten und dort auch wohnen möchten und von Menschen, die dort künftig arbeiten würden. Das Konzept hat die Mehrzahl der Gemeindevertreter auf ihrer Juli-Sitzung befürwortet. Es stelle eine planerische Grundlage für die zukünftige gemeindliche Bauleitplanung dar.

Das Konzept sei kein Dogma und müsse fortgeschrieben werden, betonte Bürgermeister Wolfgang Pester auf der Gemeinderatssitzung am Montag. Die Bürgerinitiative Lebenswertes Göhren (BILG) spricht dagegen von einem „Gefälligkeitsgutachten“, um den Bebauungsplan Nr. 23 „Wohngebiet am Stabenweg“ durchzupeitschen“, so BILG-Sprecher Bernd Elgeti. Gegen diesen läuft die BILG seit Jahren Sturm. Sie befürchtet eine Zersiedelung des Außenbereiches von Göhren. Mit dem B-Plan würde auf dem jetzigen Ackerland Tür und Tor geöffnet für künftige Bebauung in noch größerem Rahmen.

Am Stabenweg will das Akzent Waldhotel Göhren Parzellen für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser (70 Wohneinheiten) schaffen. „Wir müssen Wohnraum für junge Familien und Arbeitskräfte schaffen“, sagt Investor Wilfried Horst. Grundstücke zu einem „vernünftigen Preis“ für Ärzte und Fachpersonal am Stabenweg seien eine vertraglich vereinbarte Voraussetzung mit dem Betreiber für seine geplante Klinik am Südstrand.

Der B-Plan wurde bereits 2014 aufgestellt. Das Verfahren wurde dann von der Raumordnungsbehörde gestoppt, weil sie einen Nachweis für Wohnraumbedarf in Göhren fordert. Nach einem Gutachten über „Wohnungsbaupotentiale in Göhren“ von Stadtplaner Dr. Frank-Bertolt Raith im Auftrag der Gemeinde, wurde das „Wohnungsbauentwicklungskonzept“ vom Energieministerium beauftragt. Dies wurde in die Vorentwürfe des B-Planes „Wohngebiet am Stabenweg“ und somit auch der vierten Änderung des Flächennutzungsplanes eingearbeitet, die derzeit im Amt in Baabe öffentlich ausliegen.

Dies basiere auf „hypothetischen und fehlerhaften Angaben“, so die BILG. Ferienwohnungsinhaber seien nicht befragt worden, wer sich eine Umnutzung in Wohnraum vorstellen könne oder anstrebe. Zudem sollten erst vorhandene B-Pläne umgesetzt werden, die den Bedarf decken können. Zum Beispiel in der „Siedlung am Höft“, wo seit Jahren ein Dreiklang von Villen, Einfamilienhäusern und Wohnungen (80 Wohneinheiten) geplant ist. Doch erst mit dem Ausbau der Höftstraße, über die die Erschließung laufen soll und für die die Gemeinde verantwortlich zeichne, könne das Bauen losgehen, erklärte Projektleiter Uwe Bürgel. Der Straßenbau soll nun 2018 beginnen. Aufgrund der aktuellen Wohnungsnachfrage wollen die Investoren neben dem Verkauf von Häusern nun selbst 21 bis 30 Wohnungen errichten und vermieten. Keine Aussagen gibt es zu Preisen. „Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt unseriös“, so Bürgel. Am Stabenweg wird der Quadratmeter 150 Euro plus 40 Euro Erschließung kosten. Es wird Rabatte für Familien geben. Bestandteil des „Wohnungsbaukonzeptes war auch eine Befragung der 15 größten Arbeitgeber im Ort – Personalverantwortliche und Mitarbeiter.

„Es sind 85 Prozent der werktätigen Bevölkerung befragt worden, das Gutachten kann nicht als Müll bezeichnet werden“, wandte sich der Bürgermeister an die Kritiker und erinnerte an den Streit um den Bau der Reha-Klinik in den 90er Jahren. „Heute gibt es 90 Pendler, die auch in Göhren wohnen könnten.“ Wolfgang Pester kündigte an, dass das Konzept im Oktober aktualisiert vorgestellt wird.

Öffentliche Auslegung

Die Gemeindevertretung Göhren hat auf ihrer Sitzung am 1. Dezember 2014 den Aufstellbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 23 „Wohngebiet am Stabenweg“ gefasst. Der Vorentwurf mit Begründung liegt derzeit und noch bis zum 27. Oktober im Amt Mönchgut-Granitz in Baabe aus: montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 16 Uhr, dienstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr. Ebenso in der Kurverwaltung Göhren (Poststraße 9): montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 15 Uhr. Dort können von jedermann Anregungen und Bedenken zum Entwurf schriftlich dargelegt werden.

Gerit Herold

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