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Rügen Wo Klischee und Moderne sich treffen
Vorpommern Rügen Wo Klischee und Moderne sich treffen
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11:53 02.02.2018
Mehr als 50 Mädchen und Jungen besuchen die Regionale Schule mit Grundschule Hiddensee in Vitte. Der Backsteinbau, in dem die Grundschüler unterrichtet werden, wurde 1887 eröffnet und 1904 erweitert. Quelle: Gaia Born
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Vitte

Wie stellt man sich eigentlich eine Inselschule auf Hiddensee vor? Backsteinbau aus dem vergangenen Jahrhundert, nur wenige Schüler, ein Zusammenhalt, wie man ihn auf dem Festland nicht kennt? Cornelia Dahlke lacht. Sie ist schon seit 1984 an der Bildungseinrichtung in Vitte und weiß, wovon sie spricht. „Ja, wenn man so will, erfüllen wir schon einige Klischees. Von den Bedingungen auf Hiddensee kommen wir natürlich nicht weg“, meint sie. „Unsere Schule hier ist wesentlich familiärer als andere – man läuft sich ja auch in der Freizeit über den Weg, kennt sich gut. Das Verhältnis unter den Schülern ist natürlich ein Besonderes, sie kennen sich durch jahrgangsübergreifende Projekte, gemeinsame Spiele auf dem Schulhof – und auch die Eltern sind der Schule auf eine intensive Weise verbunden.“

Dass es die Schule noch gibt und sie 56 Grund- und Regionalschülern einen qualifizierten Unterricht bieten kann, ist dem Engagement der Lehrer, Eltern und natürlich auch der Gemeinde zu verdanken.

„Nach der Wende ist die Schülerzahl dramatisch abgefallen, es gab Zeiten, da sind hier über 200 Schüler unterrichtet worden“, erinnert sich Dahlke.

Sie und ihr Kollegium, es sind insgesamt acht unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer, haben sich auf die Inselbesonderheiten eingestellt und wissen, dass sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen auch in Fächern einsetzen müssen, die eigentlich nicht zu ihrem Repertoire gehören. „Ich selbst habe eigentlich Biologie und Chemie studiert, unterrichte aber auch Kunst und Mathematik“, sagt Cornelia Dahlke.

Ein Nachteil ist das für die Schulleiterin nicht, im Gegenteil: „Wir entwickeln ein ganz anderes Verständnis für die einzelnen Fächer und beschäftigen uns anders mit der Materie. Wenn man sich so intensiv einarbeiten muss, ist das zwar aufwändig – aber fächerverbindendes Arbeiten rückt stärker in den Fokus.“

Und natürlich macht – ganz entgegen des Klischees – der Fortschritt nicht halt vor der kleinen Inselschule. Zwei perfekt ausgestattete Computer-Kabinette werden von den Mädchen und Jungen durchaus auch in ihrer Freizeit zu Recherche-Zwecken genutzt, das Projekt „GeStiKus“ zeichnet die Regionale Schule Vitte als „Schule mit gesundheitsfördernden Strukturen“ aus. Dazu gehören auch ständig wechselnde Angebote, wie Kurse zum Cybermobbing, Suchtprävention oder Ernährung beispielsweise.

„Unsere erste Hofpause ist schon seit Jahren auf 20 Minuten verlängert, damit die Schüler Zeit haben, in Bewegung zu kommen und die unterschiedlichen Sportangebote auf dem Schulhof zu nutzen“, erklärt Dahlke. Damit der Sport auch im Winter nicht zu kurz kommt, dürfen die Schüler das extra dafür umfunktionierte Inselkino am Vitter Hafen als Sporthalle nutzen. Den Zeltbau hatte die Gemeinde im Jahre 2012 errichten lassen (die OZ berichtete). „Man hilft sich eben auf Hiddensee“, lächelt Cornelia Dahlke.

Und so kehrt sich das, was eigentlich ein Nachteil sein sollte, oft ins Positive: Kleine Klassen ermöglichen eine intensive Schülerbetreuung. „Experimente und Projekte werden bei uns intensiver wahrgenommen und bleiben hängen“, ist sich Schulleiterin Dahlke mehr als sicher.

Gaia Born

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