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Zu teuer: Partner für Tierpark gesucht

Sassnitz Zu teuer: Partner für Tierpark gesucht

Sassnitzer Stadtvertreter wollen Zuschuss der Kommune für Betrieb der Anlage auf 65000 Euro im Jahr deckeln.

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Die beiden Waschbären „Ouzo“ und „Campari Whiskey“ schauen mit neugierigem Blick aus ihrem Gehege im Sassnitzer Tierpark als scheinen sie zu fragen: Was wird aus unserem Zuhause?

Quelle: Udo Burwitz

Sassnitz. Die Stadtvertreter wollen die Kosten der Kommune für den Tierpark in Sassnitz drücken. Deshalb soll Bürgermeister Frank Kracht jetzt nach potentiellen Geldgebern suchen, die sich an der Finanzierung der Anlage beteiligen. Mit Stimmenmehrheit beauftragten die Kommunalpolitiker den Rathauschef in ihrer Sitzung am Dienstag, mit möglichen Partnern wie dem Landkreis, der Tourismuszentrale Rügen und umliegenden Gemeinden Gespräche zu führen.

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Sassnitzer Stadtvertreter wollen Zuschuss der Kommune für Betrieb der Anlage auf 65000 Euro im Jahr deckeln.

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„Es kann nicht sein, dass alle sagen, wir haben in Sassnitz einen Tierpark, der so toll für die gesamte Insel ist, die Kosten dafür aber ausschließlich unsere Kommune trägt. Wenn er so toll ist, dann soll sich auch die ganze Insel daran beteiligen, die Verluste des Tierparks auszugleichen“, begründete Stefan Grunau einen von der CDU-Fraktion eingebrachten Antrag zur Suche nach potentiellen Geldgebern für die Anlage, der das Aus droht, weil sie nicht mehr den strengen Zoorichtlinien der EU entspricht. „Ich soll verhandeln. Aber worüber? Über den Tierpark, wie er jetzt ist, über das von der Verwaltung vorgelegte Konzept zur grundhaften Erneuerung der Anlage oder über ein neues Konzept?“, entgegnete Frank Kracht auf den CDU-Antrag und forderte: „Geben Sie mir bitte eine klare Grundlage für die Verhandlungen an die Hand.“

„Wir sind in punkto Tierpark jetzt schon im verflixten siebten Jahr“, strich Norbert Schult, Fraktionsvorsitzender der Linken, heraus. Die hatten zur Sitzung ebenfalls einen Antrag eingereicht.

Inhalt: Die Verwaltung soll den eingeschlagenen Weg für eine grundhafte Erneuerung des Tierparks weiter beschreiten. „Dafür ist eine 90-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Damit kann der Tierpark erhalten bleiben“, begründete Schult. Obwohl die Linken sogar Bereitschaft signalisierten, ihren Antrag an den der Christdemokraten zu koppeln, fanden sie keine Mehrheit.

„Wir haben diese millionenschweren Pläne zur Neugestaltung des Tierparks aber gestoppt“, erinnerte SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert Benedict an die Sitzung am 15. März und gab den Linken damit zu verstehen, dass sie Mehrheiten akzeptieren müssen. Mit Stimmenmehrheit hatten die Stadtvertreter im März dem Ergebnis jahrelanger Planung eine Absage erteilt. Die Verwaltung hatte zur Sitzung das Konzept für eine Neugestaltung der Anlage vorgelegt. Kostenpunkt: mehr als zwei Millionen Euro. Zu teuer, erteilten die Volksvertreter dieser Variante mehrheitlich eine Absage. Ausschlaggebend für die Ablehnung war vor allem das vorgelegte Betreiberkonzept. Kernaussage: Trotz millionenschwerer Investition wird die Stadt – aktuell alleiniger Eigentümer und Betreiber des Tierparks – ihren Zuschuss für die Anlage nicht gravierend senken können. Das, so kritisieren die Ablehner, sei aber eins der wichtigsten Ziele, die mit der Investition verfolgt werden. Aktuell muss die Stadt jährlich einen Zuschuss von rund 220000 Euro für den Tierpark aufbringen.

Statt der angepeilten Neugestaltung forderte die Mehrheit der Kommunalpolitiker im März einen moderaten Rückbau der Anlage. „Sie soll zu einem Heimattiergarten mit heimischen und nicht pflege- und betreuungsintensiven Tierarten umgestaltet werden“, erinnerte Benedict am Dienstag. Dieser Umbau sei doch ein klar formulierter Auftrag für den Bürgermeister, fand er.

Norbert Schult gab Kontra: „Sie wollen einen Streichelzoo. Dann können wir den Tierpark gleich dicht machen“, entgegnete er. Dorothea Holtz (ebenfalls Linke) hielt es kaum noch auf dem Stuhl. „Die 90-prozentige Förderung ist an das von der Verwaltung vorgelegte Konzept gebunden. Wo nehmen Sie das Geld für eine Umgestaltung zum Heimattiergarten her?“, wollte sie vom SPD-Fraktionsvorsitzenden wissen.

Norbert Benedict präzisierte indes, was darunter zu verstehen ist: Für einen Umbau zum Heimattiergarten soll das gesamte Areal planerisch betrachtet werden. Dabei soll der Tierpark so konzipiert werden, dass er als Entree in den Nationalpark Jasmund dem Anspruch der Prädikatisierung als Weltna-

turerbe gerecht wird und als Alleinstellungsmerkmal erkennbar ist. Eine ähnliche Idee, den Tierpark zum Tor des Nationalparks zu gestalten, hatte vor wenigen Tagen erst die Wählerinitiative für Sassnitz den Einwohnern der Hafenstadt präsentiert. Mit Stimmenmehrheit beauftragte die Stadtvertretung den Bürgermeister, die Planung zur Tierpark-Umgestaltung nach diesen Prämissen jetzt anzuschieben.

Obwohl diese neuen Pläne noch gar nicht auf dem Tisch liegen und somit auch nicht fest steht, wie viel die Umgestaltung zum Heimattiergarten und dessen künftiger Unterhalt kosten wird, soll Frank Kracht zudem mit möglichen Partnern in Kreis, Kommunen und der Tourismusbranche über eine Beteiligung verhandeln. Die Maßgabe dafür haben die Christdemokraten in ihrem Antrag festgeschrieben. Sie wollen Partner ins Boot holen, um die Kosten der Kommune für den Tierpark in Zukunft senken zu können. Und das drastisch. „Anzustreben ist, dass die Zuschüsse der Stadt zum laufenden Betrieb des Tierparks 65000 Euro pro Jahr nicht übersteigen“, heißt es in dem Antrag, dem die Mehrheit der Stadtvertreter mit den SPD-Ergänzungen ihre Zustimmung gab.

Udo Burwitz

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