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Zwei Brände an einem Tag in Binz

Binz Zwei Brände an einem Tag in Binz

Beim ersten Feuer entstand ein Schaden von mehr als 100000 Euro, beim zweiten waren Menschenleben in Gefahr

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Gestern Nachmittag musste die Feuerwehr zu einem Brand in der Binzer Bahnhofstraße ausrücken.

Binz. Feuerwehr im Dauereinsatz: Binnen weniger Stunden hat es in Binz gleich zweimal gebrannt. Dabei entstand beim ersten Feuer ein gewaltiger Sachschaden, beim zweiten wurde ein Mensch leicht verletzt.

OZ-Bild

Beim ersten Feuer entstand ein Schaden von mehr als 100000 Euro, beim zweiten waren Menschenleben in Gefahr

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Der erste Brand war am späten Mittwochabend im Appartementhaus „Villa Veste“ ausgebrochen. Gegen 22.20 Uhr ging der Alarm ein. Nur fünf Minuten später traf die Freiwillige Feuerwehr Binz mit 17 Kameraden, Löschfahrzeug und Drehleiter ein. Gemeinsam mit Kameraden aus Bergen konnte das Feuer noch in der Entstehungsphase gelöscht werden, teilte die Polizei gestern mit. Parallel zu den Löscharbeiten waren die vier Wohnungen im Obergeschoss evakuiert worden. Aufgrund der starken Rauchentwicklung durch den Schwelbrand in einem Kunstgewerbe- und Souvenirgeschäft im Erdgeschoss wurden auch die benachbarten Läden, darunter ein Tee- und Sanddorngeschäft, sowie die darüber befindlichen vier Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen. Brandstiftung ist unwahrscheinlich. „Nach gegenwärtigen Erkenntnissen kommt eher ein technischer Defekt an einem elektronischen Verteiler als mögliche Ursache in Frage“, sagte Polizei-Sprecherin Ilka Pflüger.

Den Schaden schätzte die Polizei gestern auf mindestens 100000 Euro. Das dürfte kaum reichen, glaubt Petra Becher. Ihr und ihrem Mann Thomas gehören die drei betroffenen Geschäfte an der Binzer Hauptstraße. Die Möbel seien nicht von der Stange gewesen, sondern von einem Ladenbauer maßgeschneidert worden. Allein die Lampen hätten einen Wert von etwa 15000 Euro gehabt. Das Ehepaar Becher geht davon aus, dass die Versicherung den Schaden zwar regulieren, der Verdienstausfall aber wohl erheblich ausfallen werde. „Wir schätzen, dass wir frühestens in zwei Monaten wieder eröffnen können“, sagt Petra Becher. „Das Oster-Geschäft wird uns damit vollständig entgehen.“

Die „Villa Veste“ gehört den Schwiegereltern von Petra Becher, die auch den Brandgeruch wahrgenommen und die Einsatzkräfte alarmiert hatten. Vesta ist die römische Göttin von Heim und Herd und die „Hüterin des heiligen Feuers“ – was nach dem Brand fast zynisch klingt. Während es bei diesem Feuer aber wenigstens keine Verletzten gab, musste bei einem zweiten Brand gestern Nachmittag ein 25-jähriger Mann wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt werden.

Ausgebrochen war das Feuer in einem Zimmer eines Mehrfamilienhauses in der Bahnhofstraße. Wie die Polizei mitteilte, hatte eine 28-jährige Mieterin offenbar auf einem Fensterbrett ihrer Wohnung eine Kerze entzündet und zu einem späteren Zeitpunkt die Wohnung verlassen, ohne die Kerze zu löschen. Als sie in ihre Wohnung zurückkehrte, hatten bereits Teile der Einrichtung Feuer gefangen. Die Freiwilligen Feuerwehren Binz und Bergen rückten aus und erstickten den Brand. „Wenn sich das Feuer weiter ausgebreitet hätte, wären mit Sicherheit Menschenleben in Gefahr gewesen“, sagte Daniel Hartlieb, Wehrführer der Binzer Feuerwehr. „Zum Glück hatte bereits einer der Mieter den Brand mit einem Feuerlöscher soweit eingedämmt, dass wir nur noch Restablöschen mussten.“

Laut Polizei entstand ein Sachschaden von 10000 Euro. Die Wohnung der 28-jährigen Mieterin ist zurzeit nicht bewohnbar. Die weiteren neun Wohneinheiten des Hauses sind nicht betroffen. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen.

Uwe Driest und Thomas Pult

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