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Angler fordern regelmäßige Entkrautung

Tribsees Angler fordern regelmäßige Entkrautung

Die Renaturierung der Trebel und ihre Auswirkungen waren Thema einer Veranstaltung in Tribsees. Angler, Naturschützer, Kommunalpolitiker und Landwirtschaftsminister Till Backhaus diskutierten udn suchten nach Lösungen.

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Minister Till Backhaus (Mitte), Hans-Joachim Schreiber und Ute Hennings aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Susann Wippermann sowie Matthias Wolter vom Staatlichen Amt für Umwelt und Natur bei der Veranstaltung „Renaturierung der Trebel“ in Tribsees.

Quelle: Almut Jaekel

Tribsees. Den Zustand der Trebel, deren Verkrautung und die Durchlässsigkeit für Fische wollen Mitarbeiter des Ministeriums und des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt, des Landes- sowie des Regionalen Anglerverbandes jetzt gemeinsam beobachten und überwachen. „Wir machen ein Monitoring“, versprach Minister Till Backhaus am Montagabend im Tribseeser Rathaussaal. Dorthin hatte das Bürgerbüro von Susann Wippermann (SPD) zur Veranstaltung „Fraktion vor Ort“ zum Thema „Renaturierung der Trebel“ eingeladen. Und es waren so viele Gäste gekommen, dass die Stühle nicht reichten.

Fischwanderung nicht möglich

Im Altarm der Trebel, der bei der 1998 abgeschlossenen Renaturierung ins ursprüngliches Bett gebracht wurde, sei keine Fischwanderung möglich, hatten ortsansässige Angler beobachtet und den Landwirtschaftsminister um Abhilfe gebeten. Im Zuge der Renaturierung war von 1993 bis 1998 auf mehr als 12 Kilometern Länge der ursprüngliche Trebellauf unabhängig vom sogennannten Trebelkanal hergestellt, der Wasserstand erhöht und das „Grenztalmoor“ auf etwa 1100 Hektar zwischen Bad Sülze, Tribsees und Bassendorf als Ökosystem angeschoben worden.

Trebel total zugewachsen

Während einige Gäste wie der Grammendorfer Erwin Zielke und die Tribseeser Naturschützerin Margit Schneider aufgrund ihrer Erfahrungen die Vorgehensweise bei der Renaturierung scharf kritisierten, hält Mario Voigt, der beim Landesanglerverband MV verantwortlich für Natur-, Umwelt- und Artenschutz ist, diese Maßnahmen für „eine gute Sache“. „Aber wir wollen wissen, was hier wirklich los ist, wie viel Wasser noch fließt“, forderte er. „Für die Trebel gibt es keine Untersuchungsergebnisse“, beklagte er. „Vor der letzten Krautung Ende des Sommers 2017 war eine Fischwanderung in der Trebel definitiv nicht möglich“, behauptete er. Es gebe Bildmaterial, das zeige, dass im Altarm nur noch ganz wenig Wasser war. „Die Trebel war total zugewachsen.“ Dort wird übrigens nur alle drei Jahre gekrautet. Nur über diesen Trebel-Teil können die Fische wegen des Stützwehres am Kanal überhaupt wandern. Zwar sei bei der Renaturierung der Altarm ausgebaggert worden, aber nicht in notwendigen Breiten und Tiefen, so dass die Fließgeschwindigkeit viel zu gering sei. Der Querschnitt nehme weiter ab, eine feste Krautdecke verschließe die Oberfläche und im Dunkeln würden Fische nicht wandern, ergänzte Voigt. Er regte den Bau einer Fischtreppe am Kanal an. „Die war dort nie geplant, die Fische sollten im Altarm wandern“, erklärte Backhaus. „Wenn das nicht gelingt, müssen wir etwas ändern“, sagte er.

Regelmäßige Gewässerpflege notwendig

„Es muss öfter, regelmäßig und vor allem früher gekrautet werden“, forderten Angler, Naturschützer, die Vertreter des Naherholungsvereins (Bootshäuser), Anwohner und Tribsees’ Bürgermeister Thomas Molkentin. Nicht nur die Angler und die Fische würden leiden, sondern auch der sanfte Kanu-Tourismus, der auf der Trebel aufgebaut wird. „Man kommt mit einen Boot, selbst mit einem Motorboot, nicht durch“, erzählte Angelika Teetz, Vorsitzende des Vereins Naherholung Trebeltal. Eigentümer von 34 Bootshäuschen am Wasser gehörten zum Verein. Während der Saison konnten weder sie noch Paddler die Strecke nutzen. Ab Juli werde gekrautet, sagte Ute Hennings aus dem Umweltministerium. 2017 sei jedoch ein besonderes Jahr mit vielen Wetterkapriolen gewesen und die Krautentnahme sei spät realisiert worden. „Ausnahmegenehmigungen auf Teilstrecken müssen noch früher möglich sein“, forderte Backhaus. Und auch Hans-Joachim Schreiber, ebenfalls aus dem Schweriner Ministerium, räumte ein, dass dies auf Antrag möglich sein wird.

Anwohner fordert Lösung für Bassendorf

Christian Rohlfing, Landwirt und Einwohner von Bassendorf, berichtete von einem weiteren Problem: Für mehr als 700 000 Euro sei im vergangenen Jahr der Wasserwanderrastplatz am Bollwerk Bassendorf gebaut worden. Dort werde aber auch das Kraut gelagert, dass in diesem Abschnitt aus der Trebel kommt. „Es stinkt wie Jauche, da kommt kein Tourist“, sagte er. Diese Krautentnahmestelle gebe es schon seit Jahren, erklärte Matthias Wolter, Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Landwirtschaft (Stalu). „Es gibt auch einen Pachtvertrag mit der Gemeinde Deyelsdorf.“ Die habe sich verpflichtet, in der Zeit der Krautentnahme den Schwimmsteg zu entfernen. Wolter: „Da gibt es zwei Parteien mit unterschiedlichen Interessen. Wir arbeiten an einer Lösung“. Eine neue Krautentnahmestelle koste etwa 200 000 Euro. Eine solche werde in diesem Jahr bei Thomashof nahe Tribsees entstehen, andere Maßnahmen seien jedoch vorerst nicht geplant.

Tribseeser Bürgermeister will Kronsbergbrücke

„Ich bin sehr zufrieden“, resümierte Tribsees Bürgermeister Thomas Molkentin. „Wir können Anträge zur Teilentkrautung stellen, die Trebel wird beobachtet, wir wollen für die ehemalige Kronsbergbrücke eine Lösung finden, durch deren Abriss Wanderstrecken rigoros durchtrennt wurden, und gemeinsam wollen wir die Begehbarkeit und Beschilderung im Moor sicherstellen.“

Jaekel Almut

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Tribsees/Schwerin
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Bei Tribsees war die Autobahn 20 in Richtung Westen auf rund 40 Metern Länge abgesackt. Straßenbau-Fachleute schließen offenbar aus, dass dafür Renaturierungsvorhaben von 1995 bis 1998 im Bereich der Trebel ursächlich sind.

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