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Rügen Womit Kinder vor 100 Jahren spielten
Vorpommern Rügen Womit Kinder vor 100 Jahren spielten
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07:00 07.11.2018
Claude Bernard (62, l.) und Wolfgang Schröder (67) vom Verein Freunde der Spielschiffe stellen Objekte im Bergener Stadtmuseum aus. Quelle: Mathias Otto
Bergen

 Europa-Premiere: Erstmalig werden Spielschiffe ausgestellt. Zu sehen sind sie im Bergener Stadtmuseum unter dem Motto „Die fabelhafte Welt der Holzspielschiffe“. Für die Sonderausstellung hat der in Lothringen geborene und in Sachsen lebende Claude Bernard (62) Teile seiner Sammlung zur Verfügung gestellt. Die ausgestellten Schiffe wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts von deutschen Unternehmen hergestellt. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte dieses Teiles der Spielzeugindustrie.

„Ich war Feuer und Flamme, als ich von den Holzspielschiffen gehört habe. Wir hatten noch nie eine Ausstellung, in der Schiffe im Mittelpunkt standen“, sagt Museumsleiterin Martina Herfert. Mit dem angebotenen Objekten von Claude Bernard „konnte ich für die Ausstellung aus dem Vollen schöpfen“. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten noch bis Ende Februar zu sehen.

„Angefangen hat alles mit zwei Schiffsmodellen. Als ich mir ein drittes Exemplar zulegen wollte, sagte der Verkäufer, dass es sich dabei um ein Spielschiff handelt“, sagt Bernard. Das war vor 30 Jahren. Seitdem stöbert er auf Flohmärkten oder bei Antikhändlern nach passenden Objekten. Leute, die ihren Dachboden oder Keller entrümpeln stoßen oft auf solche Spielschiffe aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten, und reichen sie an den 62-Jährigen weiter. „Meine Sammlung ist somit auf 1300 angewachsen, sie ist sogar die größte weltweit“, sagt er. Vor einigen Jahren hat er den Verein „Freunde der Spielschiffe“ gegründet.

Einen Teil der Sammlung zeigt er nun in Bergen. Im Dachgeschoss des Museums sind Modelle zu sehen, die nicht länger als zehn Zentimeter sind, sogenannte Badewannenboote. „Es gibt aber auch welche, die sind eineinhalb Meter lang oder sogar noch länger“, erklärt der Fachmann. Eines haben aber fast alle Boote gemeinsam: „Die sind in der Funktionsweise so hergestellt, wie die Originale. Das heißt, sie müssen an den richtigen Stellen einen Ballast haben, um nicht umzukippen“, so Claude Bernard. Der Unterschied zu Modellbooten sei auch, dass sie meist einfacher hergestellt wurden. „Oftmals wurden Details weggelassen. Nichtsdestotrotz steckte oftmals viel filigrane Arbeit in den Holzobjekten.“

Neben den Schiffen sind Fotoaufnahmen aus mehreren Jahrzehnten im Museum ausgestellt. Hier können Besucher sehen, wie Kinder beispielsweise in den 20er Jahren damit gespielt haben, Erwachsene mit mechanisch betriebenen Booten um die Wette gefahren sind oder Spielschiffhersteller an Holzbänken an den Modellen arbeiteten.

Laut den Recherchen von Claude Bernard hat es eine Ausstellung in dieser Form in Europa noch nie gegeben. „Von daher ist es schön, dass wir als Verein die Geschichte der deutschen Spielschiffe weiter erkunden, bewahren und vor allem bekannt machen“, sagt er.

Mathias Otto

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