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Rügen Wo Rentiere zogen und Wallenstein tobte
Vorpommern Rügen Wo Rentiere zogen und Wallenstein tobte
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00:00 22.07.2016

Dort, wo heute der wuchtige Turm der Trenter Kirche in den Himmel ragt, sah es in der letzten Eiszeit aus wie heute noch auf Grönland: Eine dicke Eisschicht überzog das Land. Später streunten Rentierherden durchs Trenter Gebiet. Dass ihnen steinzeitliche Jäger auf den Fersen waren, davon zeugt der Fund einer etwa 12000 Jahre alten Harpune aus Rengeweih vom Grund des nahe gelegenen Venzer Moores.

„Es scheint“, schrieb Pastor Heinrich Wackenroder 1732, „als wenn der Ort Trent vor uhralten Zeiten mag unter Wasser gestanden seyn.“ Sein leicht erhöhter Standort machte das Dorf zum idealen Siedlungsplatz seit den frühesten Phasen der Menschheitsgeschichte – bot doch dessen frühere Insellage in Zeiten ohne Deiche, Pumpwerke und Drainagen Schutz. Urkundlich erwähnt wird „Turent“ erstmals 1311. Namenstifter war der Slawe Tureta, der sich hier wohl im Mittelalter mit seiner Sippe gemütlich eingerichtet hat.

Friedlich ging es nicht immer zu. So mussten sich die Trenter im Dreißigjährigen Krieg der marodierenden Horden Wallensteins erwehren. Schließlich floh Pastor Jacob Brauer nach Hiddensee und überließ

seine Schäflein dem Schicksal. Im Ersten Weltkrieg verloren 45 junge Männer aus dem Dorf ihr Leben, im Zweiten Weltkrieg wurden 46 Trenter getötet oder sie gelten seither als vermisst.

S. Gilbert

OZ

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