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Stralsund 25 Jahre Selbsthilfe in Stralsund
Vorpommern Stralsund 25 Jahre Selbsthilfe in Stralsund
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00:01 08.09.2016
Robert Schiffke probierte beim Gesundheits- und Selbsthilfetag einen Rollstuhl mit Zughilfe aus. Fotos (6): Miriam Weber

Rauf auf’s Laufband und los. Anke Landgraf, Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (Kiss), und Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU), Schirmherr der Veranstaltung, eröffneten den gestrigen Gesundheits- und Selbsthilfetag sportlich.

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Mit einem bunten Programm wurde gestern der Gesundheits- und Selbsthilfetag auf dem Alten Markt gefeiert.

42 Aussteller, bei denen sich alles rund um Gesundheit und Selbsthilfe drehte, waren auf dem Alten Markt und im Rathauskeller dabei. Während es im Keller vor allem Informationsstände gab, ging es vor dem Rathaus zur Sache. Das Rehateam Ostseeküste hatte nicht nur Laufbänder am Start, sondern sorgte auch mit Musik und einem Moderator für gute Stimmung und animierte immer wieder zum Mitmachen.

Das war auch das Hauptziel des Tages, die Besucher sollten sich ausprobieren und mitmachen und testen. So wie etwa Robert Schiffke. Der 14-Jährige, der an der Hermann-Burmeister-Schule lernt, wollte gar nicht mehr aus dem Rollstuhl mit einer elektrischen Zughilfe aussteigen. „Cooles Ding“, war sein Fazit. Dieses „coole Ding“ hilft jedoch vor allem Rollstuhlfahrern dabei, ihren Rolli auch über unwegsame Strecken zu bewegen. „Es ist gut, dass heute hier alle Altersklassen vertreten sind“, sagte Stephan Rottke, Niederlassungsleiter vom Rehateam. „Gerade die Jüngeren können durch das Ausprobieren mal den Blickwinkel wechseln und sich vielleicht auch in behinderte Menschen besser hineinversetzen“, hofft der 45-Jährige.

Für Petra Feldberg, die Klassenleiterin der Burmeister-Schüler, hatte der Tag noch einen anderen positiven Effekt. „Das ist alles eine gute Vorbereitung auf den Unterricht. Wir können auf vielen Dingen aufbauen, die die Schüler hier sehen und lernen.“

Doch es gab noch einiges mehr zu erleben. So konnten jüngere Menschen am Stand des Helios Hanseklinikums einen Eindruck vom Älterwerden bekommen. Mit verschiedenen Hilfsmitteln wie einer gefärbten Brille, Gewichten, Handschuhen und Kopfhörern wurde simuliert, was es heißt, in den Bewegungen eingeschränkt zu sein und nicht mehr so gut sehen und hören zu können.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) nutzte den Tag noch zu einem anderen Zweck. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass wir noch Fachkräfte wie Alten- und Krankenpfleger brauchen“, erklärte Burkhard Päschke vom DRK. „Es ist gut, dass viele Schulklassen hier sind. So kann man schon zeitig das Interesse für Beruf und Ehrenamt wecken.“

Doch gestern wurde noch ein anderes Ereignis gefeiert, denn die Kiss feierte Geburtstag. Ein Vierteljahrhundert gibt es diese Einrichtung nun in Stralsund, vor zwei Jahren übernahm Anke Landgraf die Leitung. Sie ließ es sich gestern nicht nehmen, sich bei ihrer Vorgängerin Monika Westphal zu bedanken. „Letztlich basiert alles auf dem, was sie aufgebaut hat“, sagte Anke Landgraf. Für Monika Westphal war es ein schönes Gefühl, dabei zu sein. „Ich war immerhin 23 Jahre die Leiterin und bin dadurch der Kiss sehr verbunden“, erklärte sie. „Es ist gut zu sehen, dass es bei der Selbsthilfe einen Generationenwechsel gegeben hat und junge Selbsthilfe etabliert werden konnte.“ Doch was für Monika Westphal noch viel wichtiger ist: „Selbsthilfe hat einen wichtigen Stellenwert bekommen, es ist gut, dass sich die Stadt hinter uns stellt. Das ist auch eine Anerkennung der Arbeit, die hier geleistet wird.“

Apropos geleistete Arbeit. Dass der Gesundheits- und Selbsthilfetag so umfangreich gefeiert werden konnte, klappte nur, weil so viele Partner an einem Strang gezogen hatten. „Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landkreis und verschiedenen Institutionen und Verbänden hat gut funktioniert. Wir freuen uns über die riesige Resonanz“, sagte Anke Landgraf abschließend.

Miriam Weber

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