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Juliusruh Zum Löschen in den Kiefernwald

An der Schaabe probten vier Nord-Rügener Wehren für den Einsatz im Ernstfall.

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Alles nur Übung: Vier Wehren probten auf dem Aquamaris-Gelände in Juliusruh für den Ernstfall. Fotos (2): Maik Trettin

Juliusruh. Der Dampf, der aus den Fenstern dringt, ist kaum zu sehen. An nahezu alles hatte Bodo Damerius gedacht, als er die Feuerwehrübung auf dem Gelände der Aquamaris Strandresidenz in Juliusruh vorbereitete. Doch auf das Wetter hat auch der Technik-Leiter der 700-Betten-Anlage keinen Einfluss. Wochenlang war es auf dem sandigen, kiefernbestandenen Areal gleich hinter der Düne knochentrocken. Und jetzt ist die Luft vom Dauerregen so wassergesättigt, dass der Nebel, den die Maschine im Wohnzimmer des Ferienhauses Nummer 82 produziert, in dem grauen Himmel gar nicht auffällt. Die wenigen Gäste, die an diesem Freitagabend vor die Tür gehen, haben die Kapuzen tief in die Gesichter gezogen.

Dass dann schließlich doch die Sirene ertönt und Minuten später die Feuerwehr aus Breege und die Sanitäter aus der Altenkirchener Rettungswache anrücken, dafür haben mehrere Beteiligte gesorgt. „Ich habe nur — wie ein Gast — vorn an der Rezeption angerufen und Bescheid gesagt, dass es hier qualmt“, sagt Damerius. Die Kollegen vom Empfang haben dann offenbar über den Notruf die Leitstelle informiert. Die schickte neben der örtlichen Wehr und dem erwähnten Rettungswagen auch die Kameraden aus Dranske, Glowe und Altenkirchen an den vermeintlichen Brandort. Die Wieker Feuerwehr wurde für den Fall, dass in dieser Zeit andernorts wirklich Retter gebraucht werden, zurückgehalten.

„Wir haben nichts weiter vorbereitet“, sagt der Technik-Leiter. „Es soll unter möglichst realen Bedingungen geprobt werden, um zu sehen, wo es klemmt.“ Es klemmt gleich am Anfang: Einer der Poller, die die eigentliche Feuerwehrzufahrt auf das Gelände vom übrigen Fahrzeugverkehr freihalten sollen, lässt sich nicht wie geplant umlegen — auch nicht mit eilig herbeigeschafftem Handwerkszeug. Von der Rezeption bis zum Hydranten und dem Ferienhaus am Ende der Anlage müssen Schläuche und die übrige Technik mit Wagen und per Hand transportiert werden. In der verqualmten Erdgeschosswohnung wird eine verletzte Person vermutet. Doch die lebensgroße Stoffpuppe, die Bodo Damerius vor Beginn der Übung zwischen Couch und Tisch deponiert hat, muss noch auf ihre Rettung warten. Zwar haben die Atemschutzträger an der Rezeption einen Schlüssel für das Haus bekommen. Aber der passt nicht. Im Ernstfall würde sich die Feuerwehr gewaltsam Zutritt verschaffen, sagt der Amtswehrführer Jens Steinfurth, der diesen Einsatz leitet. Bei der Übung bleibt Gelegenheit, noch einmal nachzufragen. Mittels Chip lässt sich die Tür öffnen. Der Schlüssel an dem Bund, erfahren die Kameraden, sei für andere Einrichtungen im Haupthaus. Während zwei Feuerwehrleute die Puppe aus den „Flammen“ retten und an die Rettungssanitäter übergeben, werfen ihre Kollegen einen Generator an, der mit hohem Druck den Dampf aus dem Gebäude bläst. Ein paar Meter weiter „wässern“ andere Kameraden den Kiefernwald, der die Ferienhäuser umgibt. Im Ernstfall kann das Feuschnell auf die Bäume übergreifen. „Das ist zum Glück noch nie passiert“, sagt Bodo Damerius. Aber es sei schon vorgekommen, dass Gäste ein bloßes Teelicht auf einen Holztisch stellen — und dann vergessen.

Jens Steinfurth und seine Kollegen sind zufrieden. Das Wichtigste: Leistungsfähige Hydranten sind auf dem Gelände in ausreichender Zahl vorhanden. Ein Trupp hatte auch erkundet, ob die Schläuche über die Promenade hinweg an den Strand verlegt werden könnten, um die Ostsee „anzuzapfen“. Das, weiß Steinfurth, funktioniert aber nur bedingt: „Bei auflandigem Wind wird im Meer so viel Sediment aufgewirbelt, dass die Pumpen Schaden nehmen und irgendwann aussteigen.“ Für solche Fälle gibt es im Aquamaris immer noch eine eiserne Reserve: 250 Kubikmeter sauberen Wassers befinden sich ständig im Schwimmbecken.

Bei auflandigem Wind wird im Meer so viel Sediment aufge- wirbelt, dass die Pumpen Schaden nehmen und aussteigen.“Jens Steinfurth, Wehrwehrführer
INSEL INTIM
Jens-Uwe Berndt

berichtet aus
Rügens Szene.

☎ 03838/201 48 36

 



Maik Trettin

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