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Stralsund Auch „Wessis“ dürfen über Stralsund meckern
Vorpommern Stralsund Auch „Wessis“ dürfen über Stralsund meckern
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07:52 12.01.2018
10000 Menschen ziehen laut Prognosen bald aus ganz Deutschland nach Stralsund Quelle: Wikipedia
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Stralsund
Artikel „Zu viel Verkehr: Familie kämpft gegen Lärm“

Wir von hier gegen die von da drüben

Ein Detail hat die Menschen besonders wütend gemacht: Die betroffene Familie ist aus dem Saarland hergezogen – man stelle sich das mal vor, aus dem Westen – und prangert nun hier Missstände hier an. „Da kommt irgendwer aus Saarbrücken und ich darf mein Auto dann durch die Stadt schieben oder was“, schreibt jemand. Wir von hier gegen die von da drüben – dieser vermeintliche Gegensatz lässt die Emotionen auch mehr als 27 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung hochkochen. Auf Rügen gibt es sogar eine Terminologie dafür. Rüganer darf sich nur nennen, wer auf der Insel geboren wurde. Alle anderen sind – mit ganz viel gutem Willen – höchstens Rügener. Dass die Mutter in dem Artikel auf Rügen aufgewachsen ist und nach einem beruflichen Abstecher nun in ihre alte Heimat zurückgekehrt ist, sei hier nur am Rande bemerkt.

Dürfen Zugezogene, egal woher, Stralsund kritisieren? Unbedingt, das sollten sie sogar! Wer sich nicht für seine Interessen einsetzt, wird nie etwas ändern. Das wissen Ostdeutsche doch am besten.

Vorpommern braucht neue Bewohner

Die Einheimischen müssen lernen, mit der Kritik umzugehen. Denn Stralsund wächst. 70000 Menschen sollen hier künftig leben. Das bedeutet rund 10000 Bewohner mehr als jetzt. Auch sie haben das Recht, sich in das Stadtleben mit vollem Engagement einzubringen. Eins steht fest: Die Region Vorpommern, deren Bevölkerung fast überall sonst altert und schrumpft, braucht diese Leute. Sonst können wir bald hupend durch unsere Straßen rumpeln – weil keiner mehr da ist, den es stört.

Alexander Müller

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