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Stralsund Abenteuerreise ins Reich der Mitte
Vorpommern Stralsund Abenteuerreise ins Reich der Mitte
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08:02 13.03.2018
Eine Unmenge an Substanzen stehen in China zur Verfügung, um medizinischen Tee herzustellen. FOTOS (2): PRIVAT
Stralsund

Baldrianwurzel, Kokospilz, Ingwer, Zimt und Rinden... „In Deutschland stehen etwa 300 Substanzen zur Verfügung, aus denen verschiedene Tees nach der traditionellen chinesischen Medizin hergestellt werden“, sagt Meike Busacker. „Aber nur als Grundgerüst. Diese Substanzen können dann vielfach gemischt werden, je nachdem, welche Wirkung man erzielen möchte.“

Meike Busacker (26) durfte bei einer 14-tägigen Reise nach China hinter die Kulissen schauen. Sie besuchte Firmen und Apotheken, die traditionellen Tee herstellen.

Meike Busacker ist Pharmazeutisch technische Assistentin und arbeitet in der Ratsapotheke. „Vor ein paar Jahren kam mein Chef, Peter Cramer, auf mich zu, und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, mich intensiver mit der traditionellen chinesischen Medizin zu beschäftigen.“ Und die 26-Jährige konnte.

„Wir sind eine klassische Apotheke mit dem Schwerpunkt Arzneimittelversorgung vor Ort“, erklärt Peter Cramer. Allerdings sei es wichtig, über den Tellerrand zu schauen, sich weiter zu entwickeln und dabei kreativ zu werden, nicht zu stagnieren. „Diesen Schritt sind wir gegangen und können dabei außerdem als kleines Unternehmen die von Stralsund angestrebte Partnerschaft mit der chinesischen Provinz Anhui leben.“ Denn das war für Meike Busacker das bisherige Sahnehäubchen: Sie fuhr für zwei Wochen nach China, um dort auf dem Gebiet der Teeherstellung Erfahrungen zu sammeln, sich auszutauschen und fortzubilden. Eine große Herausforderung, aber auch beeindruckende Reise für die junge Frau.

„Das war schon ein Abenteuer“, erinnert sich Meike Busacker. „Am Anfang hatte ich nur einen Zettel mit chinesischen Schriftzeichen, auf dem mein Ziel stand. Und auch wenn die Chinesen unglaublich hilfsbereit und freundlich sind, ging das schon mal in die Hose“, sagt sie mit einem Lachen. „Beim ersten Mal bin ich zumindest nicht dort angekommen, wo ich eigentlich landen sollte.“ An der Universität von Anhui erhielt sie schließlich viele Einblicke in den großen Studienzweig der Pharmazie. „Dort gibt es einen riesigen botanischen Garten und es war schön, die Pflanzen einmal als Ganzes, und nicht nur getrocknet, zu sehen.“ Darüber hinaus durfte Meike Busacker in einige Apotheken schauen, wie dort die Tees zusammengestellt werden. „Faszinierend, mit welcher Geschwindigkeit dort gearbeitet wird und vor allem, in welchen Größenordnungen.“

Neben dem Knüpfen von Kontakten und dem Besuch einiger Firmen habe sie bei dieser Reise mehr Verständnis für die Chinesen selbst und die chinesische Medizin bekommen. „Für den Zweig, den wir weiter ausbauen wollen, ist das wichtig.“ Im Moment sieht es so aus, dass Ärzte aus der ganzen Bundesrepublik, die Erfahrung mit der traditionellen Medizin haben, Rezepte für ihre Patienten bei der Ratsapotheke in Stralsund einreichen können. „Wir stellen dann den Tee zusammen und verschicken den an die Patienten“, erklärt Meike Busacker. Dabei könne man nicht pauschal sagen, dass eine Wurzel nur eine Wirkung hat. „Das kommt dann auf die Zusammensetzung mit anderen Substanzen an.“

Für Meike Busacker ist das Beschäftigen mit der traditionellen chinesischen Medizin eine schöne Erweiterung zur eigentlichen Arbeit in der Apotheke. „Uns ist es wichtig, in die Zukunft zu schauen und dabei neue, kreative Wege zu gehen“, erklärt Peter Cramer. Dafür wünscht er sich im Übrigen Unterstützung für sich und sein Team. „Wir suchen Pharmazeuten, die sich vorstellen können, in unserem Unternehmen zu arbeiten“, erklärt der Apotheker.

Infos: www.apotheke-stralsund.de

Miriam Weber

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