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Stralsund Auf Pionierhaus-Gelände wächst Neubau
Vorpommern Stralsund Auf Pionierhaus-Gelände wächst Neubau
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00:00 09.10.2018

Stralsund. Eher unbeabsichtigt sind nun die Hüllen am Knieperdamm gefallen. Der Sturm hatte die durch Planen verdeckte Baustelle auf dem Gelände des ehemaligen Pionierhauses in Stralsund entblößt, und so wurde das rege Bagger-Treiben sichtbar. Entstehen soll an der Ecke Knieperdamm/Hauptmann-Straße ein moderner Neubau, der einerseits das Sanitätshaus Schumann, andererseits das neue Domizil des Fitnessstudios „Gym Fintessworld“ beherbergen soll.

Dort, wo einst das Stralsunder Pionierhaus stand, wird jetzt kräftig gebaggert. Hier soll ein Neubau entstehen, in dem Sanitätshaus und Fitnessstudio ein neues Domizil finden. Der Rohbau soll im Frühjahr fertig sein. Quelle: Foto: Ines Sommer

Nach dem umstrittenen Abriss des Pionierhauses (die OZ berichtete mehrfach) im November 2017 wurde das Areal in den letzten Monaten beräumt, außerdem erfolgten die Fundamentarbeiten – alles hinter einem mit Planen verdeckten Zaun. „Uns ging es um den Schutz vor Sand und Dreck“, sagt Udo Waitschies, einer der beiden Bauherren, gegenüber der OZ. „Doch mittlerweile haben wir mehr Aufwand als Nutzen mit den Planen, immer wieder sind sie runter gerissen.“

Der Stralsunder Unternehmer bestätigt, dass die Bodenplatte gegossen wird. „Wir hoffen natürlich auf einen milden Winter, damit die Bauarbeiten weiterlaufen können. Geht unsere Rechnung auf, könnte der Rohbau im Frühjahr stehen“, so Udo Waitschies, Geschäftsführer des Fitnessstudios, das in den Neubau einziehen soll. Zudem werden Leitungen für Abwasser und Strom verlegt, damit dann der Hochbau hochgezogen werden kann.

Bis zur Fertigstellung rechnen die Investoren mit einer Bauzeit von einem Jahr, inklusive dem aufwändigen Innenausbau mit Fahrstuhl. Aber Termine für Richtfest und Einweihung wollen die Investoren lieber nicht nennen. „Wir haben bei diesem Projekt zuviel erlebt. Wir freuen uns jetzt einfach, dass wir nach über drei Jahren Kampf mit viel Auf und Ab endlich unser Gesamtkonzept in Angriff nehmen können“, so Waitschies. Nachdem im April die Baugenehmigung vorlag, wollten die Bauherren eigentlich im Juni loslegen.

Geplant ist nicht nur ein neues Gebäude. Im zweiten Schritt ist an ein großzügiges Outdoor-Gelände gedacht. „Wir wollen dort ein multifunktionales Areal schaffen, auf dem man gut Sport machen kann“, so der 65-Jährige.

Vielen Stralsundern war im Zuge der Planungen sauer aufgestoßen, dass Bäume und später sogar das ganze Pionierhaus für das Projekt weichen mussten (die OZ berichtete mehrfach). Zahlreiche Proteste begleiteten so auch den Abriss des Hauses im Spätherbst. Die einstige Wintergarten-Veranda mit den Holzverzierungen im Stil der Bäderarchitektur wurde damals gerettet und soll nun im nahe gelegenen Bürgergarten am Knieperteich im Zuge der dortigen Umbauten wieder aufgebaut werden.

Ob ganz früher als Bürgergarten Ziel vieler Spaziergänger, Ort zum Erholen oder später als Domizil für die Pioniere, die hier im Mathe- oder Russischklub knobelten – viele Einheimische wollten das mit Ornamenten verzierte Haus am Knieperdamm, das stark an die Bäder-Architektur erinnert, und den dazugehörigen Park mit sehr alten Bäumen als ein Stück Stralsund-Geschichte erhalten. Doch die Stadt hatte das Gebäude jahrelang verfallen lassen, so dass es am Ende nicht mehr zu retten war. Selbst erfahrene Restauratoren sahen keine Chance für einen Wiederaufbau.

Ines Sommer

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