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Stralsund Ärger bei Stralsunds Garagenbesitzern
Vorpommern Stralsund Ärger bei Stralsunds Garagenbesitzern
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00:01 28.10.2017
Andreas Haase soll für das Grundstück, auf dem seine Garage steht, künftig den doppelten Preis bezahlen. Quelle: Foto: Alexander Müller

Besitzer von Garagen im Stralsunder Stadtteil Knieper West haben gerade jede Menge Ärger. An der Arnold-Zweig-Straße werden die Stellplätze durch einen Besitzerwechsel nun doppelt so teuer wie bisher. Und in der Friedrich-Wolf-Straße liegt der dort ansässige Garagenverein im Clinch mit der Stadtverwaltung. Seit Jahren kämpfen die Mitglieder darum, den Komplex selbst verwalten zu dürfen – bisher allerdings erfolglos.

Düsseldorfer Firma verdoppelt die Preise

Der Stralsunder Andreas Haase ist wütend über die Post, die zuletzt in seinem Briefwagen lag. Darin wurde dem 41-Jährigen erklärt, dass der Grund und Boden, auf dem seine Garage steht, verkauft wurde und er nun mehr dafür zahlen soll. Die Düsseldorfer Firma „Besser Parken“ hat das Gelände im Nordwesten der Arnold-Zweig-Straße vom Land MV und einer Erbengemeinschaft erworben. Eine der ersten Amtshandlungen ist nun eine kräftige Preiserhöhung. Statt bisher 130 Euro im Jahr soll Andreas Hasse ab 2018 rund 20 Euro pro Monat zahlen. Das entspricht mehr als einer Verdopplung der Pacht.

Dazu erhöht sich der monatliche Abschlag jährlich bis 2020 um weitere zwei Euro. Betroffen von der Erhöhung sind insgesamt 153 Garagenbesitzer. „Der Preissprung ist aus meiner Sicht viel zu hoch. Ich kenne Leute, die sich das nicht gefallen lassen und zu einem Anwalt gehen wollen“, sagt Haase. Abgeben möchte er seine Garage nicht, denn die seien knapp in der Gegend. „Wenn eine frei wird, ist die gleich wieder weg“, sagt er.

Der Geschäftsführer von „Besser Parken“, André Westhoff, begründet die Erhöhung mit einer notwendigen Anpassung an die ortsüblichen Preise. „Die Kunden haben jahrelang von einer sehr günstigen Pacht profitiert. Das wird jetzt aufgeholt“, sagt Westhoff. Man habe sich bei den neuen Preisen an vergleichbaren Anlagen in Stralsund orientiert. Außerdem wolle das Unternehmen in die Qualität der Garagen investieren. Geld wurde bereits in neue Lichtmasten gesteckt. Außerdem soll die löchrige Zufahrt saniert werden.

„Besser Parken“ besitzt nach eigenen Angaben weitere Garagenhöfe am Heinrich-Heine-Ring und in der Friedrich-List-Straße. Außerdem betreibt das Unternehmen die städtischen Parkhäuser, bei denen die Preise gerade ebenfalls angepasst worden sind (die OZ berichtete). Weitere Zukäufe sind nicht ausgeschlossen. „Wir sind offen für weitere Standorte“, sagt André Westhoff.

Verein klagt an: Stadt lässt Garagen verwahrlosen

Nur etwa 100 Meter Luftlinie weiter nördlich gibt es ebenfalls Zoff um eine Garagenanlage. Heinz Krause, Vorsitzender des Garagenvereins Friedrich-Wolf-Straße, klagt darüber, dass der Eigentümer, die Stralsunder Stadtverwaltung, das Areal mit 200 Stellplätzen verwahrlosen lassen würde. Der 84-Jährige kämpft deswegen seit 2012 dafür, dass sein Verein die Garagen selbst verwalten darf. „Dann könnten wir uns hier selbst um alles kümmern“, sagt Krause. Der letzte Gesprächstermin im September sei aber von der Stadt ersatzlos gestrichen worden.

Die Verwaltung widerspricht dieser Darstellung vehement. „Wenn behauptet wird, die Stadt ließe das Gelände verwahrlosen, so ist das nicht zutreffend“, sagt Andre Kobsch, Leiter der Abteilung Liegenschaften. 2013 sei eine Drainage-Leitung gelegt worden, damit das Wasser besser von den Wegen abfließen kann. Außerdem bestünden Zweifel, ob der Verein in der Lage sei, Konflikte bei komplizierten Vertragskonstellationen eigenständig zu lösen. Heinz Krause sieht das anders: „Wir haben Experten bei uns, die das können.“

Alexander Müller

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