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Am Schnittpunkt von Licht und Dunkelheit

Stralsund/Putbus Am Schnittpunkt von Licht und Dunkelheit

Der Künstler Volkmar Herre wird am 1. August 70 Jahre alt. Ausstellungen in Stralsund und Putbus würdigen sein Lebenswerk.

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Die Welt der Stille: Mit der Camera obscura nahm Volkmar Herre diese Steine am Meer auf.

Stralsund. Ob er denn der einzige sei, der das macht. Und ob er es denn erfunden hat,werde er oft gefragt. Nein, seine Erfindung sei es nicht. „Ich greife nur zurück auf die Gegebenheiten der Natur am Schnittpunkt zwischen Licht und Dunkelheit“, sagt Volkmar Herre über seine Kunst der Fotografie mit der Camera obscura. Die wiederum beherrscht er so meisterhaft, wie selten ein anderer.

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Volkmar Herre — Fotograf und Buchgestalter.

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Am 1. August feiert der Fotograf, Buchgestalter und Verleger seinen 70. Geburtstag. Und das wird gleich mit zwei Ausstellungen in Stralsund und auf Rügen gewürdigt. Auf den Bildern in der Putbuser Orangerie, die morgen Nachmittag öffnet, sehen die Betrachter ein ganzes Fotografenleben seit 1963 vorüberziehen. In Stralsund hingegen wird Herre ab 2. August ausschließlich Bilder zeigen, die in den letzten 15 Jahren mit der Camera obscura entstanden sind.

„Hier gibt es keine technischen Standards, sondern nur ein Loch, von dem der Aufnahmefilm Licht empfängt. Dabei ist nicht Schnelligkeit gefragt, vielmehr geht es um das Entdecken der Langsamkeit mit überraschenden Resultaten“, beschreibt Herre den Schwerpunkt seines Schaffens.

Wie ein Zauber offenbare sich die Welt in der Stille. Deshalb tue es Menschen gut, die aus der Hektik kommen, auf seine Bilder zu schauen. Und auch er selbst schöpft daraus immer wieder Energie.

Versteht er sich doch als „Sensibilisator“ für den Zeitgeist. Immer wieder setzt er sich mit Sinnfragen des Lebens auseinander. Dazu gehört für Herre vor allem die Entschleunigung — als gesunder Ausgleich zum alltäglichen rasanten Tempo. Vermitteln möchte der Künstler aber ebenso den natürlichen Kreislauf vom Werden und Vergehen.

Und das wird in allen seinen Bücher deutlich. „Jedes Jahr ein Buch und ein Kalender“, das sei schon ein Kunststück für sich. Dass er alles in seinem eigenen Verlag veröffentlicht, beschere ihm zwar ein Höchstmaß an Freiheit, zum anderen aber auch ein Höchstmaß an Last, gibt Herre zu.

In der Stralsunder Ausstellung kann der Besucher in seinen Bücher blättern und dazu ausgewählte Fotos betrachten. Beginnend in dem Band „Mit Licht gemalt“ aus dem Jahr 1999. Über „Licht im Dunkel“, oder „Blaues Licht“ und „Erinnerungen des Lichts“, in dem der Stralsunder sich dem Naturstudium in einem alten Pfarrgarten auf Rügen widmet. Bis zur jüngsten Veröffentlichung „Fragmente“ mit Gedichten von Walter G. Goes .

Zu sehen sind Aufnahmen von Bäumen und Steinen und immer wieder das Meer — märchenhaft, mystisch, weich, voller Magie. Und das wird Sammler freuen: Eine limitierte, signierte Sonderedition können Ausstellungs-Gäste erwerben.

Für den Direktor des Kulturhistorischen Museums, Dr. Andreas Grüger, liegt die außergewöhnliche Faszination darin, dass Volkmar Herre mit der Camera obscura „eine ganz andere Bildwelt erschließt“ als andere Landschaftsfotografen. Zudem sei das Museum seit Jahren mit dem Künstler eng, ja freundschaftlich verbunden. Wenn sich das Haus nun erneut für ihn öffne, dann sei das auch ein kleines Dankeschön für diese langjährige gute Zusammenarbeit.

Werkschau im Doppelpack: „Rügen — mein Atelier“ und „Fazit — Camera obscura“
Der Fotograf, Buchgestalter und Verleger Volkmar Herre wurde am 1. August 1943 in Freiberg geboren. Sein Urgroßvater war der Fotograf August Kotzsch.

Im Alter von zehn Jahren begann Herre zu fotografieren. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Anschließend studierte er in Leipzig Fotografie.

Seit 1969 arbeitet Volkmar Herre als freiberuflicher Fotograf und Buchgestalter. Der Stralsunder, der seit 1986 in der Hansestadt lebt, gründete 1996 den Verlag Edition herre.

Eine Werkschau des Künstlers mit rund 100 Arbeiten ab 1963 wird am 20. Juli um 15 Uhr in der Orangerie Putbus unter dem Titel „Rügen — mein Atelier“ eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 1. September zu sehen.

Das Kulturhistorische Museum Stralsund zeigt Bilder aus den letzten 15 Jahren, die ausschließlich mit der Camera obscura entstanden, ab 2. August (Eröffnung um 18 Uhr). Die Ausstellung „Fazit — Camera obscura“ läuft bis zum 29. September.

In Zella-Mehlis schließt sich ab 20. September eine weitere Schau an.

Auf dem Fernsehsender Arte läuft heute um 19.30 Uhr eine Wiederholung der Sendung „Deutschlands Küsten“, in der Volkmar Herre bei seiner Arbeit als Fotograf auf der Insel Vilm zu erleben ist.

 

Marlies Walther

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