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40 Meter hoher Funkturm an der Schwedenschanze geplant

Stralsund 40 Meter hoher Funkturm an der Schwedenschanze geplant

Klaus Mohr, Chef des Berufsförderungswerks, sieht den Bau kritisch: „Das gefällt uns überhaupt nicht“/ Heute diskutiert die Bürgerschaft darüber

Stralsund. Entsetzen an der Schwedenschanze: Unmittelbar neben dem Berufsförderungswerk (BfW) soll ein 40 Meter hoher Mobilfunkmast gebaut werden. Das geht aus Dokumenten hervor, die der OZ vorliegen. Heute setzt sich die Bürgerschaft mit dem Thema auseinander.

 

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Der geplante Funkturm soll nahe des Berufsförderungswerkes errichtet werden. Der zweite rote Punkt weiter links markiert einen möglichen Alternativstandort auf dem gleichen Grundstück. Grafik: Olaf Maß

Quelle:
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Ich muss dafür sorgen, dass sich die Menschen bei uns wohl- fühlen.“ Klaus Mohr, Chef Berufsförderungswerk

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Der geplante Funkturm soll nahe des Berufsförderungswerkes errichtet werden. Der zweite rote Punkt weiter links markiert einen möglichen Alternativstandort auf dem gleichen Grundstück. Grafik: Olaf Maß

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Demnach könnte der Funkturm in unmittelbarer Nähe zur Internatsverwaltung und einigen Wohnheimen an der Schwedenschanze aufgestellt werden. „Das gefällt uns überhaupt nicht“, sagt Klaus Mohr, Geschäftsführer des BfW. Der Plan sehe vor, an der Westseite des BfW-Grundstücks einen Funkmast aufzustellen.

Das betreffende Areal gehört der Stadt. Auf dem ehemaligen Gelände der NVA-Nachrichtenzentrale will die Verwaltung das neue Depot für das Stadtarchiv errichten.

Seit dem Frühjahr dieses Jahres versucht Mohr, eine Einigung mit der Stadtverwaltung zu erreichen. „Immerhin leben bei uns Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Und ich habe dafür zu sorgen, dass sie ihre Rehabilitation erfolgreich abschließen können“, argumentiert er.

Es habe bereits mehrere Gespräche mit der entsprechenden Fachabteilung und Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) gegeben. Ursprünglich habe die Stadtverwaltung den Funkturm sogar direkt auf die Grundstücksgrenze setzen wollen.

„Sie sind auf uns zugekommen und haben gefragt, ob das in Ordnung sei“, erinnert sich der BfW-Chef. Er habe darum gebeten, alternative Standorte zu suchen. Doch allem Anschein nach komme nur dieses Grundstück infrage.

Mohr befürchtet negative Folgen durch die Strahlung, die Mobilfunktürme verursachen können. Der Anbieter habe zwar erklärt, dass alle gesetzlichen Standards erfüllt werden. Trotzdem sei er skeptisch.

„Ich weiß ja nicht, welche Auswirkungen vielleicht erst in einigen Jahren auftreten.“

Aus diesem Grund hat die Bürgerschaftsfraktion der Grünen für die heutige Sitzung der Stadtvertreter eine entsprechende Anfrage auf die Tagesordnung gesetzt. „Wir wollen wissen, ob die Stadt andere Standorte geprüft hat und warum die nicht geeignet waren“, erklärt Fraktionschef Jürgen Suhr.

Auch die Nähe zur Wohnbebauung sieht Suhr kritisch. „Mir ist nicht bekannt, dass ein anderer Funkturm der Stadt so nah an Wohnungen errichtet wurde.“ Für ihn und die Fraktion gelte das Vorsorgeprinzip – auch wenn eine mögliche Belastung durch die Strahlung als umstritten gilt.

Vonseiten der Stadtverwaltung heißt es nur kurz und knapp: „Das Genehmigungsverfahren für solche Anlagen ist gesetzlich geregelt. Zudem wird jeder Standort von der Bundesnetzagentur auf mögliche gesundheitliche Gefahren überprüft.“

Für Mohr und sein Berufsförderungswerk hat die Entscheidung auch einen wirtschaftlichen Aspekt. „Im Moment wohnen 150 bis 200 Rehabilitanten bei uns. Der Funkmast wäre ein Störfaktor. Es kann sein, dass dadurch weniger Menschen zu uns kommen.“ Das wäre schädlich für uns. Mohr wäre daher für jeden Meter dankbar, den der Turm weiter weg gerückt wird, obwohl „das Thema Mobilfunk in Stralsund groß

geschrieben wird. Ich hoffe aber weiter auf einen Kompromiss“.

Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es bereits mehr als 40 Mobilfunkmasten in Stralsund. Der erste wurde 1996 errichtet.

Sitzung der Bürgerschaft

Die Stralsunder Bürgerschaft kommt heute ab 16 Uhr im Löwenschen Saal (Rathaus) zusammen.

Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Bau des Mobilfunkturms, die Verkehrsberuhigung in der Wasserstraße sowie im Wohngebiet Tribseer Wiesen. Außerdem diskutieren die Politiker über einen möglichen autofreien Sonntag in der Hansestadt. Die Sozialdemokratin Heike Carstensen hat eine Anfrage zum künftigen Standort des Landesarchivs eingereicht.

Eine Bürgerfragestunde ist in der Tagesordnung ebenfalls vorgesehen.

Manuela Wilk

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