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Zimmer frei: Zu viele Betten erzeugen Leerstand in der Saison

Bergen Zimmer frei: Zu viele Betten erzeugen Leerstand in der Saison

Sinkende Gästezahlen und der massive Bauboom machen es Vermietern auf der Insel immer schwerer, ihre Ferienwohnungen zu füllen. Auch aus den Flutgebieten fehlen Gäste.

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Stefanie Witt (32), Mitarbeiterin der Firma Kresse in Bergen, macht es deutlich: Überall sind noch Zimmer frei. Auch bei Kresses in der Dammstraße, die mit „Schlafen auf Rügen“ werben, wird es immer schwieriger, die Unterkünfte den Sommer über auszubuchen.

Quelle: Jens-Uwe Berndt

Bergen. Die Hauptsaison auf Rügen hat begonnen, doch ausgebucht sind die Quartiere der Insel nicht. Der lange Winter, das Elbhochwasser und der massive Bauboom machen es gerade für private Vermieter immer schwerer, ihre Ferienwohnungen zu füllen.

Im Vergleich zum Vorjahr habe das Ostseebad Binz im Juni ein Minus von fünf Prozent an Übernachtungen verzeichnet, sagt Kurdirektor Knut Schäfer. Von Beginn des Jahres bis Ende Juni sei es insgesamt ein Minus von 3,5 Prozent gewesen. Eine Ursache sieht er unter anderem im langen Winter. „Das Problem liegt weniger in der Hotellerie“, sagt Schäfer. „Wir haben zurzeit Hotels, die zu 100 Prozent ausgelastet sind, andere liegen bei 80 Prozent, je nach Segment.“ Das Problem seien die freien Kapazitäten auf dem Ferienwohnungsmarkt. Und das inselweit. „Zu einer stagnierenden Nachfrage kommt ein stetig steigendes Bettenangebot“, stellt Schäfer fest.

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Zu einer stagnierenden Nachfrage kommt ein stetig steigendes Bettenangebot.“Knut Schäfer, Kurdirektor in Binz

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Das bestätigt auch Holger Szymanski, Geschäftsführer vom Fremdenverkehrsverein Binz. „Für die Monate Juli und August gibt es noch jede Menge Leerstand im Bereich der Ferienwohnungen“, sagt er.

Ausnahmen seien zwar die Wochen vom 20. Juli bis zum 10. August. Trotzdem sind es laut Szymanski gefühlt weniger Gäste, die auf die Insel kommen, als noch im vergangenen Jahr. „Wir haben auch viele kurzfristige Stornierungen gerade aus den vom Hochwasser betroffenen Gegenden bekommen, das haben die einen oder anderen Vermieter doch gespürt“, so der Geschäftsführer. „Über die vergangenen vier bis fünf Jahre ist es zunehmend schwerer geworden, in der Hauptsaison die Ferienwohnungen zu füllen“, bestätigt auch Matthias Scheibe von der Agentur rügen-einfach-buchen, der Ferienquartiere übers Internet vermittelt. „Im Juli und August 2010 hatten wir eine durchschnittliche Auslastung von über 90 Prozent“, so Scheibe. Aktuell liege diese zwischen 80 und 90 Prozent. Besonders der Juni sei im Vergleich zum Vorjahr sehr schlecht ausgefallen. „Das gute Wetter in den vergangenen Wochen hat aber viele Urlauber dazu animiert, noch kurzfristig zu buchen“, hat Matthias Scheibe beobachtet.

Auch Dieter Thomas, der Strandkörbe vermietet und Vorsitzender des Tourismusvereins Glowe ist, hat einen leichten Rückgang der Strandbesucherzahlen beobachtet: „Von der Gästezahl her sind es nicht so viele wie in den vergangenen Jahren. Dass es wie jetzt noch freie Zimmer in Glowe gibt, ist für den Juli sehr ungewöhnlich.“ Dies ist seiner Meinung nach auch dem massiven Bauboom geschuldet. „Allein in Glowe sind in den vergangenen Jahren bestimmt 50 bis 60 neue Ferienhäuser gebaut worden“, schätzt er, „und ein Ende ist nicht abzusehen.“

Obwohl die offiziellen Zahlen vom Statistischen Landesamt laut Constance Patrunky erst mit zwei Monaten Verspätung kommen, hat die Sprecherin der Tourismuszentrale Rügen aus Gesprächen mit Hoteliers und Vermietern einen Trend herausgehört. „Bis Mitte Juli liegt die Auslastung etwas unter dem Vorjahr, ab Mitte Juli scheint es etwas besser zu werden“, sagt Patrunky. „Aber das sind nur gefühlte Werte.“

Für die Selliner Kurdirektorin Adriana Zawisza ist 2013 ein gutes Jahr. „Die Hotels in Sellin sind ausgebucht“, sagt sie. Bei den Ferienwohnungen gebe es jedoch noch Buchungslücken, sagt Berid Zabel von der Kurverwaltung Sellin. Trotz des langen Winters habe das Ostseebad in diesem Jahr von März bis Mai knapp 6000 Übernachtungen mehr verbuchen können als im Vorjahr, so Zawisza. Insgesamt 890

000 Übernachtungen verzeichnete das Seebad 2012. Die Kurdirektorin ist optimistisch: „In diesem Jahr wollen wir die Millionen-Marke knacken.“

Das schlimmste Jahr
In der Stadtinfo Bergen heißt ganz klar: So schlimm wie dieses Jahr war es noch nie. Sogar in den Ostseebädern sollen noch reichlich Zimmer vorhanden sein.

Das Internet mit Billigangeboten sei nach Ansicht einiger Privatvermieter auch Schuld am Buchungsrückgang.

 

Stefanie Büssing

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