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Angeklagte weisen Vorwürfe im Scheelehof-Prozess zurück

Stralsund Angeklagte weisen Vorwürfe im Scheelehof-Prozess zurück

Im Prozess um Betrug und Insolvenzverschleppung beim Bau des Stralsunder Vier-Sterne-Hotels Scheelehof haben die Angeklagten vor dem Amtsgericht alle Vorwürfe zurückgewiesen. Außerdem hat die Verteidigung den Verdacht der Befangenheit gegen die Sachverständige geäußert, auf deren Gutachten sich die Anklage der Staatsanwaltschaft zu großen Teilen stützt.

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Das Amtsgericht Stralsund ist Schauplatz des Prozesses.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Stralsund. Im Prozess um Betrug und Insolvenzverschleppung beim Bau des Stralsunder Vier-Sterne-Hotels Scheelehof haben die Angeklagten vor dem Amtsgericht am Montag alle Vorwürfe zurückgewiesen. Außerdem hat die Verteidigung den Verdacht der Befangenheit gegen die Sachverständige geäußert, auf deren Gutachten sich die Anklage der Staatsanwaltschaft zu großen Teilen stützt. Richter Andreas Könning will am Dienstag, dem zweiten Verhandlungstag, mitteilen, wie er mit den Vorwürfen umgehen will.

Auf der Anklagebank sitzen der heute 62 Jahre alte in Zansebuhr wohnende frühere Geschäftsführer der Scheelebau GmbH sowie sein 60-jähriger Geschäftspartner und Investor aus Altefähr. Die Scheelebau GmbH musste im Mai 2011 im Zuge der Bauarbeiten an der schicken Herberge im Herzen Stralsunds Insolvenz anmelden. Rund 50 Betriebe warteten damals vergeblich auf ihr Geld – insgesamt mehr als 700

000 Euro. Ein Vergleichsangebot, ihnen rund die Hälfte der Schulden zu zahlen, fand keine Mehrheit.

Die Hauptvorwürfe, die Staatsanwalt Christian Müller während seiner Anklage verlas, lauten Insolvenzverschleppung, Betrug, Bilanzfälschung und Verstoß gegen Buchführungspflichten. Die Scheelebau GmbH sei laut Müller einzig zum Bau des Scheelehofs gegründet worden. Der Geschäftsführer aus Zansebuhr, ein gelernter Schlosser, habe das Amt nur formell inne gehabt, während sein finanzstarker Partner der faktische Geschäftsführer gewesen sei.

Die beiden Angeklagten hätten es laut Staatsanwalt vorsätzlich unterlassen, trotz Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzverfahren zu eröffnen. Stattdessen seien weiter Aufträge an Firmen erteilt worden.

Außerdem hätten sie ihre Bücher auf eine Art und Weise geführt, die eine Übersicht über das Vermögen erschwerte.

Der 62-jährige Angeklagte aus Zansebuhr, ein untersetzter Mann mit langen, zum Zopf gebundenen Haaren und Harley-Davidson-Hemd, bestritt in einer durch seinen Anwalt Uwe Altemeyer verlesenen Stellungnahme alle Vorwürfe. Er habe keine Übersicht über die Buchungsvorgänge auf den Geschäftskonten der Scheelebau GmbH gehabt. Das sei alles durch den zweiten Angeklagten und über ein Steuerbüro abgewickelt worden. Außerdem sei er bis zum Schluss davon überzeugt gewesen, dass sein Partner weiterhin alle Verbindlichkeiten begleichen werde, so wie er es in den vergangenen Monaten immer gemacht habe. Dieser habe vor Firmenvertretern wörtlich gesagt: „Es braucht sich keiner um sein Geld Sorgen zu machen, am Ende zahle ich ja eh alles.“

Völlig überraschend habe der Investor dann Ende April plötzlich mitgeteilt, keinen Euro mehr überweisen zu wollen. Daraufhin habe man sich um einen Vergleich mit den Gläubigern bemüht, und als der scheiterte, den Insolvenzantrag gestellt. Vor diesem Zeitpunkt könne von Zahlungsunfähigkeit und daraus folgender Insolvenzverschleppung daher keine Rede sein, wie Anwalt Altemeyer betonte.

Für den Prozess war es gestern bereits der zweite Anlauf. Der erste war im Dezember gescheitert, weil einer der Angeklagten sich am Vorabend der Verhandlung wegen gesundheitlicher Probleme selbst ins Stralsunder Hanseklinikum eingewiesen hatte.

Zwei Firmen

Die Scheelebau GmbH war ein Unternehmen, das beim Bau des Scheelehofs die Rolle des Generalauftragnehmers hatte und Aufträge an Subunternehmen vergab. 2011 musste die Firma Insolvenz anmelden.

Geschäftsführer und Investor stehen derzeit vor Gericht.

Das Vier-Sterne-Hotel selbst wird vom Eröffnungstag bis heute von der Scheelehof Betreibergesellschaft betrieben. Beide Firmen waren zwar formell getrennt, personell aber miteinander verbunden.

Alexander Müller

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