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Rügen Zum Weltmädchentag war es pink in Sellin
Vorpommern Rügen Zum Weltmädchentag war es pink in Sellin
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09:32 12.10.2018
Besucher tanzten auf der Selliner Seebrücke mit pinken Luftballons zu Pharrell Williams Lied „Happy“. Quelle: Mathias Otto
Sellin

Die Seebrücke Sellin war am Donnerstag zum Weltmädchentag von Pink umgeben. Die Kinderhilfsorganisation Plan International hat mit der Illuminierung darauf aufmerksam gemacht, dass es noch viel zu tun gibt, bis Mädchen und Frauen auf dieser Welt gleichberechtigt sind. In knapp 30 Städten in Deutschland leuchteten fast 60 bekannte Gebäude, Wahrzeichen und Denkmäler. Das Ostseebad hatte das Land MV vertreten.

Der Höhepunkt: ein sogenannter Flashmob, also ein spontaner Menschenauflauf auf der Brücke. Hunderte Menschen haben das farbenfrohe Spektakel zum Lied „Happy“ des Sängers Pharrell Williams genossen: einige auf der Brücke und dazu Schaulustige auf der Treppe und am Strand. „Ich mag diese Aktion und unterstütze sie selbst mit kleinen Spenden seit drei Jahren. Hier wird sich für Mädchen in Ländern stark gemacht, wo es noch keine Gleichberechtigung gibt“, sagt etwa Besucherin Bärbel Hamann (45) aus Bremen. „Eine gelungene Aktion. Ich habe mir das Infomaterial, was hier verteilt wird, durchgelesen. Und ich bin erschrocken, in wie vielen Ländern diese Ungerechtigkeit herrscht“, sagt Lutz Krämer (61) aus Wiesbaden.

Dr. Ines Dähnert von der Plan-Aktionsgruppe Vorpommern-Rügen kam mit vielen Leuten ins Gespräch und berichtete von der weltweiten Bewegung „Because I am a Girl“ und wie dadurch Mädchen gestärkt werden sollen. „Vernachlässigung, Ausbeutung, Gewalt oder zu frühe Heirat - vor allem Mädchen in Entwicklungsländern werden oft benachteiligt. Aus dem Grund ist dieser Aktionstag entstanden“, sagt sie. Zum sechsten Mal ist sie zusammen mit anderen Ehrenamtlichen in Vorpommern an verschiedenen Orten wie Stralsund oder Greifswald unterwegs. „Seit 2016 haben wir uns nun schon zum dritten Mal für Sellin entschieden. Der Ort und die Atmosphäre haben von Anfang an gepasst. Und obendrein ist die Seebrücke ein echter Blickfang“, so Ines Dähnert. Neu dabei als Partner ist die Kurverwaltung Sellin.

„In vielen Ländern sind Mädchen extrem benachteiligt. Wir freuen uns, dass wir mit der Beleuchtung der Seebrücke dazu beitragen können, zusammen mit Plan International auf die Rechte von Mädchen aufmerksam zu machen“, sagt Steffi Besch von der Kurverwaltung.

Die Mitglieder der Plan-Aktionsgruppe nutzten an diesem Nachmittag auch die Gelegenheit, ihre aktuellen Projekte vorzustellen. „Wir wollen zeigen, was wir tun können, um Veränderungen zu schaffen. Deshalb haben alle Mitglieder sogenannte Kinderpatenschaften übernommen - etwa in Nepal, Indien, Burkina Faso oder Togo. Mit einem kleinen finanziellen Beitrag geben wir unseren Patenkindern die Chance auf eine selbstbestimmte Kindheit und eine bessere Zukunft“, so Ines Dähnert.

Viele Besucher informierten sich ebenso über das Schulprojekt in Malawi. In diesem afrikanischen Binnenstaat sind die meisten Klassen überfüllt, im Schnitt sitzen 160 Kinder in einer Klasse. An zwei Grundschulen in Malawi werden aktuell zehn neue Klassenzimmer, sanitäre Anlagen und Unterkünfte für die Lehrkräfte gebaut. „Wir richten dort auch neue Wasserversorgungssysteme ein und statten die Schulen mit Lehrmaterialien und Möbeln aus“, sagt Ines Dähnert.

Weltmädchentag gibt es seit 2011

Weltweit gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Besonders in den ärmsten Ländern schließt nur gut die Hälfte aller Mädchen die Grundschule ab. Weltweit gehen im Schnitt 16 Prozent der Mädchen nicht auf eine weiterführende Schule. Auf Initiative der Kinderhilfsorganisation Plan International erklärten die Vereinten Nationen seit 2011 den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“, dem Weltmädchentag.

Plan International ist eine religiös und weltanschaulich unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für die Chancen und Rechte der Kinder engagiert. Seit 80 Jahren arbeiten deren Mitglieder daran, dass Mädchen und Jungen ein Leben frei von Armut, Gewalt und Unrecht führen können.

Diese Organisation möchte eine Welt gestalten, die Ungerechtigkeit beendet, Mädchen wertschätzt und ihre Rechte fördert. Mit der globalen Bewegung „Because I am a Girl“ will Plan bis 2030 Gleichberechtigung für Mädchen und junge Frauen verwirklichen.

Otto Mathias

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