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Zu wuchtig: Hiddenseer gegen Pläne für Hotel „Zur Ostsee“

Hiddensee Zu wuchtig: Hiddenseer gegen Pläne für Hotel „Zur Ostsee“

Dreigeschossiger Neubau füge sich nicht in historisches Ensemble ein

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Eine Tafel dokumentiert die Aufenthalte Gerhart Hauptmanns.

Hiddensee. Die Spuren der Geschichte sind noch zu sehen. Am Turm prangt das Emblem des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), über dem Eingang der Schriftzug „FDGB-Erholungsheim Zur Ostsee“. Das Haus in Vitte hat seine Vergangenheit längst hinter sich und eine Zukunft vor sich. „So aber nicht“, sagt Thomas Gens. Seinen Worten zufolge habe der Bauausschuss die jetzt vorgelegten Baupläne für die Immobilie an repräsentativem Platz kategorisch abgelehnt. „Und zwar einstimmig. Was da geplant werden soll, hat nichts mit dem Erhalt von historischer Bausubstanz zu tun“, sagt der Hiddenseer Bürgermeister.

OZ-Bild

Dreigeschossiger Neubau füge sich nicht in historisches Ensemble ein

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Historischer Ort

1880 wurde das spätere Hotel als vorerst einfacher Dorfkrug gebaut. Sechs Jahre später erwarb ihn der Rügener Gastwirt Franz Freese und baute ihn zum „Gasthof zur Ostsee“ aus. Dort machte zwischen 1896 und 1899 auch der Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann Urlaub.

Nach OZ-Informationen wolle der Eigentümer das historische Hauptgebäude mit dem Turm sanieren, den Rest dagegen abreißen, um Platz für Neubauten zu haben. Im Erdgeschoss sollen vier Gewerbeflächen entstehen, im ersten und zweiten Obergeschoss 13 Ferienwohnungen.

Der genannte Neubau wurde im Ausschuss als dreigeschossiger Block oder Kasten empfunden, der sich überhaupt nicht in das Ensemble einfüge. „Vielmehr würde der Turm völlig untergehen, wäre nur noch ein Anhängsel“, fasst Gens die Kommentare zusammen. Kritisch seien auch die Ferienwohnungspläne aufgenommen worden. „Da will einer was hochziehen, die Quartiere verkaufen und das war’s. Wir wollen das jedenfalls nicht“, unterstreicht der Bürgermeister.

Nach Angaben von Marion Magas „muss das Haus seit ungefähr Mitte der neunziger Jahre leer stehen“, sagt die Inselchronistin und -führerin. Sie lebt seit 1975 auf Hiddensee und kann sich erinnern, dass bis zur Schließung des Hotels dort noch zum Tanz gebeten worden war. Aber auf jeden Fall ist das Hotel „Zur Ostsee“ ein Haus mit Geschichte. Das scheint laut Magas um 1880 gebaut worden zu sein.

In „Hiddensee – Die Geschichte einer Insel“ von Manfred Faust heißt es dazu: „Auch in Vitte bestand ein bescheidener Krug, der 1886 von dem Rügener Gastwirt Franz Freese erworben und zum Gasthof ,Zur Ostsee’ ausgebaut wurde.“ Und dieser Freese habe ein Fremdenbuch geführt. Und in dem sei für die Jahre 1896 – 1899 auch der Dramatiker und spätere Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann (1862 – 1946) aufgeführt – „nun mit seiner Geliebten Margarete Marschalk“. Hauptmann weilte 1885 erstmals auf Hiddensee. Später – von 1926 bis 1943 – verbrachte er die Sommermonate mit seiner Familie in Kloster im Haus „Seedorn“, dem heutigen Hauptmann-Haus.

Sind seine Aufenthalte im ehemaligen Hotel „Zur Ostsee“ verbrieft, sind die anderer Prominenter ihrer Zeit nicht schriftlich verbürgt. „Es werden wohl auch Theaterleute wie Max Reinhard damals unter den Übernachtungsgästen gewesen, aber dafür gibt es nur mündliche Zeugnisse“, sagt Marion Magas. Das Freese-Fremdenbuch ist laut Faust „heute nicht mehr vorhanden“.

Chris-Marco Herold

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