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Stralsund Altstadtverein: Fünf Jahre Stillstand am Neuen Markt
Vorpommern Stralsund Altstadtverein: Fünf Jahre Stillstand am Neuen Markt
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00:00 13.08.2018
Blick auf den Neuen Markt vom Turm der Marienkirche. Heute sieht man vor allem einen Parkplatz, doch das soll sich ändern. Quelle: Foto: Alexander Mülller
Stralsund

Wann wird Stralsunds Neuer Markt endlich umgestaltet? Seit Jahren wird darüber geredet, diskutiert und gestritten – doch sichtbare Veränderungen gibt es bis heute nicht. Das Bürgerkomitee „Rettet die Altstadt“ wirft der Stadtverwaltung jetzt vor, die Entwicklung des prominenten Platzes verschlafen zu haben. „Nach dem zweiten Bürgerforum im Januar dieses Jahres wurde immer wieder geäußert, dass es sich um eine Alibiveranstaltung gehandelt hat und wir fünf Jahre versäumt haben“, schreibt Bartels, der lange Vorsitzender des Komitees gewesen ist, in der Vereinszeitung „Giebel&Traufen“. Es sei jetzt an der Zeit, öffentlich den Druck zu erhöhen. Schließlich würden sich Stadtplaner, Denkmalschützer und Bürger bereits seit Anfang des Jahrzehnts mit dem Thema beschäftigen.

Komitee wirft der Stadt vor, die Umgestaltung des Platzes zu vertrödeln

Im Jahr 2013 fand das erste Bürgerforum zur Umgestaltung des Neuen Markts statt. Die Themen damals: Wie kann der Markt wieder von einem reinen Parkplatz zu einem lebendigen Zentrum werden? Wo sollen dann künftig die ganzen Fahrzeuge stehen? Was passiert mit dem umstrittenen Russischen Ehrenmal vor der Marienkirche? Fünf Jahre später, im Frühjahr 2018, lud die Stadtverwaltung zum zweiten Bürgerforum. „Die gleichen Fragen wie vor fünf Jahren wurden zur Diskussion gestellt“, meint Dieter Bartels. Er fragt sich, warum noch immer nicht mit der Auslobung eines Wettbewerbs um das beste Konzept begonnen worden sei.

Die Stralsunder Stadtverwaltung erklärt, dass ein Planungswettbewerb nur dann Sinn mache, „wenn Aufgabenstellung und Rahmenbedingungen umfassend geklärt sind“. Die Neugestaltung des Neuen Marktes sei ein komplexes Vorhaben, das weit über die reine Platzgestaltung hinausgehe. „Der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Schritten der Bürgerbeteiligung erklärt sich daraus, dass die Bürger bereits sehr früh einbezogen wurden“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Nach derzeitigem Stand soll der Wettbewerb Anfang 2019 ausgelobt werden – wenn die Finanzierung bis dahin geklärt ist.

Die Stadtverwaltung will den Vorwurf, fünf Jahre lang untätig gewesen zu sein, so nicht stehen lassen. „Von fünf versäumten Jahren kann aus unserer Sicht keine Rede sein. Im Gegenteil, die fünf Jahre wurden intensiv genutzt, um den nächsten Schritt fundiert vorbereiten zu können.“ Nach dem Forum 2013 seien wichtige Aspekte zu klären gewesen. So musste umfassend geprüft werden, ob die Verlagerung der Parkplätze auf die Schützenbastion möglich ist. Bezüglich des Sowjetischen Ehrenfriedhofs wurden Gespräche mit der russischen Botschaft geführt, um Spielräume für eine Umgestaltung auszuloten. Außerdem musste ein Konzept erarbeitet werden, wie der Verkehr neugeordnet wird, wenn der Neue Markt eine Fußgängerzone wird.

Lange Geschichte

Bereits vor dem Jahre 1278 wird in Geschichtsquellen ein Markt in der Neustadt genannt.

Ende der 1930er-Jahre startete die Stadtverwaltung einen Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Neuen Marktes. Der Zweite Weltkrieg verhinderte aber die Umsetzung der Vorschläge. Dafür wurde 1942 ein Schutzbunker errichtet. 1968 erhielt der Neue Markt seine heutige Gestalt. Von 1970 bis 1990 hieß der Neue Markt Leninplatz.

Alexander Müller

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