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Adler aus Mecklenburg-Vorpommern in der Türkei abgeschossen

Stralsund Adler aus Mecklenburg-Vorpommern in der Türkei abgeschossen

Ein totes Schreiadler-Männchen, das 2013 in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Sender ausgestattet wurde, wurde in einem türkischen Dorf gefunden. Die auch als Pommernadler bekannten Greifvögel sind vom Aussterben bedroht.

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Schreiadler sind vom Aussterben bedroht. Beim Rückflug aus dem Uberwinterungsgebiet ist ein in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Sender ausgestattes Schreiadler-Männchen im Süden der Türkei abgeschossen worden.

Quelle: P. Wernicke

Stralsund. Nicht alle Schreiadler haben es zurück in ihre Brutgebietet nach Mecklenburg-Vorpommern geschafft. Wie Bernd-Ulrich Meyburg von der Bundesarbeitsgruppe Greifvogelschutz des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), mitteilte, wurde wieder einer dieser unter strengem Naturschutz stehenden Vögel in der Türkei abgeschossen. Das Tier war 2013 in Mecklenburg-Vorpommern mit einem GPS-Sender ausgestattet worden.

Türkische Zoologin fand den toten Vogel

Der tote Vogel und sein Sender seien mit Hilfe einer türkischen Zoologin in einem Dorf nahe der syrischen Grenze gefunden worden, berichtet Meyburg. Auch der zweite, ebenfalls 2013 in MV mit einem Sender versehene Schreiadler ist vermutlich in der Türkei umgekommen. Sein Sender hatte in der zentralen Türkei plötzlich keine Signale mehr geschickt.  In der Süd-Türkei seien dringend Schutzaktionen nötig, um das dort sehr verbreitete Abschießen von Greifvögeln zu unterbinden, meint Meyburg. Der Naturschutzbund will deshalb ein Projekt entlang der Zugroute der Vögel auf den Weg bringen. Möglicherweise könne auch das Komitee gegen den Vogelmord e.V. dort ein Camp organisieren.

80 Brutpaare in Mecklenburg-Vorpommern

Die Schreiadler, auch Pommernadler genannt, sind vom Aussterben bedroht. In Deutschland gibt es nur noch etwa 100 Brutpaare. Während bei See- und Fischadlern sich die Bestände langsam erholen, nimmt die Schreiadler-Population weiter ab. Rund 80 Brutpaare leben in MV, davon allein acht bis zehn im Forstamt Schuenhagen bei Stralsund, wie Forstamtsleiter Andreas Baumgart mitteilt. Die naturnahen, dichten Laubwälder in der Nähe feuchter Wiesen seien ein guter Lebensraum für die seltenen Vögel.

Etwa 20 Schreiadlerpaare brüten in Brandenburg. In anderen Bundesländern kommt die kleinste deutsche Adlerart nicht mehr vor.

Von Ehlers, Elke

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