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Stralsund Angler schwamm zum rettenden Ufer
Vorpommern Stralsund Angler schwamm zum rettenden Ufer
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00:00 23.04.2013
Sie haben schon in mancher heiklen Situation geholfen, die Männer vom Seenotkreuzer „Theo Fischer“: Maschinist Andreas Podohla, der dritte Vormann Uwe Jendrejewski, Rettungsmann Herbert Assmann und Vormann Lutz Griesberg (v.l.). Quelle: Timo Richter
Klein Damitz

Klaus Draffehn aus Prohn ist froh, dass alles so glimpflich abgegangen ist und er auch sein Boot wieder bekommen hat. Deshalb machte er sich gestern morgen nach Barhöft auf, um sich bei der Besatzung des Seenotkreuzers „Theo Fischer“ zu bedanken.

Was war passiert? Sonntagnachmittag hatten Passanten in der Prohner Wiek, etwa 15 Kilometer nördlich von Stralsund, ein vier Meter langes, unbemanntes Boot entdeckt, das immer im Kreis fuhr. Wenig später sahen sie auch eine Person im Wasser, die offenbar versuchte, an Land zu schwimmen. Sie alarmierten sofort die Polizei, die den Notruf punkt 16.30 Uhr in der Einsatzleitstelle des Präsidiums Neubrandenburg entgegen nahm.

Die Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) schickte daraufhin den Seenotkreuzer „Theo Fischer“ in den Einsatz und alarmierte gleichzeitig die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes „Hertha Jeep“ aus Stralsund. Dieses befand sich zum Zeitpunkt der Alarmierung auf einer Kontrollfahrt. Die Wasserschutzpolizei in Stralsund beorderte zudem ein Schlauchboot zur Unglücksstelle.

Keine Viertelstunde dauerte es und das Tochterboot der „Theo Fischer“ war vor Ort. Die Besatzung sah zu diesem Zeitpunkt, dass der Mann bereits das Flachwasser der Prohner Wiek erreicht hatte und dort an Land ging. Die Seenotretter kümmerten sich deshalb um sein umher treibendes Boot und nahmen es auf den Haken. Anschließen brachten sie es in den Hafen von Klein Damitz, von wo aus der 73-Jährige zu seiner Angeltour gestartet war.

Wie Klaus Draffehn gestern bei seinem Besuch auf der „Theo Fischer“ berichtete, sei er bei einem Manöver über Bord gestürzt. In der Folge trieb sein Boot weiter und er konnte es nicht mehr erreichen.

Dem Mann gelang dann aber schließlich schwimmend und anschließend watend, das etwa 500 Meter entfernte Ufer zu erreichen. Obwohl er völlig durchnässt war, setzte er sich daraufhin auf sein Fahrrad, um zurück nach Prohn zu fahren.

„Er hat großes Glück gehabt“, sagte gestern Lutz Griesberg, Vormann des Seenotkreuzers „Theo Fischer“. Schließlich misst das Wasser momentan gerade einmal sechs Grad. „Bei diesen Temperaturen ist es normalerweise kaum möglich, aus eigener Kraft an Land zu kommen“, meint Griesberg. Der Mann habe aber einen sehr fitten Eindruck gemacht und erzählte, dass er früher Rettungsschwimmer gewesen sei. OZ gegenüber betonte er, dass er schon manch andere heikle Situation in seinem Leben hinter sich habe.

Zum Unfallhergang teilte die Wasserschutzpolizei mit, dass offenbar die Notabschaltung des Außenbordmotors nicht funktioniert habe. Der Angler hatte allerdings auch die Sicherungsleine nicht an seiner Kleidung befestigt, hieß es. Ebenfalls hatte er die sich im Boot befindliche Rettungsweste nicht getragen. Weil genau das aber so wichtig ist, appellierten gestern sowohl die Stralsunder Wasserschutzpolizei als auch die Bremer Seenotleitung an alle Angler die es mit dem Boot jetzt zum Heringsfang zieht, dies auf keinen Fall zu unterlassen.

„Bei diesen Temperaturen ist es normalerweise kaum möglich, aus eigener Kraft an Land zu kommen.“Lutz Griesberg, Vormann auf der „Theo Fischer“

Reinhard Amler

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