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Abschied von Osmar Siegler mit Wärme und Dankbarkeit

Stralsund Abschied von Osmar Siegler mit Wärme und Dankbarkeit

Langjähriger Kapellmeister des Theaters Stralsund und Gründer des Salonorchesters „Blauer Pavillon“ bleibt in den Herzen der Stralsunder

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Das Salonorchester „Blauer Pavillon“ mit Henning Ehlert am Flügel trat gestern eigens noch einmal zusammen, um Osmar Siegler zu ehren.

Quelle: Juliane Voigt

Stralsund. Für viele Angehörige, Freunde, Kollegen und Weggefährten war das eine äußerst traurige Nachricht: Osmar Siegler ist tot. Gestern haben sie Abschied von ihm genommen. In einer bewegenden Trauerfeier im Theater. Der Ort, an dem er so viele Jahre zuhause war. Es war eine stille Abschiedsfeier. Auf der Bühne ein Gebinde, sein Foto. Und das Salonorchester „Blauer Pavillon“, sein Orchester.

Anette Gerhardt war viele Jahre lang eine Weggefährtin. Sie hatte wunderbare Worte für ihn, meinte, er hätte es sich sicher so im Stillen gewünscht. Es waren die Bretter, die seine ganze Welt bedeuteten. „Heute ist er hier zum ersten Mal nicht mehr bei uns. Er wollte mehr Feier als Trauer, wenn er gehen muss.“Ja, es könnte sein, dass er gesagt hätte: „Kinnersch, nun macht doch nicht so ein Drama draus.“ Sie blickte zurück auf sein Leben. Mit 15 Jahren begann er eine Ausbildung an der Orchesterfachschule in Zschopau in den Fächern Klavier und Fagott. Im Krieg geriet er in Italien in amerikanische Gefangenschaft und spielte im Gefangenensinfonieorchester. Am Strand von Rimini erholte er sich damals von den anstrengenden Konzertreisen. Nach dem Krieg studierte Siegler in Weimar Fagott, Musiktheorie und Dirigieren bei dem legendären Gewandhauskapellmeister Hermann Abendroth und entdeckte dabei seine Leidenschaft zum Komponieren und zum Schreiben seiner unverwechselbaren Arrangements. Während der Zeit am Theater Plauen heiratete er seine Frau Dori. Das Glück wurde mit einer Tochter komplett.

Nach Stralsund kam Osmar Siegler 1966 – und schrieb hier Theatergeschichte. Er dirigierte als Operettenkapellmeister, half auch mal am Fagott aus. Schaffte es mit „Das Bad auf der Tenne“ 1987 sogar ins DDR-Fernsehen. Er komponierte das Musical „Montague und Capulet“und war nicht zuletzt musikalischer Leiter der legendären Nachtprogramme in der Theaterkantine.

Vor 16 Jahren, als er sich wohlverdient hätte aus dem Musikleben zurückziehen können, gründete er das Salonorchester „Blauer Pavillon“ – ein „Lebenselixier“, sagte Anette Gerhardt, die ihn viele Jahre als Sängerin dabei begleitete. 365 Arrangements hat er dafür geschrieben. „Ohne Musik hätte er nicht sein können.“ Sie sei dankbar, dass sie Teil seines künstlerischen Lebens sein durfte. „Wir sind uns heute bewusst, dass er durch seine Musik für immer in unseren Herzen präsent sein wird.“

Auch OB Alexander Badrow würdigte Osmar Siegler mit warmen Worten: „Den Menschen, mit denen ich in den letzten Tagen über Osmar Siegler sprach, zog ein Lächeln übers Gesicht, als sie mir ihren Ossi als freundlich, humorvoll, umgänglich beschrieben. Er war jemand, der seinen Beruf mit Herzblut ausübte, der leuchtende Augen hatte, wenn er von seiner Arbeit sprach. Er hat mit seiner Musik die Menschen erreicht, ihnen glückliche Stunden bereitet. Dafür sind wir ihm zutiefst dankbar. Wir trauern um einen warmherzigen Menschen. Und wir sind dankbar, dass er Stralsund zu seinem Lebensort gewählt hat.“

Und was sollte man dem noch hinzufügen? Musik, hätte er gesagt. Musik, Musik, Musik! Das Salonorchester ließ es sich nicht nehmen, seine Stücke zu spielen. Ein Leben ist vorbei. Die Musik bleibt.

Juliane Voigt

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