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Stralsund 100 Lenze – und kein bisschen leise
Vorpommern Stralsund 100 Lenze – und kein bisschen leise
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00:01 07.06.2017
Rotraud Stange (links) gratulierte Elsbeth Ruhnow als eine der Ersten zum 100. Geburtstag. Quelle: Foto: Monika Schwerin

Sie ist energisch und sagt, was sie denkt. „Elsbeth Ruhnow hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen“, sagt Monika Schwerin, Leiterin des Pflegeheims „Rosa Luxemburg“, mit einem Lachen. Und davon gibt die Rentnerin bei der Geburtstagsrunde zu ihrem 100. Ehrentag oft eine Kostprobe.

„Ich bin schon von Altefähr nach Stralsund über den Sund geschwommen, als das noch nicht offiziell war“, sagt die gebürtige Stralsunderin. „Später habe ich dann aber auch am Sundschwimmen teilgenommen. Ich mag das Wasser und bin immer gern auf Rügen oder auf Hiddensee gewesen.“

Zum Geburtstag von Elsbeth Ruhnow kam nicht nur die Familie, sondern auch ehemalige Kollegen. Und das waren einige, denn Elsbeth Ruhnow hat viele Jahre als Sekretärin im Krankenhaus am Sund gearbeitet. „Mir hat meine Arbeit immer viel Spaß gemacht“, sagt sie rückblickend. Und so freute sie sich, dass zu den Gratulanten auch Günter Kuhle, der damalige Verwaltungsdirektor des Krankenhauses zählte, der heute selbst schon 90 Jahre alt ist. Bis 1985, da war sie 68, half Elsbeth Ruhnow als Sekretärin in der Abteilung Technik aus. Denn ihr Tätigkeitsbereich ging weit über das Schreiben von Protokollen und Briefen hinaus. „Wenn mal im Krankenhaus etwas kaputt war, haben wir ordentlich Druck gemacht, dass der Schaden schnell behoben wurde.“ Und dass sie Druck gemacht hat, glaubt man ihr auf’s Wort.

Aufgewachsen in Stralsund am Hühnerberg, ist Elsbeth Ruhnow immer in der Hansestadt geblieben. „Erst habe ich die mittlere Schule besucht, das ist die heutige Gerhart-Hauptmann-Schule“, erinnert sie sich. Doch kurz vor ihrem Schulabschluss verstarb die Mutter und Elsbeth musste fortan zu Hause bleiben und sich um die drei Brüder kümmern. Später bildete sie sich bei verschiedenen Lehrgängen weiter und wurde schließlich Sekretärin.

Erst vor drei Jahren zog Elsbeth Ruhnow aus ihrer eigenen Wohnung in das Pflegeheim. Ob sie ein Geheimnis habe, 100 Jahre alt zu werden und dabei noch so gut drauf zu sein, beantwortet die Jubilarin so: „Man muss gut auf sich achten, sich viel bewegen und immer interessiert sein“, sagt sie und holt hinter ihrem Rücken eine OSTSEE-ZEITUNG hervor. „Die lese ich jeden Tag. Mache ich das nicht, dann fehlt mir etwas.“

Elsbeth Ruhnow hat noch ein weiteres tägliches Ritual: „Eine Runde im Garten des Pflegeheims drehen“, sagt sie mit einem Lachen. „Und das bei Wind und Wetter.“ Bei so viel Lebensfreude konnte zum 100. Geburtstag getrost mit einem Glas Sekt angestoßen werden, und da passte auch das Geburtstagsgeschenk der Familie prima: Sie hatten sich für Elsbeth Ruhnow einen Clown gewünscht. Wetten, dass sich das Geburtstagskind und der Spaßmacher bestens verstanden haben?

Miriam Weber

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