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Angeln auf dem Rügendamm bald wieder erlaubt?

Stralsund Angeln auf dem Rügendamm bald wieder erlaubt?

Über das umstrittene Aus für Hobbyfischer wird diskutiert. Das Straßenbauamt erarbeitet eine Machbarkeitsstudie. Darin geht es um technische Lösungen, das Angeln zu ermöglichen und gleichzeitig das weite Auswerfen, das zur Gefahr für den Verkehr werden kann, zu verhindern.

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Vor dem Verbot standen in der Heringssaison bei gutem Wetter hunderte Angler auf dem Rügendamm.

Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Stralsund. Es gibt Hoffnung für Stralsunds Angler, die vor dem Verbot am liebsten auf dem alten Rügendamm standen. Das zuständige Straßenbauamt Stralsund arbeitet derzeit an einer Machbarkeitsstudie im Auftrag des Schweriner Verkehrsministeriums. „Der Minister hat uns beauftragt, nach Möglichkeiten zu suchen, das Angeln an der Stelle zu erlauben und gleichzeitig den weiten Auswurf zu verhindern“, sagte Amtsleiter Ralf Sendrowski am Donnerstagabend im Wirtschaftsausschuss der Hansestadt.

 

OZ-Bild

Wir suchen nach Möglichkeiten, das Angeln zu erlauben und gleichzeitig den weiten Auswurf zu verhindern.“ Ralf Sendrowski Leiter Straßenbauamt

Quelle:

Das Papier steht kurz vor der Fertigstellung, am 30. Juni ist Abgabetermin. Auf Basis der Studie will dann das Verkehrsministerium eine Entscheidung treffen. Welche Lösung darin vorgeschlagen wird, wollte Sendrowski noch nicht bekannt geben. Nur so viel: „Technisch möglich ist alles.“ Es bleibe die Frage der Kosten und ob das Angeln auf dem Rügendamm überhaupt weiterhin gewollt ist. Ab wann es wieder erlaubt werden könnte, sei ebenfalls offen.

Das bei Touristen und Einheimischen beliebte Angeln auf dem Rügendamm war Anfang April überraschend verboten worden. Ein Auto auf der 80 Meter entfernten Rügenbrücke war durch ein Angelgewicht getroffen und schwer beschädigt worden. Die Sicherheit des Verkehrs sei nicht mehr gegeben, hieß es damals. Zuvor war das Angeln an der Stelle auch nicht explizit erlaubt, sondern nur geduldet. „Mein Horrorszenario ist, das jemand einen Motorradfahrer am Arm trifft und der seinen Lenker verreißt“, sagte Ralf Sendrowski am Donnerstag.

Zwar lässt sich das Straßenbauamt nicht in die Karten gucken, welche technische Lösung es nun zur Wiederaufnahme des Angelbetriebs vorschlagen wird. André Meißner, für die CDU Mitglied in der Stralsunder Bürgerschaft und Vorsitzender des Sportanglervereins Voigdehäger See, hält jedoch eine Konstruktion mit einem Seil auf dem Rügendamm für denkbar. „Wenn das hinter den Anglern aufgespannt wird, also zwischen Fahrbahn und Radweg, könnte so das weite Ausholen verhindert werden“, meint Meißner. Die Leute wären so gezwungen, die Angel pendelartig von unten nach oben auszuwerfen – so würde weder der Verkehr auf dem Rügendamm noch auf der gegenüberliegenden Rügenbrücke gefährdet. „Ich bin dafür, dass das Angeln dort wieder erlaubt wird. Das gehört zu unserem Kulturerbe. Aber Sicherheit geht vor, dass haben wir unseren Leuten auch immer gesagt“, meint Meißner.

André Kretzschmar, Leiter der Stralsunder Tourismuszentrale, hält das Angeln auf dem Rügendamm ebenfalls für wichtig. „Das hat touristische Relevanz. Seit Jahren gehen die Bilder von dort durch die Presse. Das prägt sich ein, das gibt es nur hier“, sagte er.

Völlig ungeklärt ist bislang noch, wie künftig mit dem Müllproblem umgegangen wird. Ausschuss- und Bürgerschaftsmitglied Michael Adomeit beschwerte sich, in welch beklagenswertem Zustand der Rügendamm von den Anglern immer wieder hinterlassen wird. Er plädierte für Mülleimer und Dixieklos gegen eine Angelgebühr an der Stelle.

Alexander Müller

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