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Rügen Wunschträume in einer entrückten Welt
Vorpommern Rügen Wunschträume in einer entrückten Welt
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03:41 07.09.2013

Wenige Tage nach dem meteorologischen Herbstbeginn wartet die KulturStiftung Rügen mit einer spektakulären Kunstausstellung auf. Heute um 17 Uhr verweist der Berliner Kunstwissenschaftler Christoph Tannert in der Orangerie zu Putbus auf Werkbeiträge zweier namhafter Künstler, denen augenscheinlich eine sehr individuelle künstlerische Ausprägung und Haltung eigen ist, die all zu vordergründig bemühte Gemeinsamkeiten erst gar nicht aufkommen lässt.

Beide Handschriften, die der Malerin und Grafikerin Dagmar Ranft- Schinke und die des Plastikers Dirk Wunderlich, stehen in ihrer Originalität, ihrem Entdeckungs- und Erfindungsreichtum, beispielhaft für sich. Und doch erfährt die Auswahl beider Akteure für Putbus einen gemeinsamen, einzig von der Qualität und Sensibilität bestimmten Resonanzboden, den der Kunstbetrachter beglückt honorieren wird.

Die Chemnitzerin Dagmar Ranft-Schinke ist nach ihrem Kunststudium (1963 bis 1968) an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (Diplom bei Wolfgang Mattheuer) öffentlich zunächst als Gruppenmitglied der legendären Künstlervereinigung „Clara Mosch“ wahrgenommen worden. Ein für die DDR viel zu spätes, ein spielerisch rabiates, ein unbekümmert offensives, heute bewundertes Außenseiterkapitel der Geschichte, das längst in die Kunstgeschichte das 20. Jahrhunderts eingegangen ist. Der Westen sprach nicht unbegründet „von einer Keimzelle des Avantgardismus in der DDR-Kunst“. Clara Mosch als Gruppe wurde schon in der DDR beerdigt. Die auf Zeit gebündelten Zuströme an Individualität und Kreativität sind allerdings nie versiegt, wollten und konnten sich nicht auflösen, sind wieder eigene Wege gegangen. „Jeder von uns war und blieb in sich und seinem Schaffen ein Individuum“, sagt Dagmar Ranft-Schinke.

Die KulturStiftung als Träger und Ausrichter der Schau zeigt über 50 Arbeiten aus 35 Jahren und verweist so auf eine bemerkenswerte künstlerische Kontinuität der Akteurin, die ihrer Präsentation den Namen „Fanal“ gab, in der sie „Wunschträume in einer der inneren Mitte entrückten Welt“ spiegelt.

Die Ausstellung wird ergänzt mit Arbeiten des Rostocker Kunstpreisträgers von 2011, des in Kneese bei Rostock arbeitenden Plastikers Dirk Wunderlich. Der absolvierte von 1982 bis 1986 ein Abend- und Gaststudium an der Kunsthochschule Berlin und arbeitet seit 1986 freiberuflich — erst in Berlin, seit 1997 in Mecklenburg-Vorpommern. Große Beachtung fanden seine „rätselhaften Skulpturen“, die Hartmut Hornung in seiner Laudatio auf den Kunstpreisträger „Kunstobjekte mit Fetischcharakter“ nannte, „die eine vordergründige Fremdheit mit einer seltsam morbiden Ästhetik verbinden“.

Ausstellung bis zum 20. Oktober, dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr

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