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Zeit der Provisorien in der Kurzzeitpflege ist Geschichte

Bergen Zeit der Provisorien in der Kurzzeitpflege ist Geschichte

Das Sana-Krankenhaus hat die Einrichtung am Raddas umfangreich sanieren lassen / 220000 Euro wurden in die Zimmer und Gemeinschaftsräume investiert

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Die Rügener Sana-Geschäftsführerin Silke Ritschel (links) und die Pflegedienstleiterin der Kurzzeitpflege „Am Raddas“, Kirsten Roloff, stoßen mit einem Glas Sekt auf die abgeschlossene Sanierung der Pflegeeinrichtung an.

Quelle: Maik Trettin

Bergen. Das Bergener Sana-Krankenhaus hat die Kurzzeitpflege am Raddas wiedereröffnet. Nach einer dreimonatigen Sanierung sind die ersten Bewohner in die völlig renovierte Einrichtung gezogen. Die war zuvor durch die Rügener Sana-Geschäftsführerin Silke Ritschel und die Heimleiterin Verena Schubert eröffnet worden.

Noch einen Tag vorher wimmelte es in der ersten Etage des auch von der Verwaltung belegten Gebäudes an der Schützenstraße nur so von Handwerkern. „Der Zeitplan war eng gestrickt. Aber wir haben ihn eingehalten“, sagt Schubert, die gleichzeitig Pflegedienstleiterin am Krankenhaus ist, mit hörbarer Erleichterung. Anfang Januar waren die damaligen Bewohner der Kurzzeitpflege ins Hauptgebäude des Krankenhauses gezogen. Dort hatte man einen Teil der früheren Station 2 zur provisorischen Pflegeeinrichtung umfunktioniert, aus Patienten- wurden vorübergehend Gästezimmer.

Die gleiche Verwandlung hatte 1999 der Bereich der jetzigen Kurzzeitpflege erlebt. Auf der Etage des Plattenbaus befand sich bis dahin eine Internistische Station. „Die Verweildauer in den Krankenhäusern ist rapide gesunken“, erklärt Geschäftsführerin Silke Ritschel den damaligen Schritt ihrer Vorgänger. Lag ein Patient früher im Schnitt 15 Tage auf der Station, sind es heute fünf Tage. Vorwiegend aus Kostengründen sollen die Krankenhäuser die Patienten immer früher nach Hause entlassen — obwohl nicht wenige sich dort gar nicht allein behelfen können und Pflege brauchen. Für diejenigen, die keiner akuten medizinischen Versorgung mehr bedürfen, aber Unterstützung beim Gesundungsprozess benötigen, sei die Kurzzeitpflege eingerichtet worden. Aus den anfänglich zehn wurden 13 Plätze. „Und die werden auch sehr gut nachgefragt“, bilanziert Ritschel.

Auch wenn die Gestaltung zum Teil noch an die Anfangszeit des Baus erinnerte. „Es hatte schon vielerorts noch den Charme der 90er Jahre“, gesteht die Sana-Geschäftsführerin. Und natürlich hätte man sich jetzt auch auf kleinere Verschönerungsarbeiten beschränken können. „Aber wir hätten hier früher oder später ohnehin investieren müssen“, sagt sie. Laut den Vorgaben waren die Sanitärausstattung als auch der Brandschutz bis spätestens 2018 auf den neuesten Stand zu bringen. Da habe man ein „bisschen“ mehr Geld in die Hand genommen und auch die Zimmer für die Bewohner und die Gemeinschaftsräume neu gestaltet.

Die Balkone, mit denen sechs der 13 Zimmer ausgestattet sind, können jetzt ohne störende Stufe betreten werden. Sie wurden herausgesägt. Die Balkontüren wurden breiter, öffnen nach außen und können so auch von Rollstuhlfahrern leicht bedient werden. Die alten Einbauschränke machten neuen Möbeln Platz. Die Balkonzimmer bekamen komplette Einzelbäder mit Duschen, in den anderen wurden die Sanitäranlagen ebenfalls erneuert. Völlig neu entstanden sind auch zwei Pflegebäder mit riesengroßen Duschbereichen und Wannen. Ein neues Ruf- und Sicherheitssystem wurde installiert. Es entstand ein Kaminzimmer und zwei Räume wurden zu einem großen Aufenthaltsbereich zusammengefasst.

Weil sich die Entscheidungsträgerinnen vor Ort nicht auf die Gestaltung einigen konnten, legten sie diese in die Hände einer unabhängigen Fachfrau: Eine Innenarchitektin hat Farben, Lampen, Tapeten, Bodenbeläge und Bilder ausgesucht, die jetzt die neu gestaltete Einrichtung prägen. „Dabei ist nicht alles nagelneu“, schränkt Silke Ritschel ein. Was an Ausstattung gut und dauerhaft war, wurde aufgearbeitet. Die Buchenholzstühle bekamen neue Sitzpolster und Handläufe und Tische aus massivem Holz ließ man aufpolieren. Ausschließlich bei regionalen Unternehmen, wie Silke Ritschel betont. 15 Firmen waren in den zurückliegenden Wochen an dem Umbau beteiligt.

220000 Euro hat sich Sana den Umbau kosten lassen. Eine stolze Summe, weiß auch Silke Ritschel. „Aber wenn man das Ergebnis sieht, ist das durchaus angemessen“, lobte sie bei der Wiedereröffnung die Arbeit der Handwerker.

Bewohner bleiben im Durschnitt zwei Wochen

Die Kurzzeitpflege „Am Raddas“ wurde 1999 eröffnet. Sie ist eine eigenständige Einrichtung in Trägerschaft der Sana-Krankenhaus Rügen GmbH. Die Pflegekräfte unter Leitung von Kirsten Roloff betreuen jährlich mehr als 330 Pflegegäste. Durchschnittlich bleiben die Bewohner etwa 14 Tage.

Die Kurzzeitpflegeeinrichtung bietet die Möglichkeit der befristeten vollstationären Versorgung Pflegebedürftiger. Für die Aufnahme in der Kurzzeitpflege kommen pflegebedürftige, behinderte und ältere Menschen in Betracht, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht wieder in ihrer Wohnung zurechtkommen oder in Ruhe die weitere Versorgung planen wollen.

In der Regel werden die Pflegekosten von den Pflegekassen übernommen. Dies erfolgt nach vorheriger Antragstellung. Die Kosten für die Unterbringung und die Verpflegung werden von den Pflegegästen selbst getragen.

Von Maik Trettin

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