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Rügen Zack ahoi! Santiano begeistern auf Rügen
Vorpommern Rügen Zack ahoi! Santiano begeistern auf Rügen
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08:32 16.09.2018
Ralswiek

Zack ahoi! Alle Mann an Deck? Na, dann spinnt mal los euer Seemannsgarn, ihr kapitalen Kerle der See! 10 000 Fans stehen an diesem Samstagabend vor der Naturbühne in Ralswiek, am Tag davor waren es an gleicher Stelle auch schon Tausende - und sie alle wollen nur eines: Leinen los, volle Fahrt mit Santiano.

Wie machen sie das nur? Seit 2013 spielen die Shanty-Rocker von der Waterkant in jedem September vor Tausenden Fans auf der Naturbühne Ralswiek. Die Stimmung ist in jedem Jahr grandios - vielleicht weil die Jungs ein einfaches Erfolgsrezept haben.

In den nächsten gut zwei Stunden wird genau das geschehen, was jedes Jahr an dieser Stelle passiert: Raue Männerkehlen auf der Bühne singen über Meer und Freiheit, über Fernweh und Heimat, über Liebe und Tod - und auch über den „Likedeeler“ Klaus Störtebeker, der sonst den gesamten Sommer lang auf der gleichen Bühne als Pirat bei den Störtebeker Festspielen Kopf und Kragen riskiert - und bisweilen auch beides verliert.

Geiger Pete ist „so süß“

Santiano indes verlieren nichts - vor allem keine Zeit. Gleich zum Auftakt schmettern sie einen Kracher ihres jüngsten Albums ins Publikum: „Könnt ihr mich hören?“ Pah! Was für eine Frage! Na klar! Und alle sind sofort an Bord - von der beseelt lächelnden Rentnerin, die Geiger Pete Sage „so süß“ findet, bis hin zum blonden Vorschulmädel, das auf den Schultern ihres Papas laut „Hooray for Whiskey“ mitsingt. Ein Meer aus Händen erhebt sich bei den alten Hits wie „Es gibt nur Wasser“ oder „Santiano“, ein Lichtermeer aus mehr Lichtern als je zuvor in Ralswiek strahlt am Ende bei „Hoch im Norden“ in die Nacht. Und die Menschen, die ihre Handys mit der Taschenlampenfunktion in die Höhe recken, sehen glücklich aus.

Vier Alben - viermal Nummer eins

Das Erfolgsrezept der Band liegt im Sound des Meeres, den die fünf Jungs von der Waterkant seit sechseinhalb Jahren in wiederkehrenden Wellen über das Land schicken. Alle vier Alben der Shanty-Rocker landeten in den deutschen Charts auf Platz 1, das erste Album „Bis ans Ende der Welt“ hielt sich 187 Wochen unter den Top 100. Santianos meergesalzene Melodien, die eingängigen Texte und die sympathische Unbekümmertheit: Das alles zieht an. Und dann ist da noch diese gewaltige Bühnenpräsenz!

Wenn „Timsen“ Hinrichsen seine Gitarre schwingt oder up Platt mit den Fans snackt, wenn Pete Sage seine Fidel mal wuchtig, mal zart „singen“ lässt oder wenn Björn Both einen seiner herzhaften Gags reißt und zum Beispiel seinen mittlerweile bald 70-jährigen Bandkollegen Pete zum Schein mit einem Wrack gleichsetzt, dann wirken die Jungs wie die Kumpel von nebenan, mit denen man sich gern mal einen anschickert.

Auf ein neues im nächsten Jahr

Es verwundert daher nicht, dass die Anhängerschar Santiano an diesem Samstagabend vermutlich überallhin gefolgt wäre: „bis ans Ende der Welt, bis ans Ende der Zeit“, nach „Californio“ oder sogar nach „Walhalla“. Eine Fan-Gruppe hält ein Transparent hoch: „Ihr seid die Besten“ steht darauf. „Oooooh, wie ist das schöööön“, singen andere unmittelbar vor der Bühne, als das letzte Gitarrenriff verklungen und umschifft ist. Aber wer jetzt traurig sein sollte, dass beide Ralswieker Konzerte in diesem Jahr bereits Geschichte sind: keine Bange, Santiano kommen wieder - nächstes Jahr am 13. und 14. September.

Pult Thomas

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