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Stralsund Abfall? XXL-Deutschlandfahne sollte in den Müll
Vorpommern Stralsund Abfall? XXL-Deutschlandfahne sollte in den Müll
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03:33 28.08.2013
Vor dem Müll gerettet: Matthias Tyrock der Ortsbeauftragte des THW Bergen kümmert sich um die XXL-Fahne. Fotos (2): Johanna Hegermann
Bergen

Vor etwa zwei Wochen war der Rekord gebrochen und die 300 Quadratmeter große Deutschlandfahne wehte auf dem Marktplatz der Inselhauptstadt. Möglich war dies nur durch die Hilfe vieler Rüganer, die fleißig mit anpackten, Stoff spendeten und Näharbeiten leisteten. (OZ berichtete).

Doch was passiert nun mit dem gemeinschaftlichen Rekord der Bergener? „Wir hatten überlegt die Fahne einfach zu entsorgen“, erzählt Andrea Schäfer von der Produktionsfirma der privaten Fernsehsendung „Galileo“. „Nein, dazu hat es zu viel Mühe und Arbeit gekostet“, protestiert die 79-jährige Hannelore Spreemann auf diesen Vorschlag. Eine Woche lang hat die pensionierte Maßschneiderin intensiv mitgeholfen in der Turnhalle der Grundschule Altstadt Bergen aus gelben, roten und schwarzen Stoffen die 300 Quadratmeter große Fahne erst herzustellen. „Die Aktion hatte einen guten Grundgedanken, und weil wir alle so fleißig waren, haben wir etwas wirklich Interessantes geschaffen“, erzählt Spreemann weiter und ist der Meinung, dass dieses Gemeinschaftswerk ausgestellt werden könnte: „Am besten würde ich aber es finden, wenn die Fahne bei der Stadtverwaltung bleibt.“

Auch die Maßschneiderin Anette Klassen, die die Führung über die Näharbeiten beim Rekordversuch übernahm, wundert sich, dass die Stadt kein Interesse an der Fahne zeigte: „Das ist seltsam. Im Rekordjahr hätte die Fahne wunderbar zur 400-Jahr-Feier Bergens gehisst werden können. Es wurde etwas von zu wenig Stauraum erzählt, aber das ist Unsinn. Wenn die Fahne zusammengelegt ist, misst sie höchstens 1,50 Meter mal ein Meter und ist vielleicht 80 Zentimeter breit. Dafür findet sich Platz.“ Andrea Schäfer vom Fernsehteam bestätigt, dass die Stadt es als schwierig angesehen hätte, die Fahne unterzubringen.

„Wir wurden dann vom Fernsehteam gefragt, ob wir uns um den Abtransport zur Abfallwirtschaft kümmern würden. Dafür war uns die Fahne aber viel zu schade“, erzählt Matthias Tyrock der Ortsbeauftragte des THW Bergen. Doch der Ortsverband packte nicht nur beim Rekordversuch tatkräftig mit an, sondern wollte auch diese Entsorgung verhindern und behielt die Fahne für sich. „Es gab keinerlei Diskussionen, das THW war interessiert, also haben wir ihnen die Fahne geschenkt“, erzählt Bergens Bürgermeisterin Andrea Köster. Der Ortsbeauftragte Tyrock freut sich darüber: „Die Fahne soll unsere Frontansicht werden, auch wenn wir noch nicht genau wissen, wie wir sie permanent hissen können.“

Bevor dies passieren kann, muss die Fahne zunächst repariert werden, denn während des Rekord-Hissens der XXL-Fahne hingen mehrere Personen unter anderem Extremreporter Harro Füllgrabe an der Fahne und belasteten sie zusätzlich, dabei bekam die Deutschlandfahne einige Risse. Dennoch wolle Tyrock versuchen sie als Ganzes zu erhalten. „Vielleicht müssen wir sie ein wenig kürzen, weil sie sogar für die Außenwand der Halle zu groß ist, aber selbst dann werden wir den abgenommenen Stoff nicht wegschmeißen. Es ist auch total interessant jetzt noch mal in Ruhe zu gucken, was alles eingenäht wurde. Wir haben sogar eine Schleife und einen BH gefunden“, sagt Tyrock lachend.

Am kommenden Sonntag, 1. September, wird im Fernsehen zu bewundern sein, wie die XXL—Fahne auf dem Bergener Marktplatz weht. Ab 19.05 Uhr startet das Wissensmagazin „Galileo“ auf dem privaten Fernsehsender ProSieben.

Die Rekordfahne

3. bis 11. August lief die Aktion. Das THW Bergen auf Rügen war seit dem ersten Tag aktiv dabei.

1 Woche bearbeiteten die Helfer die gespendeten Stoffe und saßen teilweise zehn Stunden täglich an den Nähmaschinen.
300 Quadratmeter groß und 65 Kilogramm schwer ist die weltgrößte, wehende Deutschlandfahne.

Johanna Hegermann

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