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Rügen Koggenfolk und Heringsfest im Inselsüden
Vorpommern Rügen Koggenfolk und Heringsfest im Inselsüden
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10:23 25.03.2019
Die Gruppe Koggenfolk trat im Poseritzer Dörphus auf. Quelle: Uwe Driest
Poseritz/Garz

Zum ersten Mal fand am Wochenende in Garz das Heringsfest statt. „Das war ein voller Erfolg“, freut sich Erika Mundt von der „Lebenshilfe“, die die Idee zum Fest hatte. Fast 200 Besucher genossen Hering in allerlei Variationen und verzehrten etwa 250 Heringe und eben so viele Fischklöpse. Die hatten der Neuendorfer Fischer Peter Prühsing un' sin Fru Sigrid mitgebracht. Im mit Netzen und Muscheln hübsch maritim dekorierten Haus bastelten 30 Kinder, während andere sich beim angeln künstlicher Fische in einem Bottich übten. Den Preis des Angelvereins Zudar für den „Angelprofi 2019“ gewann Sophie Kunze, die die Fragen eines nicht ganz ernst gemeinten Quiz' kompetent beantworten konnte. „Hat Hering Haare oder Schuppen?“, wurde gefragt oder „Wie vermehrt sich der Hering – durch Laich oder Sex?“ Die Fachfrau wusste stets eine Antwort. Auch auf die Frage: „Wann angelt man Hecht?“ Antwort: „Wenn man Zeit hat.“ Für ihren Humor erhielt Sophie Kunze den „Goldenen Barsch“.

Die Gruppe Koggenfolk trat am Sonnabend zwar nicht zum ersten Mal in Poseritz auf, stößt dort aber stets auf eine treue Anhängerschar. Das dürfte auch an Lokalmatadorin Christiane Petersen liegen, die zugleich den Kirchenchor von Poseritz leitet. Die akustisch instrumentierte, handgemachte Musik des Quartetts verbreitete eine familiäre Stimmung unter den etwa 40 Zuschauern im großen Saal des „Dörphus“. Darunter das dänische Gastgeberpaar des kürzlichen Bornhom-Aufenthalts der Gruppe. „Es freut uns natürlich, wenn wir mit unserer Musik dazu beitragen, den Poseritzern ein schönes Erlebnis zu bereiten und Begegnungen unter den Menschen zu befördern“, sagt Matthias Trenner. Der spielt neben einer Schlüssel-Fidel, einem Streichinstrument, dessen Saiten mechanisch über Tasten verkürzt werden, auch diverse Dudelsäcke. Den durchdringenden Ton dieser Instrumente - mit denen einst Schotten entnervte englische Widersacher in die Flucht trieben – arbeitet die Gruppe in Lieder aus aller Welt ein.

„Wir alles vom Balkan bis Skandinavien und bis zu mittelalterlichen Weisen“, sagt Matthias Trenner. Das führt zu interessanten und abwechslungsreichen Arrangements, in denen schon mal der Text eines schwedischen Volkslieds mit einer arabisch anmutenden Melodie zusammengerührt wird. Bis auf Geiger Gabriel Löscher besteht die Gruppe aus Multi-Instrumentalisten. Dafür singt der Thüringer hingebungsvoll jiddische Lieder von „Donna, Donna“, über „Hawa Nagila“ bis zu „Zehn Brüder sind wir gewesen“. Dabei wird er mit viel Spielfreude begleitet von Wolfgang Thiel, der neben seiner Gitarre auch Bouzouki, Laute und ein Banjo bedient, das er erst kürzlich auf dem Dachboden wieder gefunden habe.

Weil Christiane Petersen fließend schwedisch spricht, kommt ihre schöne, klare Altstimme gerade auch bei skandinavischen Liedern gut zur Geltung. Daneben spielt die Musikerin neben Klarinette und Flöte auch noch Rhythmus-Instrumente wie die afrikanische Djembé oder ein lateinamerikanisches Cajon. Zu einem sentimentalen schwedischen Erntelied greift sie gar zur Maultrommel. Im Repertoire der Band ist auch ein hübsches Lied von einer norwegischen Prinzessin, die von einem Troll geraubt wurde und – nachdem alle Ritter versagten – erst von einem jungen Bauern erlöst werden konnte, erklärt Matthias Trenner. „Unsere Welt braucht weniger Prinzessinnen, sie braucht mehr Räubertöchter“, ruft der Vater einer kleinen Tochter danach ins Publikum.

Im Publikum ist auch der Bürgermeister der 1000-Seelen-Gemeinde begeistert von dem gelungenen Abend. Hans Lange freut sich über das Gemeindehaus, da sein Vorgänger vor nun acht Jahren initiiert hatte. „Der große Saal im neu geschaffenen Anbau ermöglicht es uns, den Bürgern unserer Gemeinde solche Veranstaltungen zu bieten“, so Lange.

Die Gruppe Koggenfolk spielt am 14. Mai zu Mitmach-Tänzen im Lebensgut Frankenthal.

Uwe Driest

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