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Zu wenig Wasser: Bergens Baumriesen gehen langsam ein

Bergen Zu wenig Wasser: Bergens Baumriesen gehen langsam ein

Die Bismarck- sowie die Billroth-Eiche im Zentrum der Stadt sind besonders betroffen / Die Stadtverwaltung arbeitet an einer Lösung des Problems

Bergen. Die Stadt ist auf Rettungsmission. Unter der Federführung von Ordnungsamtsmitarbeiter Matthias Bräse sollen die sogenannten Solitärbäume davor bewahrt werden, langsam zu verdursten. Ganz oben auf der Liste der gefährdeten Bäume steht die Bismarck-Eiche im Bereich Calandstraße/Bahnhofstraße und die Billroth-Eiche am Goldenen Brinken. „Diese beiden kulturhistorischen Bäume leiden derzeit am meisten unter den verkehrstechnischen Veränderungen“, sagt Bräse. „Mittlerweile ist es so, dass dort kaum noch Regenwasser ankommt, da es zum Beispiel in die Kanalisation abgeleitet wird.“

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Eichen in Bergen

Die Bismark-Eiche ist eine Stiel-Eiche und hat einen Umfang von rund 3, sowie eine Höhe von etwa 25 Metern. Die Billroth-Eiche wurde zu Ehren des bedeutenden Chirurgen Theodor Billroth gepflanzt und hat einen Umfang von 3,55 Meter, ist ungefähr 120 Jahre alt und seit 1950 ein Naturdenkmal.

Zwar würden die Bäume weiter austreiben, in den Kronen mehre sich aber der Totholzanteil, was auf ein Sterben auf Raten hindeute.„Wir haben eine zeitlang versucht, den Bäumen Nährstoffe zuzuführen, gebracht hat das aber nichts“, schildert der Ordnungsamtsmitarbeiter erste Versuche. „Jetzt wollen wir in Sachen Wasserversorgung einiges in Angriff nehmen.“ Natürlich dürfe das Ganze auch aus Kostengründen in der Herstellung keinen großen Aufwand erzeugen, müsse aber umso effektiver für die Bäume sein.

Die Umleitung des Niederschlagswassers sei durch das Bauamt geprüft worden, habe sich aber nicht als praktikabel erwiesen. „Jetzt steht die Zuführung von Aktivwasser über eine Leitung zur Debatte“, sagt Matthias Bräse weiter. „Da werden mehrere Varianten geprüft. Wird eine Methode gefunden, kann diese aber erst mit der Bestätigung des Haushalts für 2017 zur Anwendung kommen, weil dort das Geld zur Verfügung gestellt werden muss.“ Der Druck zu handeln sei hoch, meint Bräse.

Laut einer Information von Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke an die Stadtvertreter gehört auch die Pyramiden-Eiche in der Marktstraße zu den gefährdeten Bäumen. Sie sei zwar jüngeren Datums als die beiden zur Priorität erklärten Bäume, weise aber bereits erhebliche Schäden auf.

„Neben dem wichtigen Erhalt der genannten Altbäume wird es darauf ankommen, an geeigneten Stellen bei allen städteplanerischen und städtebaulichen Erfordernissen auch langfristig Platz für die nächste Baumgeneration zu schaffen und zu reservieren“, richtet Bergens Bürgermeisterin bereits den Fokus in die Zukunft. „ Dabei können bestehende Einzelbaumpflanzungen genutzt werden, wie die Platane am Dreieck Rathaus/Deutsche Bank.“ Die Platane solle auf lange Sicht als ein fester Eckpunkt bei weiteren Gestaltungsplänen für den Markt fungieren. Darüber hinaus seien bestehende Pflanzungen in diesem Bereich so angelegt, dass nicht der Einzelbaum im Mittelpunkt stehe, „sondern der Baumbestand in Baumreihen oder Gruppen, ergänzt durch massiv kronenbildbeeinflussende Schnittformen, die städtebauliche Strukturen wie Gehachsen, Häuserzeilen usw. unterstützen“.

Im Rathaus herrscht die Meinung vor, dass neben solchen Strukturelementen am Markt ein Solitärbaum fehlt, der einen Zentrums- und Marktcharakter unterstützen würde. Dazu wünscht sich Anja Ratzke die Unterstützung der Stadtvertreter und Einwohner.

Jens-Uwe Berndt

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