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300 Jahre alter Kleintierstall wurde im Zoo wieder aufgebaut

Starkes Jahr 2014: Stralsunder Tierpark zählt über 111000 Besucher 300 Jahre alter Kleintierstall wurde im Zoo wieder aufgebaut

Der Förderverein stellte in den vergangenen zwölf Monaten 75 000 Euro für mehrere Projekte zur Verfügung.

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Emus zählen seit Jahrzehnten zum festen Tierbestand des Stralsunder Zoos. Gemeinsam mit den Bennettkängurus bewohnen sie eine großzügige, für Besucher begehbare Freianlage. Fotos (2): Tierpark

Stralsund. 111691 Besucher wurden im vergangenen Jahr im Stralsunder Zoo gezählt. Das geht aus einer Mitteilung der Stadtverwaltung hervor. Danach wurde das Ergebnis aus dem Jahre 2013 noch leicht übertroffen. Die Besucherzahlen liegen damit das vierte Jahr in Folge wieder deutlich über der Marke von 100000. Diese magische Grenze wurde bis 1992 regelmäßig überschritten, in den Jahren von 1993 bis 2010 jedoch nicht erreicht. In der Statistik zeigt sich aber auch, dass die Zahl der verkauften Jahreskarten etwas geringer als 2013 war, dafür jedoch deutlich mehr Tagesbesucher den Zoo besuchten.

Die Zahl der Tiere blieb mit 957 im Vergleich zum Vorjahr annähernd konstant. Der Zoo pflegt derzeit 151 verschiedene Tierarten und 72 Haustierrassen.

Der Förderverein des Tierparks zählt mit über 110 Mitgliedern zu den ausgesprochen aktiven Vereinen in der Region. Im letzten Jahr stellte er 75000 Euro für verschiedene Projekte im Zoo zur Verfügung. Tierparkdirektor Christoph Langner: „Wir danken den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Fördervereins.“

Eine Besucherbefragung hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass das Durchschnittsalter bei 27,3 Jahren liegt. Etwa die Hälfte kam aus Mecklenburg-Vorpommern, die andere Hälfte aus dem gesamten Gebiet der Bundesrepublik oder aus dem Ausland.

Interessant für den Zoo war auch die Beantwortung der Frage, welche Tiere man sich für den Stralsunder Zoo noch wünsche. Hier waren die Giraffen die Spitzenreiter, gefolgt von Elefanten, Zebras und Pinguinen. Die Mehrzahl der Besucher empfindet die Anzahl und Auswahl der Tiere jedoch als ausgewogen und ausreichend. Besonders positiv werden der grüne Charakter des Zoos, die räumliche Nähe zu den Tieren, die Tiershow und die Mischung zwischen Bauernhof und Dschungel eingeschätzt. Durchweg gute Bewertungen erhielt auch das Bistro „Delikater“.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis und der gebotene Service werden fast ausnahmslos positiv bewertet. Einzelne Besucher kritisierten die Größe einiger Gehege. Insbesondere bei den Greifvögeln werden die zum Teil recht betagten Anlagen mitunter als zu klein empfunden.

Im vergangenen Jahr konnten mehrere Bauvorhaben abgeschlossen und neue begonnen werden. Mehrere Rohrdächer wurden neu eingedeckt, ein etwa 300 Jahre alter Kleintierstall umgesetzt und seiner neuen Bestimmung als Geflügelstall übergeben. Erneuert wurden die Toiletten für die Besucher.

Die Arbeiten an einer großen, begehbaren Afrikavoliere sind inzwischen weit fortgeschritten, sie soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. Für den Bau eines neuen Dachsegments im Südamerikahaus ist inzwischen die Planung abgeschlossen, jetzt werden Firmen für die Umsetzung gesucht.

Gemeinsam mit den Stadtwerken konnte die Errichtung eines Energielehrpfades begonnen werden. Bereits im Vorjahr wurden dazu ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage installiert. Ergänzt wird der Lehrpfad im laufenden Jahr durch ein Windrad nahe der Mühle und eine Scheitholzheizung für das Südamerikahaus.

Noch in den letzten Wochen des vergangenen Jahres kamen die Zusagen für die Förderung einer Quarantäneanlage für verletzte und hilflose Wildtiere sowie für die Erweiterung des Spielplatzes.

Begonnen haben Bauarbeiten für einen neuen Parkplatz an der Barther Straße, der den Besuchern den direkten Zugang zum Bistro „Delikater“ erlauben wird.

Artenschutz ist Thema in Zooschule
Die Biologielehrerin Petra Stavenhagen (45) vom Barther Schulzentrum ist in der Zooschule des Stralsunder Tierparks zuständig für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ihre Aufgabe ist es, Kontakte zu den Schulen in der Stadt und der näheren Umgebung zu knüpfen. Dabei unterbreitet sie Angebote, die in den Biologie-Lehrplan passen.
Zooschulleiterin Andrea Schröter findet nur lobende Worte für das „Grüne Klassenzimmer“ im Zoo. Beide Frauen arbeiten natürlich eng zusammen. Von der ersten Klasse bis zur Gymnasialstufe gibt es Themenvorschläge, die an die Lehrpläne anschließen. Hinzu kommen Veranstaltungen, die den Schulen angeboten werden. Besonders beliebt ist die Zoorallye. Für Lehrer bietet Petra Stavenhagen Fortbildungen im Zoo an.
Jetzt steht der Zooschule auch ein Artenschutzkoffer zur Verfügung, der für Lehr- und Fortbildungszwecke genutzt werden kann. „Mit den Materialien wollen wir nicht nur die jungen, sondern auch die älteren Schüler begeistern“, erklärt die Biolehrerin. Als Beispiel nennt sie die Rückkehr des Wolfes nach Mecklenburg-Vorpommern. „Zudem haben wir hier mit dem Wolfslehrpfad beste Möglichkeiten, Wissenswertes über das Raubtier zu vermitteln, welches in unseren Wäldern früher beheimatet war“, sagt sie.
Auch über zugewanderte und in der Wildbahn heimisch gewordene Tiere wie den Marderhund, den Waschbären und den Nandu kann Petra Stavenhagen anschaulich referieren, zumal einige Arten im Zoo zu sehen sind. Ideen hat die Bartherin genug. Sie hatte sich im vergangenen Jahr auf die Ausschreibung zur Zoopädagogischen Mitarbeiterin, über das Greifswalder Schulamt beworben. Wenn im März und April die Schulklassen wieder in den Zoo kommen, wird es viele neue Angebote geben.
Ines Engelbrecht
Vom Zoo geht ein großes Dankeschön an die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Fördervereins.“Christoph Langner, Zoo-Direktor

 



Ines Engelbrecht

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