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Stralsund Arbeitslosenquote auf niedrigstem Stand seit der Wende
Vorpommern Stralsund Arbeitslosenquote auf niedrigstem Stand seit der Wende
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00:00 02.04.2014
Dr. Jürgen Radloff.

Die Insolvenz der Volkswerft hat sich bislang nicht so stark in der Statistik der Stralsunder Arbeitsagentur niedergeschlagen, wie deren Geschäftsführer Dr. Jürgen Radloff dies zunächst befürchtet hatte. So listet die aktuelle Märzstatistik unter den 4703 arbeitslosen Frauen und Männern der Hansestadt 431 arbeitslose Werftler auf. Radloff führt das unter anderem darauf zurück, dass das insolvente Unternehmen immer noch Mitarbeiter beschäftigt. „Waren bei Anmeldung der Insolvenz noch 1053 Arbeitnehmer auf der Werft beschäftigt, sind derzeit noch 290 über Ship Design und Schiffbaugesellschaft mit Restarbeiten befasst“, berichtete der Agenturchef gestern im Gespräch zur Arbeitsmarktlage. Zuletzt hatten sich 342 einstige Werftmitarbeiter aus der Arbeitslosenstatistik abgemeldet, davon 251 in einen neuen Job. Jürgen Radloff rechnet für die nächsten Monate mit weiteren Zuwächsen aus diesem Bereich in die Beschäftigungslosigkeit.

Sonst jedoch ist der Geschäftsführer des Agenturbezirks Stralsund zufrieden mit der Frühjahrsbelebung des Arbeitsmarktes. Alleine in der Hansestadt sank die Arbeitslosenzahl gegenüber Februar um 206.

Im Vergleich mit dem Vorjahresmärz wurden sogar 409 joblose Frauen und Männer weniger registriert. Die aktuelle Arbeitslosenquote am Sund liegt bei 16,7 Prozent. „Damit hat Stralsund eine relativ hohe Quote im Agenturbezirk“, betonte Radloff. Zum Vergleich: Im benachbarten Greifswald sind 3486 Menschen ohne Beschäftigung, was dort einer Arbeitslosenquote von 12,1entspricht.

„Die Hansestädte profitieren nicht so stark vom Frühjahr wie das Umland“, stellte der Agenturchef fest. „Gerade in den Tourismusregionen Rügen und Fischland-Darß-Zingst registrieren wir zu diesem frühen Zeitpunkt eine deutliche Personalnachfrage.“ So sank auf Rügen die Arbeitslosenzahl um 688 auf 5530 (16 Prozent) und im Bereich Ribnitz-Damgarten um 422 auf 3505 (13 Prozent) Betroffene.

Insgesamt waren Ende März im Agenturbezirk Stralsund 17 419 Frauen und Männer ohne Arbeit. Die Statistik registriert gegenüber Februar einen Rückgang um 1521 Personen. Die Arbeitslosenquote sank von 16,2 auf 14,9 Prozent. „Einen so niedrigen Wert haben wir in einem Monat März seit der Wiedervereinigung noch nicht erreicht“, erklärte Jürgen Radloff. Er macht dafür nicht nur die Nachfrage in Hotels und Gaststätten verantwortlich. Auch im Bauwesen habe der milde Frühling für einen vorgezogenen Beginn der Arbeiten gesorgt.

Neben dem Frühjahr sorgt die Arbeitsagentur selbst für eine niedrige Quote. So waren im März 1231 Frauen und Männer in Bildungsmaßnahmen untergebracht und mit Ein-Euro-Jobs 1070 Menschen beschäftigt.

Sie alle werden für diesen Zeitraum nicht von der Arbeitslosenstatistik erfasst.



Jörg Mattern

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