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Rügen Mieter in Dranske klagen gegen Vermieter
Vorpommern Rügen Mieter in Dranske klagen gegen Vermieter
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07:00 08.11.2018
Sigrid Balzer sammelt sämtliche Schreiben ihres Vermieters und heftet sie ab. Quelle: Mathias Otto
Dranske

Der Ärger zwischen Mietern der Wittower Straße und der GV Nordost Verwaltungsgesellschaft mbH nimmt kein Ende. Seit Langem beklagen sich die Mieter, dass ihre Nebenkosten außergewöhnlich hoch sind. Viele Anwohner lassen sich über Rechtsanwälte vertreten und klagen gegen die Eigentümer und Hausverwaltung.

Rolf Elgeti, bekannter Investor und finanzieller Retter von Fußball-Drittligist Hansa Rostock, besitzt viele Immobilien in MV, darunter zusammen mit seinem Bruder Horant einige Wohnblöcke in Dranske. Und hier wird die Luft immer dicker. Anwohnerin Sigrid Balzer (63), die seit fast elf Jahren dort wohnt, bemängelt die schlechte Bausubstanz in diesem Plattenbau, was zu erhöhten Nebenkosten führe.

470 Euro sollte Sigrid Balzer für die jüngste Nebenkostenabrechnung nachzahlen. „Zusammen mit den Mahngebühren ist die Summe mittlerweile auf 692 Euro angewachsen“, sagt sie. Sie hat alle Schreiben aufgehoben und abgeheftet. „Am 25. Oktober kam der letzte Anruf der Wohnungsgesellschaft. Sie forderten das Geld. Ich soll meine Schulden bezahlen, hat die Dame am Telefon gesagt“, so die Frau mit Schwerbehinderung. Ihr Anwalt habe ihr aber geraten, stur zu bleiben und nicht zu bezahlen.

Eine Sanierung in ihrem Aufgang stehe demnächst auch an. Laut einem Schreiben der Hausverwaltung sollen ab 30. November unter anderem die Bäder und die Elektronik erneuert werden. „Ich weiß nur, dass die Arbeiten bis Ende März gehen sollen. Mit mir hat noch keiner gesprochen, wann genau in meiner Wohnung gearbeitet wird. Ich kann mich gar nicht darauf einstellen“, sagt sie. Auch in diesem Fall hat ihr Rechtsbeistand geraten, ohne konkrete Terminabsprache keinen Handwerker in die Wohnung zu lassen.

Einen Eingang weiter ärgert sich Angela Cordes über ihren Vermieter. Bei ihr war die Abrechnung sogar so hoch, dass sie zuletzt 2300 Euro nachzahlen musste. Nachdem ihr Rechtsbeistand für sie gekämpft hatte, konnte die Summe nach unten korrigiert werden, allerdings nur geringfügig. Sie zahlt jetzt diesen Betrag in Raten ab. „Obwohl mir beim Einzug Ende 2015 eine sanierte Wohnung versprochen wurde, kann ich nur sagen, dass es sich dabei um einen großen Betrug handelt“, berichtet Angela Cordes. Sie klagt über Schimmelbefall, undichten Fenstern und Türen und einem schlecht funktionierenden Wasserboiler. „Und trotzdem soll die Warmmiete von damals 420 auf 609 Euro erhöht werden. Mein Anwalt sagt, dass ich die Mieterhöhung nicht mitgehen soll.“

Horant Elgeti, Geschäftsführer der GV Nordost Verwaltungsgesellschaft mbH, gibt allerdings zu verstehen, dass Mieter mit Zahlungsrückständen auch mit den Konsequenzen leben müssen. „Wenn Betriebskostennachzahlungen oder Mieten nicht bezahlt werden, erfolgt ein standardisierter Mahnprozess, mit erster bis dritter Mahnung“, sagt er. Konsequenzen gebe es auch, wenn jemand einer Sanierung nicht zustimmen sollte oder den Zutritt zur Wohnung verweigert. In diesem Fall „wird die Sanierung aller in dem Aufgang befindlichen Wohnungen zumindest verzögert. Leidtragende davon sind im Wesentlichen die anderen Mieter in den umliegenden Wohnungen“, sagt Horant Elgeti.

Aus seiner Sicht gebe es allerdings keinen Ärger mit Anwohnern in der Wittower Straße. In diesem Block seien mit allen Mietern Einigungen erzielt worden. „Hiervon ausgenommen sind zwei Mietparteien, wobei bei einer davon die mündliche Klärung ebenfalls erfolgt ist. Von einer Mietpartei gibt es keine Rückmeldungen und keine Zahlungen“, sagt er.

Er bietet aber ein erneutes Gespräch zwischen den Mietern und der Verwalterin an. „Dass wir mit allen anderen Mietern Einigungen erzielt haben, zeigt deutlich, dass wir gerne bereit sind, über alle Probleme zu sprechen und individuelle Lösungen zu finden“, sagt er.

Mathias Otto

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