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Altenpleenern stinkt’s: Gülle sorgt für Frust

Altenpleenern stinkt’s: Gülle sorgt für Frust

Einwohner der Gemeinde starten Unterschriftensammlung/ Stalu sagt: Alles ordnungsgemäß

Altenpleen. „Im ganzen Dorf stinkt es derart penetrant, dass es nicht mehr auszuhalten ist“, sagt Rainer Behrndt. Der parteilose Bürgermeister der Gemeinde Altenpleen hat die Nase voll. „Letzte Woche von Dienstag bis Freitag war es nicht auszuhalten. Es begann in Oldendorf und zog dann bis Parow.“

Man könne nicht die Fenster öffnen, und trotz des schönen Wetters werden einem schlecht an der „frischen“ Luft. „Welch Glück, dass die Kinder Ferien haben und somit auch was davon haben“, sagt er. Nach seinen Recherchen hatte bereits letzte Woche ein Vor-Ort-Termin mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt stattgefunden. „Das Amt hält alles für ordnungsgemäß“, wurde mitgeteilt.

Tatsächlich ist es so, dass seit dem 1. Februar laut Düngeverordnung das Ausbringen von stickstoffhaltigen Düngemitteln, so auch von Gülle und Gärresten, erlaubt ist. Entscheidend für die Zulässigkeit ist die Aufnahmefähigkeit des Bodens, die dann gewährleistet ist, wenn die oberste Bodenschicht auftaut. „Also ich gehe davon aus, dass der Boden gefroren war“, schimpft Rainer Behrndt.

„In den vergangenen Tagen gab es immer wieder missverständliche Aussagen bezüglich eines angeblichen Verbots der Gülleausbringung. Einige unserer Kollegen wurden deshalb fälschlicherweise von Anwohnern angezeigt oder polizeilich gemeldet“, erklärt Bauernpräsident Detlef Kurreck in einer Pressemitteilung. „Die aktuellen Witterungsbedingungen in vielen Teilen unseres Bundeslandes sind jedoch optimal für die Ausbringung der Düngemittel wie Gülle. Ist der Boden am Morgen noch gefroren, bietet er die notwendige Tragfähigkeit, um den Acker zu befahren und den Dünger auszubringen, ohne diesen durch Bodenverdichtung zu schädigen. Taut der Boden dann zur Mittagszeit auf, kann er die wichtigen Nährstoffe der Gülle aufnehmen und im Boden binden.“

Entscheidend für die Planung der Gülleausbringung sind die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Dieser informiert unter anderem über die Tiefe des Bodenfrostes sowie die Tagestemperaturen und prognostiziert auch das zeitweise Auftauen des Bodens. Werden laut Deutschem Wetterdienst Tagestemperaturen von über 0 Grad Celsius erreicht und tauen dadurch bereits wenige Zentimeter des Bodens auf, sind somit die Voraussetzungen zur Ausbringung des Düngers gegeben.

„Auf Grundlage dieser Informationen sowie der Erfahrung und dem pflanzenbaulichen Fachwissen treffen wir Landwirte dann unsere Entscheidungen. Es gilt also, Bodenfrost am Morgen und Abend sowie eine aufgetaute, aufnahmefähige Bodenschicht zur Tageszeit sind ideale Voraussetzungen für das Ausbringen unserer wertvollen Nährstoffe, die für das Pflanzenwachstum entscheidend sind“, erklärt Detlef Kurreck.

Das kann die Altenpleener nicht beruhigen. „Wir wohnen lange genug auf dem Dorf, kennen das. Aber man kann von den Landwirten auch etwas Rücksicht verlangen. Und die lässt arg zu wünschen übrig.

Einige werden immer rücksichtsloser“, ärgert sich der Altenpleener Bürgermeister. „Mit unseren Unterschriften fordern wir die verantwortlichen Landwirte zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und den Bewohnern unserer Gemeinden auf. Es geht nicht immer um Grenzwerte, sondern um ein gutes Miteinander“, so Rainer Behrndt gegenüber der OZ.

Ines Sommer

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