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Rügen Zelt platzt mittlerweile aus allen Nähten
Vorpommern Rügen Zelt platzt mittlerweile aus allen Nähten
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00:00 06.12.2017
Immer zum Jahresausklang trainieren die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr von Putbus für das Neujahrsturnier im Brennball. Quelle: Foto: Uwe Driest
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Putbus

In der Weihnachtszeit ist alle anders. Verrichten die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr von Putbus ihren Dienst normalerweise am Freitag, bestimmt zum Jahresende vor allem eines den Ablauf: Brennball. Das ist eine Ballsportart, bei der Spieler „verbrennen“ können, dann aber nicht gelöscht werden sondern eine Runde aussetzen müssen. „Wir trainieren für den Neujahrspokal und da müssen wir uns nach den Hallenzeiten richten“, erklärt Felix Bäsell. Der 26-Jährige ist Jugendwart in Putbus und übt diese Funktion mit großer Hingabe und gemeinsam mit Nicole Zentner (28) aus. Zum Training am vergangenen Sonnabend erschienen fast alle der derzeit 18 Mitglieder. In der Spielpause schlagen Geschlechter-Klischees voll durch. Die Mädchen testen Parfüms in der Umkleide, während die Jungs sich unbemerkt einen Fußball schnappen.

Rügens älteste Jugendfeuerwehr freut sich über Zuwachs und benötigt dafür eine größere mobile Unterkunft

Die ersten Mitglieder der im April 1991 von Horst Behrend gegründeten Jugendfeuerwehr – und damit der ältesten der Insel – sind heute längst erwachsen. Das jüngste aktuelle Mitglied ist acht Jahre alt, das älteste, Michelle Krankel, kurz vor 18. Damit wird Michelle für die Jugendwehr zu alt, weswegen sie der vier Jahre jüngere Tim Sklorz in ihrer Funktion als Gruppenführerin vertritt. Michelle trat mit neun Jahren ein, „weil ich gern in einem Team bin und helfe“. „Wir sind dazu da, die Gruppe zusammenzuhalten und auch mal einen Streit zu schlichten“, sagt sie. Das machte sie so gut, dass sie jüngst die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr erhielt, die sie später auch an ihrer Ausgehuniform tragen darf. Ihre soziale Ader macht Michelle derzeit zum Beruf. „Ich lerne Erzieherin und kann dabei schon sehr von meinen Erfahrungen bei der Jugendfeuerwehr profitieren.“

Tim Sklorz kam erst vor fünf Jahren aus Stuttgart nach Putbus, wo sein Vater das Uhren- und Musikgerätemuseum vom Opa übernahm und ist nun amtierender Jugendgruppenleiter. „Ich wollte schon in Stuttgart zur Feuerwehr und trat dann in Putbus gleich ein“, sagt er. „Das ist cool, weil man viel lernt. Außerdem gehe ich in Sellin zur Schule und durch die Jugendfeuerwehr kann ich auch mal Putbusser Kinder treffen.“

Die Jugendwarte freuen sich über einen guten Betreuerstamm aus vier bis sechs Eltern und bei der Akquise von Nachwuchs habe sich die Brandschutzerziehung in der örtlichen Grundschule „Boddenwind“ als erfolgversprechend erwiesen, sagt Nicole Zentner, die im richtigen Leben Brot und Gebäck in einer Göhrener Bäckerei verkauft. „Kinder kann man nie genug haben“, findet Bäsell. „Es wird dann zwar stressiger, aber wenn ich das Ergebnis sehe, denke ich immer, dass es sich dafür lohnt.“Da die Putbusser Jugendfeuerwehr im vergangenen Jahr stark gewachsen ist, „benötigen wir jetzt dringend ein neues Zelt, um alle Kinder und Jugendlichen bei Zeltlagern trocken und warm durch die Nacht zu bekommen“, sagt er. Jugendarbeit sei nämlich auch in der Feuerwehr mehr, als nur Nachwuchs für den Brandschutz zu gewinnen. Gerade im ländlichen Raum übernimmt die Feuerwehr oftmals Aufgaben für die Ausbildung von Herz und Hirn, Körper und Charakter. „Wir vermitteln Teamfähigkeit, Lösungs-Kompetenz und Fähigkeit zur Kommunikation damit die jungen Menschen Toleranz und Wertschätzung lernen und sich in das soziale Gemeinwesen einfügen“, sagt Bäsell und die Begriffe kommen ihm nicht einfach so über die Lippen. Auch in seinem Beruf als Coach für Kommunikation und Verkauf im Call Center füllt er sie täglich mit Inhalt. Deswegen besteht der „Dienst“ der Jugendfeuerwehr nicht nur aus dem obligatorischen „Löschangriff nass“, sondern eben auch aus Sport, Grillen oder Kino. Einmal im Jahr schippert die gesamte Gruppe mit der „Julchen“ über den Bodden um die Insel Vilm oder bis zur Entmagnetisierungsstation.

Das Angebot überzeugte vor gut einem Jahr auch den zehnjährigen Max Legrand. „Ich kam durch meinen Freund Wiliam in die Jugendfeuerwehr und inzwischen ist auch mein Vater in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten“, erzählt er. Jetzt freuen sich alle schon auf das Wochenende vor Weihnachten, wenn gemeinsam in der Feuerwache übernachtet wird. Abends gucken wir einen Film und am nächsten Tag geht es ins Bergener Kino. Mal sehen, welcher Film infrage kommt“, sagt Felix Bäsell.

Spenden für die Jugend

In diesem Jahr sammelt die OSTSEE-ZEITUNG Rügen für die Jugendfeuerwehren auf der Insel.

Ob Wettkampfausrüstung, T-Shirts oder Ausflüge - Geld ist bei den Jugendwehren knapp.

Dabei sind sie im ländlichen Bereich oft einzige Anlaufstelle für die Kids.

Hier lernen sie nicht nur Verantwortung zu übernehmen, sondern auch Kameradschaft kennen. Wir finden dieses Engagement spitze und wünschen uns, dass viele Spenden zusammenkommen, um die Zukunft der Jugendwehren auf Rügen zu sichern.

In den vergangenen Tagen haben Regina und Hans Lötje (20), Carmen Beer (20), Elke und Manfred Mueller (50), Brigitte Arndt

(50), Christian Kasbohm (50), Frank Hauptmann (50), Brigitte und Jürgen Drews (30). Spendenstand ist nun 2372 Euro.

Spendenkonto:

IBAN:DE30150505000000053953

Kontonummer: 53953

Bank: Sparkasse Vorpommern

BLZ 15050500

Betreff: Helfen bringt Freude

Uwe Driest

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