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. . . damit das „F“ der Glocke auch künftig erklingt

Trent . . . damit das „F“ der Glocke auch künftig erklingt

auf der Insel Rügen startet am Sonnabend mit einem Benefizkonzert die Sammlung für ein neues Geläut der beliebten Wegekirche.

Trent. „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an im Gebet“ ist auf der großen Glocke im Trenter Kirchturm auf der Insel Rügen zu lesen. Nachdenklich streicht Pastor Martin Holz mit der Hand über deren vom Rost zerfressene Oberfläche. So alt wie sie aussieht, ist diese 26 Zentner schwere und in „F“ klingende Glocke gar nicht. 1966 wurde sie geweiht, doch Gusseisen hält nicht so lange wie echte Bronze, schon gar nicht im rauen Seeklima. Diese Glocke läutet zum Feierabend, am Sonnabend, vor und nach den Gottesdiensten am Sonntag, bei Taufen und Beerdigungen. Doch wie lange darf sie in der Kirche „Sankt Katharina“ noch erklingen? „Der Glockensachverständige wird ihr das ganz sicher bald verbieten“, weiß Pfarrer Holz.

Er ist trotzdem „fröhlich in Hoffnung“. Denn am nächsten Sonnabend wird es in dieser beliebten Wegekirche ein Benefizkonzert für eine neue Glocke geben. Zu Gast ist der Reinfelder Kammerchor mit der Messe in B-Dur für Chor und Orchester von Johann Nepomuk Hummel. Bereits zum dritten Mal ist der 1946 gegründete und 80 Mitglieder starke Kammerchor unter der Leitung von Detlev Andresen in Trent, obwohl Konzertreisen diesen Chor schon nach Frankreich, Italien, Polen und Schweden geführt haben. „Der Schlüssel für diese erneute Begegnung liegt bei Eckhard Bode“, verrät Pfarrer Holz und gewährt einen Blick in Bodes Leben. Der Reinfelder Spediteur stammt aus Trent-Vaschvitz: „Seine Eltern waren wie viele andere Schleswig-Holsteiner in den 30ern im Rahmen der inneren Kolonisation nach Pommern gekommen und bauten auf Rügen ihre Siedlungen und ihre neue Heimat auf.“

Siedlungen mit den Namen „Neu Holstein“ oder „Holstenhagen“ stehen noch heute für jene Zeit. „Familie Bode musste bereits im ersten Nachkriegsjahr die Insel wieder verlassen, um einer drohenden Verhaftung zu entgehen.“ Der Neustart im Westen sei nicht leicht gewesen. Dennoch habe Firmengründer Hans Hermann Bode erfolgreich die Grundlagen für das heute international angesehene Speditionsunternehmen geschaffen. Dass sein Sohn Eckhard der Insel immer treu geblieben ist und sich für die Kirche in Trent engagiert, freue den inzwischen103-Jährigen sehr. Seinem Sohn habe die spätgotische Hallenkirche mit ihrer Renaissance-Fassung die neue Innenbeleuchtung zu verdanken, die das Gotteshaus zu einem der schönsten Kirchenräume Rügens macht. „Nun ist er auch die treibende Kraft bei diesem Benefizkonzert“, freut sich Martin Holz. „Der Eintritt ist frei, doch um Spenden wird gebeten. Es wäre schade, wenn es vom Turm der Kirche nicht mehr läuten würde. Aber die neue Glocke samt Glockenstuhl-Erneuerung wird etwa 25 000 Euro kosten. Aus eigener Kraft kann das unsere kleine Gemeinde nicht leisten.“

Martin Holz schließt den Fensterladen im Glockenturm, streicht mit der Hand über die kalte, raue Haut der Glocke. Er steigt die schmale Eichentreppe hinunter, vorbei an Maueröffnungen, die den Blick über die Weite Westrügens bis nach Hiddensee freigeben. Martin Holz schließt die schwere Tür zu. Und ein wenig hallt dabei der Glockenton, das „F“, noch nach: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an im Gebet.“

Holger Vonberg

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