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Auch „Wessis“ dürfen über Stralsund meckern

Kommentar Auch „Wessis“ dürfen über Stralsund meckern

Eine Familie kritisiert den lauten Verkehr in der Stralsunder Wasserstraße und kassiert dafür einen Shitstorm bei Facebook. Die Debatte zeigt vor allem eins: Der Graben zwischen Ost- und Westdeutschen ist weiterhin riesig.

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Quelle: Wikipedia

Stralsund. Stralsunder sind nicht gleich Stralsunder. Die Vorbehalte derer, die schon lange hier leben, gegenüber den sogenannten Zugezogenen scheinen riesig zu sein. Dieser Eindruck entsteht, wenn man sich die vielen Reaktionen durchliest, die die OSTSEE-ZEITUNG auf den Artikel „Zu viel Verkehr: Familie kämpft gegen Lärm“ bekommen hat. In den Beitrag schildern wir, wie eine fünfköpfige Familie unter dem enormen Verkehr in der Wasserstraße leidet und was die Stadtverwaltung dagegen unternehmen will. Es gab dutzende Kommentare auf Facebook zu dieser Geschichte, die wenigsten davon freundlich.

Wir von hier gegen die von da drüben

Ein Detail hat die Menschen besonders wütend gemacht: Die betroffene Familie ist aus dem Saarland hergezogen – man stelle sich das mal vor, aus dem Westen – und prangert nun hier Missstände hier an. „Da kommt irgendwer aus Saarbrücken und ich darf mein Auto dann durch die Stadt schieben oder was“, schreibt jemand. Wir von hier gegen die von da drüben – dieser vermeintliche Gegensatz lässt die Emotionen auch mehr als 27 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung hochkochen. Auf Rügen gibt es sogar eine Terminologie dafür. Rüganer darf sich nur nennen, wer auf der Insel geboren wurde. Alle anderen sind – mit ganz viel gutem Willen – höchstens Rügener. Dass die Mutter in dem Artikel auf Rügen aufgewachsen ist und nach einem beruflichen Abstecher nun in ihre alte Heimat zurückgekehrt ist, sei hier nur am Rande bemerkt.

Dürfen Zugezogene, egal woher, Stralsund kritisieren? Unbedingt, das sollten sie sogar! Wer sich nicht für seine Interessen einsetzt, wird nie etwas ändern. Das wissen Ostdeutsche doch am besten.

Vorpommern braucht neue Bewohner

Die Einheimischen müssen lernen, mit der Kritik umzugehen. Denn Stralsund wächst. 70000 Menschen sollen hier künftig leben. Das bedeutet rund 10000 Bewohner mehr als jetzt. Auch sie haben das Recht, sich in das Stadtleben mit vollem Engagement einzubringen. Eins steht fest: Die Region Vorpommern, deren Bevölkerung fast überall sonst altert und schrumpft, braucht diese Leute. Sonst können wir bald hupend durch unsere Straßen rumpeln – weil keiner mehr da ist, den es stört.

Alexander Müller

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