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Zwischen Mohnkuchen und Marzipantorte

Baabe Zwischen Mohnkuchen und Marzipantorte

Michael Mudrick steht seit 30 Jahren in seiner Bäckerei und Konditorei in Baabe

Baabe. Zwei Uhr nachmittags. Michael Mudrick (55) steht im Verkaufsraum seiner Bäckerei und Konditorei in der Dorfstraße und blättert durch die OSTSEE-ZEITUNG.

 

OZ-Bild

Meister Michael Mudrick (55) präsentiert eine Marzipantorte in seiner Backstube.

Quelle: Foto: Steffi Besch

Hinter ihm surrt der kleine Getränkekühlschrank. Der Bäckermeister ist allein in seinem Geschäft. Es duftet nach frischen Brötchen und Hefekuchen. Ein Aroma, dass das Haus im Zentrum des Ostseebades nun schon seit 30 Jahren durchdringt.

Eigentlich wollte Mudrick Lehrer werden, hatte seinen Studienplatz schon sicher. Die Staatssicherheit machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung und er entschied sich für die Konditorlehre. Den Abschluss in der Tasche, zog es den Calauer auf die Insel Rügen. Hier hatte er schon einige Male mit seinen Eltern den Urlaub verbracht. Als junger Ehemann und Familienvater wollte er nun zwischen Ostsee und Having Wurzeln schlagen. Am 7. April 1987 eröffnete er seinen eigenen Betrieb. Ein Jahr später begann er seine Meisterausbildung, legte 1990 noch nebenberuflich seine Bäckergesellenprüfung ab und hielt 1992 dann endlich stolz seinen Meisterbrief in den Händen. In den Folgejahren expandierte Meister Mudrick. Im Jahr 2000 produzierte er für insgesamt zehn Filialen:

in Sassnitz, drei in Binz, Sellin, Göhren, auf den beiden Zeltplätzen in Thiessow und Lobbe sowie für seine beiden Geschäfte in Baabe. Acht Jahre lang schipperte er zudem über die Ostsee und betrieb einen Verkaufsladen in der Bahnhofshalle von Malmö. Vier Verkaufsautos fuhren bis 2012 von dort auch noch in die nähere Umgebung, um den Südschweden das wohlschmeckende, ungesüßte deutsche Brot zu liefern. Das gibt es nicht bei den nordischen Nachbarn und wird daher gern gegessen. 50 Mitarbeiter standen stellenweise bei ihm sprichwörtlich in Lohn und Brot.

Nach turbulenten und stressigen Jahren entschieden sich Michael Mudrick und seine Frau Inken mehr für die Familie da zu sein, die mittlerweile auf fünf Töchter und einen Sohn wuchs. Das inselweite Mudrick-Netzwerk wurde langsam zurückgebaut. Heute gibt es neben der Backstube mit Radlercafé in der Dorfstraße, eine zweite Filiale in der Strandstraße sowie eine Verkaufsstelle in Sellin, die üblicherweise von Mai bis Ende Oktober geöffnet ist. Das hänge dieses Jahr allerdings davon ab, ob der Chef eine Mitarbeiterin findet.

„Die Saison stellt mich und meine drei Mitarbeiter in der Backstube ohnehin schon immer vor eine Herausforderung. Statt um drei, beginnen wir im Sommer oft schon um ein Uhr nachts zu arbeiten. In der Hauptferienzeit backen wir rund sechs bis acht Mal soviel wie üblich. Das, was wir im Winter in einer Woche herstellen, wird dann an einem Tag durch den Ofen gejagt“, erzählt Mudrick, während er zwei Urlauber am Tresen bedient. „Pott oder Tasse?“, fragt er diese und serviert die Bestellung in seinem Radlercafé, das mit Wimpeln und Schleifen geschmückt ist, welche an einst errungene Siege und Platzierungen bei Straßen- und Querfeldeinrennen in der DDR erinnern. Mit 17 legte Michael Mudrick den Handball zur Seite und stieg aufs Rennrad. Seitdem ist er dem Radsport verbunden. Von Anfang an war er Übungsleiter und trainierte Kinder und Jugendliche – erst in Calau, dann in seiner Armeezeit in Parchim und danach für kurze Zeit auf Rügen im Verein „Die Nordlichter“. Heute ist er Mitglied im Verein Tour d’Allée Rügen und Unterstützer der „Boddenrunde“. Wenn er nachmittags aus der Backstube kommt und etwas auslüften muss, dann dreht er gern auf Mönchgut oder in Richtung Zudar seine Runden. „Heute ist es aber zu kalt, da setze mich lieber auf den Ergometer“, sagt der stellvertretende Obermeister der Bäcker- und Konditoreninnung Vorpommern-Rügen, der für seine Stollen mit Mohn, Nuss, Mandel und Cranberries bei der Prüfung immer ausgezeichnet wird.

Mudrick on Tour

Ein Verkaufswagen der Bäckerei und Konditorei ist ganzjährig auf Rügen unterwegs. Montags und Mittwochs zum Beispiel geht es von der backstube in der Baaber Dorfstraße aus bis nach Trent und Schaprode.

Dienstags tuckert das Bäcker-Auto bis nach Ummanz und Zudar, am Freitag nach Prora und Stubbenkammer sowie nachmittags noch einmal Richtung Zudar und am Freitag fährt er die Halbinsel Mönchgut ab.

Steffi Besch

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