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500 Jahre Reformation: Stralsund zeigt Luther-Brief

Stralsund 500 Jahre Reformation: Stralsund zeigt Luther-Brief

Mit 40 Veranstaltungen will die Hansestadt im kommenden Jahr das Jubiläum feiern / An der Steinernen Fischbrücke ist ein Mini-Kirchentag geplant

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Stadtarchivdirektor Dirk Schleinert zeigt den Brief, den Martin Luther am 14. April 1540 an den Stralsunder Kaufmann Nikolaus Sastrow schrieb. Das Schriftstück wurde 1594 als Einblattdruck veröffentlicht und in einer Kirchenakte überliefert.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Stralsund. Mit rund 40 Veranstaltungen will die Hansestadt Stralsund im kommenden Jahr das 500. Jubiläum der Reformation feiern. Erinnert wird damit an den 31. Oktober 1517, jenen Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlichte. Der legendäre Thesenanschlag in Wittenberg gilt als Ausgangspunkt der Reformation, die eine Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

OZ-Bild

Mit 40 Veranstaltungen will die Hansestadt im kommenden Jahr das Jubiläum feiern / An der Steinernen Fischbrücke ist ein Mini-Kirchentag geplant

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Gestern stellten Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU), Pröpstin Helga Ruch und Gerd Franz Triebenecker, Leiter der Kulturkirche St. Jakobi, das Programm vor. Anliegen sei es dabei, das Gedenkjahr „weniger historisierend“ zu begehen, sagt Helga Ruch. Vielmehr sollten wichtige Fragen der Gegenwart beleuchtet werden. Denn „im Reformationsjubiläum steckt ein großes Potenzial für unsere heutige Zeit“, ist die Pröpstin überzeugt. Sie sei sehr dankbar, dass die Vorbereitung zusammen von Kirche, Stadt, Kreisdiakonischem Werk und vielen weiteren Helfern gestemmt wird. „Das ist ganz wunderbar“, so Helga Ruch. „Ein gutes Thema“, mit dem man sich auseinandersetzen sollte“, ist das Jubiläum auch für OB Badrow. Und Gerd Franz Triebenecker hebt eine „große Bürgerbeteiligung“ hervor.

Das Gedenkjahr wird bereits am Vorabend des diesjährigen Reformationstages, am 30. Oktober um 19 Uhr, mit einer Thomas-Messe in der Heilgeistkirche eröffnet. Bis zum Festgottesdienst ein Jahr später, am 31. Oktober 2017 in der Marienkirche, wird es dann die vielfältigen Aktionen geben.

So bereitet das Stralsund Museum die Sonderausstellung „Helden sind nicht Einzelne. Martin Luther – die Reformation in Stralsund“ vor. Zu sehen sein wird ein Porträt Luthers von Lucas Cranach dem Jüngeren aus der Löwenschen Sammlung. Als weitere Rarität soll ein Brief Martin Luthers an den Stralsunder Kaufmann Nikolaus Sastrow aus dem Jahr 1540 gezeigt werden. Der Vater des Bürgermeisters Bartholomäus Sastrow (1520-1603) war nach einem Rechtsstreit mit einem Tuchhändler so verbittert, dass er sich aus der Kirche zurückzog. Sein Sohn Johannes, der in Wittenberg studiert hatte, sah in einem „Ermahnungsschreiben“ Luthers die einzige Möglichkeit, den störrischen Vater auf den rechten Pfad zurück zu bringen. Luther schrieb, dass der Mensch niemals eine Einzelheit in den Mittelpunkt seines Lebens stellen sollte. Die Handschrift wurde von Sastrows Familie als Heiligtum aufbewahrt. Auch wenn das Original am Ende doch verloren ging, war das Schriftstück 1594 als Einblattdruck veröffentlicht worden. Ein Exemplar befindet sich im Stadtarchiv. Außerdem sollen ein kunstvoll gestalteter Ablassbrief von 1506 und Kirchenausstattungsgegenstände präsentiert werden.

Neben zahlreichen Vorträgen, viel Musik, Filmvorführungen und einem Theaterprojekt rund um die zehn Gebote wird der 29. Juni 2017 als besonderer Höhepunkt angekündigt. Denn dann setzt die Kirche Segel. Von Stralsund aus wird das Nordkirchen-Schiff in vier Wochen auf dem Weg bis nach Hamburg alle 13 Kirchenkreise der Nordkirche besuchen, die mit dem Wasser verbunden sind. Dafür wurde der 59 Meter lange Dreimaster „Artemis“ gechartert. Es soll zu anregenden Begegnungen an Land und an Bord kommen. „Wir werden am Tag des Auslaufens des Schiffes auf der Steinernen Fischbrücke einen Mini-Kirchentag veranstalten“, kündigt Helga Ruch an.

Geplant ist im September das Theaterfestival „Luther-Dialog“. Im März wird ein Stück aufgeführt, das unter dem Titel „Du sollst nicht begehren...“ mit Patienten der forensischen Klinik entsteht. Die Eckigen bereiten die Performance „Heimat und Fremde“ vor. Und im November 2017 erlebt „Die älteste Stralsunder Kirchen- und Schulordnung von 1525“ ihre Buch-Premiere.

Von den 10 Geboten bis zur Pop-Art-Kunst

Das komplette Programm zum 500. Reformationsjubiläum in Stralsund, das stets weiter aktualisiert wird, gibt es im Internet unter www.kirche-mv.de/reformation-stralsund.html.

Der Künstler Moritz Götze wird ab 19. Mai 2017 in der Kulturkirche St. Jakobi seine Ausstellung „Superstar 2.0 – Deutsche Bilder von Martin Luther bis Friedrich II.“ zeigen. Die Ausstellung wird bis 31. Oktober 2017 zu sehen sein. Götze wurde 1964 in Halle geboren und gilt mit seinen comicartigen Werken als deutscher Vertreter der Pop-Art-Kunst.

Seit 1981 präsentiert der Maler und Grafiker seine bunten Werke in dem ihm eigenen, unverkennbaren Stil. Götze ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international ein gefragter Künstler. Mit seiner modernen Darstellungsweise will er die Geschichten der Bibel den eingefahrenen Sichtweisen entreißen und zu einer Übersetzung in die heutige Welt anregen.

„Die 10 Gebote“ – Ein Theaterstück mit Geflüchteten und Menschen aus Stralsund in poetischen zeitkritischen Bildern hat bereits am 4. November 2016 im Gustav-Adolf-Saal Premiere.

Marlies Walther

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