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Zukunftsmusik: Rabatt-Ausweise als Dank für freiwillige Helfer

Stralsund Zukunftsmusik: Rabatt-Ausweise als Dank für freiwillige Helfer

Da sage noch jemand, dass die heutige Gesellschaft nur noch aus Ellenbogenmentalität und persönlichem Egoismus, dem fremdes Leid gleichgültig ist, besteht. Von alledem war zumindest bei der 9.

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Stabile-Seitenlage: Die ehrenamtlichen Rügener DRK-Sanitätshelferinnen Steffie Koos und Paulina Timm (liegend) demonstrieren, wie eine verletzte Person sicher geborgen wird.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Da sage noch jemand, dass die heutige Gesellschaft nur noch aus Ellenbogenmentalität und persönlichem Egoismus, dem fremdes Leid gleichgültig ist, besteht. Von alledem war zumindest bei der 9. Ehrenamtsmesse im Rathauskeller und auf dem Alten Markt in Stralsund am Sonnabend nichts zu spüren. Über 50 Vereine, Initiativen, Behörden, Institutionen und private freiwillige Helfer aus der Region präsentierten sich hier mit kleinen oder auch größeren Informationsständen.

OZ-Bild

Da sage noch jemand, dass die heutige Gesellschaft nur noch aus Ellenbogenmentalität und persönlichem Egoismus, dem fremdes Leid gleichgültig ist, besteht. Von alledem war zumindest bei der 9.

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Neben den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes informierte auch die Stralsunder ASB-Rettungshundestaffel über ihre Arbeit. Die ehrenamtlichen Hundeführer leisten mit ihren tierischen Spürnasen einen eher stillen Dienst, der bisher noch nicht so stark in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.

„Wenn demente oder auch suizidgefährdete Menschen verschwunden sind, kommen wir zum Einsatz, aber auch wenn es nach einem Kreidefelsenabbruch auf die Suche von verschütteten Personen geht“, erklärt Leiterin Eva Köhler, die mit ihren 13 Kollegen in ganz Mecklenburg-Vorpommern unterwegs ist. Diese Arbeit leisten die Frauen und Männer, die ansonsten Krankenschwester oder Beamte sind, in ihrer Freizeit.

Eine Absicherung von großen Volksfesten oder Konzertveranstaltungen wie die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek wäre ohne die Hilfe von freiwilligen Rettungssanitätern des DRK-Kreisverbandes Rügen-Stralsund nicht möglich. DRK-Sanitätshelferin Steffi Koos und die Praktikantin Paulina Timm demonstrierten den Messebesuchern, wie frisch Verunfallte in die sichere Seitenlange gebracht werden.

Mit ihren fast 82 Lebensjahren leistete auch die Stralsunderin Christa Ehlers Lobby-Arbeit im Auftrag des Fördervereins für Landschaft und Naturschutz Devin. Die Halbinsel Devin südöstlich von Stralsund gehört mit ihrer überaus reichen Pflanzen- und Tierwelt zu den ökologisch wertvollsten in der gesamten Region. Die mehr als 130 Vogelarten, darunter Seeschwalben, Austernfischer und Rohrammer können auf der Höhe 23 friedlich brüten. Damit das auch so bleibt, setzen sich die Fördervereinsmitglieder aktiv für den Erhalt dieses einzigartigen Landstriches ein.

Erstmals bot ein Rechtsanwalt aus Greifswald kleine Seminare zu juristischen Fragen bei der Ehrenamtsarbeit an. Das Stralsunder Steuerberatungsunternehmen Schomerus, das mit seinen Niederlassungen in Hamburg und Berlin speziell für so genannte Non-Profit-Unternehmen (die keine Profite erwirtschaften) bundesweit fachliche Hilfe anbietet, war ebenso erstmals auf der Ehrenamtsmesse vertreten.

„Wir bieten gemeinnützigen Körperschaften unsere fachliche Unterstützung zu fiskalischen Fragen, aber auch in puncto Gehalts- und Lohnabrechnungen, an, damit sie sich ausschließlich auf ihre eigentliche Arbeit konzertieren können“, sagte der Stralsunder Schomerus-Mitarbeiter und ehemalige FH-Student Henry Wiese, der mit seiner Kollegin Grit Steinwedel auch eine kleine Umfrage initiierte.

„Wir möchten herausfinden, ob die Leute es begrüßen, wenn ehrenamtliche Helfer eine Ehrenamtskarte, ähnlich wie der Strela-Pass, für Rabatte erhalten würden“, so Grit Steinwedel. Wenn sich eine Mehrheit dafür finden würde, könne dieser Vorschlag in die Bürgerschaft eingebracht werden, finden die beiden Schomerus-Mitarbeiter. Die Intention dahinter ist der Anreiz, sich unentgeltlich sozial zu engagieren und dafür zumindest eine kleine geldwerte Leistung zu erhalten.

Von Christian Rödel

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